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Fantec LD-H35NSU2

Einleitung

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In der heutigen Zeit ist es Gang und Gäbe, dass die heimische PC-Armada nicht nur ein oder zwei Geräte umfasst. Da wäre der Spiele-Rechner, der Surf- und Stromspar-PC und nicht zu vergessen der HTPC für das abendliche Filmvergnügen. Das wären alleine drei Rechner, die selbstverständlich am heimischen Netzwerk hängen – den Laptop mal ganz außer Acht gelassen. Was aber tun, wenn man das leidige umhertragen der mobilen Speicherlösung via USB oder Firewire satt hat, aber trotzdem in den Genuss kommen möchte, Daten überall und jederzeit zur Verfügung zu haben ohne mindestens einen Rechner 24/7 laufen zu lassen?

Lan-Drive oder Network Accessable Storage heisst das Zauberwort – im nachfolgenden kurz NAS genannt. Derartige Speicherlösungen gibt es schon lange, aber leider sind diese nicht unbedingt als Performancekünstler bekannt. Und wenn die Geschwindigkeit stimmen soll, war der Geldbeutel nach dem Kauf recht schmal. Fantec wagt mit dem LD-H35NSU2 den Spagat zischen ansprechender Performance und einem erschwinglichen Kaufpreis. Betrachten wir auf den nächsten Seiten wie sich der von Fantec propagierte Allrounder in unseren Tests schlägt.

An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Fantec für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Testmusters bedanken. Das Fantec LD-H35NSU2 wird in Kürze verfügbar sein.

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Technische Daten

- 3,5″ LAN / NAS Drive + USB 2.0 / Schalter / Aluminium
- Anschlüsse: Intern: 7 pin SATA
- Extern: 1x RJ45 (10/100BaseTX)
- 1x USB2.0 Buchse
- 1x Stromversorgung
- Betriebssystem: MS Windows 98SE/ME/2000/XP/VISTA (32&64Bit)
- Mac OS ab 10.3, Linux, Unix
- Chipsatz: USB2.0 JM20330 max. 480Mbits/s
- Ethernet 10/100 IC+ IP101A max. 100Mbit/s
- Browser: Internet Explorer ab 5.x, Netscape ab 6.2, Mozilla, Firefox, Apple
- Safari
- Material/ Farbe: Dickwandiges Aluminium / mattsilber
- Front- und Rückblende Kunststoff
- Eigenschaften: netzwerkfähig, Stand alone
- (FTP/ SMB/ DHCP/UPNP)
- blau beleuchteter Netzschalter frontseitig
- Für alle 3,5″ SATA HDD geeignet
- Beiliegendes Zubehör: USB 2.0 Kabel
- Netzwerkkabel CAT5
- Externes Transformator Netzteil
- Handbuch
- Standfuß
- Schraubensatz
- Abmessungen (B x T x H): 44 x 220 x 126 mm
- Netzteil:: Ausgang: +5V 2,0A, +12V 2,0A, 34 Watt
- Zertifikationen: TÜV/GS, CUL, CE, ROHs
- Gewicht / Stück (kg): 1,4

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Schnell war das Testsample bei uns eingetroffen und es wurde unsererseits eine extra für diesen Test organisierte Samsung HD080HJ 80gb SATA2 Festplatte eingebaut.

Dies gestaltet sich absolut problemlos und wunderbar einfach. Das Gehäuse macht einen sehr soliden und qualitativ hochwertigen Eindruck und das Kühlkonzept lies auch alte Hasen wie uns nicht schlecht staunen!

War es früher gerade bei den externen Festplattengehäusen immer ein Problem die Festplatte einigermaßen kühl zu halten – sei es mit jaulenden Lüftern oder mit löchrigen Chassis die jeden Ton nach draußen lassen – so baut Fantec auf eine massive Aluminiumplatte, die nicht nur am Gehäuse angebracht, sondern mittels vier Schrauben an die innen verbaute Festplatte angedrückt wird. So wird ein optimaler Wärmeübergang zwischen der gesamten oberen Fläche der Festplatte und der Aluminiumplatte gewährleistet, was sich auch in unseren Testergebnissen bestätigte.

Leider hat das H35NSU2 seinen Dienst in Verbindung mit unserer Festplatte nach einem Reboot quittiert und die Festplatte als „No Disc found“ deklariert. Ein Anruf bei Fantec und kurzer Emailkorrespondenz deckte auf, dass es sich um ein Vorserienmodell handelte, bei dem noch nicht alle Fehler ausgemerzt waren. Innerhalb von 48 Stunden hatten wir ein nagelneues Serienexemplar inkl. einer 500GB großen Samsung T166 Festplatte erhalten! An diesem Service kann sich so manch anderer Hersteller eine Scheibe abschneiden.

Fantec verspricht eine Plug&Play-Einrichtung via Web-Interface. Hat man mit dem Freewareprogramm „IPScan.exe“ die IP des NAS ermittelt, gelangt man in die kinderleicht zu konfigurierende Benutzeroberfläche mittels Webbrowser. Hier finden sich kurz und bündig alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten für Samba, FTP und UPNP.

Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch das verwendete Closed-Source Betriebsystem, was entsprechende Torrentclients oder andere nützliche Helferlein nicht installierfähig macht. Das SATA NAS LD-H35NSU2 dient also lediglich zur Bereitstellung entsprechender Datenmengen in Heim- oder kleinen Firmennetzwerken. Des Weiteren beschränkt Fantec das Gehäuse auf den Einsatz Fat32 formatierter Festplatten, um eine erhöhte Kompatibilität mit anderen Betriebssystemen zu gewährleisten. NTFS-Formatierte Platten werden im LAN-Betrieb nicht erkannt. Pluspunkte sammelt das Fantec Gehäuse jedoch durch die geschickte Umgehung der FAT32/4GB Problematik, wodurch auch einzelne über 4GB große Dateien auf der verwendeteten Festplatte gespeichert werden können.

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Externe Festplattengehäuse via USB gibt es wie Sand am Meer. Wir gehen daher in unserem Test nicht näher auf die USB-Anschlussmöglichkeit ein. Es sei nur kurz erwähnt, dass die Option zwar ein nettes und teils auch nützliches Gimmick ist. Wer aber ein USB Festplattengehäuse möchte, wird sicherlich auf andere und günstigere Varianten (evtl. auch aus dem Hause Fantec) zurückgreifen. Ein paralleler Anschluss von USB und LAN ist nicht möglich.

Die Webkonfiguration unter Windows XP gestaltet sich wie schon erwähnt äußerst einfach. Es stehen sieben Menüpunkte zur Auswahl:

Status

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Hier wird die aktuelle Arbeitsgruppe sowie der Netzwerkname des NAS konfiguriert, der FTP und Samba Service aktiviert oder deaktiviert und die Daten der verbauten Festplatte sowie der aktuellen Firmware angezeigt. Des Weiteren bietet das Gerät die Möglichkeit als DHCP Server zu fungieren, was in kleinen Netzwerken ohne entsprechenden Server oder Router durchaus seine Vorteile hat. Aktiviert man diese Option, vergibt das NAS angeschlossenen Geräten automatisch eine IP-Adresse.

IP-Config

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Hier kann die IP des NAS, sowie DNS, Gateway und Subnetmask manuell eingegeben werden.

Maintenance

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Hier kann sowohl die Firmware aktualisiert, als auch ein Software-Reboot eingeleitet werden. Des Weiteren kann man den Router hier auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

SMB-Server

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Hier werden die Lese-/Schreibrechte für die angelegten Ordner vorgenommen. Die Ordner können öffentlich freigegeben oder mit einem Passwortschutz versehen werden.

FTP-Server

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Hier werden die Benutzer angelegt, die per FTP Zugriff auf das NAS haben sollen. Auch hier kann mit Passwort verschlüsselt werden, um unerlaubten Zugriff aus dem Internet oder Netzwerk zu unterbinden.

UPNP AV Server

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Wer eine Microsoft XBOX 360 sein Eigen nennt, wird sich über dieses Gimmick sicherlich freuen. Es können in diesem Menüpunkt Ordner für die gemeinsame Nutzung von Photo- und Musikdateien freigegeben werden, um sie auf der XBOX zu öffnen.

Disk Utility

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Hier kann die verbaute Festplatte formatiert und auf Fehler gescannt werden. Sehr interessant ist auch der Sleepmodus, der die Festplatte nach entsprechend eingestellter Zeit in den Standbymodus versetzt. Dies spart nicht nur Strom, sondern schont auch Hardware und Ohren. Versucht man im Ruhemodus nun auf das NAS zuzugreifen, reaktiviert es sich etwas zeitverzögert. Bis wieder auf die Platte zugegriffen werden kann, vergehen ca. 10 bis 15 Sekunden, was wir aber als nicht weiter tragisch empfanden.

Ist das NAS zu unserer Zufriedenheit eingerichtet, kann es mit wenigen Klicks als Netzlaufwerk eingebunden werden. Die Bedienungsanleitung führt auch hier den wenig versierten Nutzer schnell ans gewünschte Ziel. Kritikpunkt hier: Die schriftlich beiliegende Bedienungsanleitung ist leider ein Mix aus deutschen und englischen Begriffen, so dass es ab und an etwas Fantasie bedarf, um das Gemeinte entsprechend zu deuten.

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Wichtig bei derartigen externen Speicherlösungen ist vorrangig die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Um diese zu Veranschaulichen haben wir uns drei Testverfahren ausgesucht, die im Privatbereich recht häufig vorkommen. Das wäre zum einen die Übertragung einzelner, großer Dateien (z.B. DVD-Filme) und zum anderen die Übertragung vieler kleiner Dateien (z.B. MP3-Sammlungen). Beides wurde via SMB-Protokoll übertragen, da sich dieses Verfahren als sehr einfach und leicht zu handhaben erwies. (sowohl im Lese- als auch im Schreibverfahren)

Des Weiteren kam die Übertragung via FTP von einzelnen, großen Dateien im Lese- und Schreibverfahren zum Einsatz. (z.B. Archive mit MP3-Alben, Filme, etc.) Die Leistungsaufnahme wurde mittels einem PSGI EG1000 Verbrauchs Messgerät gemessen. PSGI

Die Temperatur wurde mittels Aerogate II und entsprechendem Foliensensor an der Seite der Festplatte bei geschlossenem Gehäuse ermittelt. Die Lastzeit betrug 60 Minuten nach einer Stunde Idle-Betrieb. Bei der eingebauten Testplatte handelt es sich um eine Samsung HD501LJ T166 mit 500GB.

Das Netzwerk in dem getestet wurde, ist wie folgt aufgebaut:

fantec_testsys.jpg

1 – Level One 10/100/1000 Base-TX 8-port Gigabit-Switch GSW 0802T
2 – FRITZ!Box Fon WLAN 7170 (DHCP-Server)
3 – Onboard Realtek RTL8168/8111 PCI-E Gigabit Ethernet NIC
4 – ZyXEL NSA-220

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Leistungsaufnahme

ZustandLeistungsaufnahme
Ausgeschaltet
2W
Standby
7W
Leerlauf
15W
Last
17W
Peak (Spinup)
34W

Die Leistungsaufnahme dient hier nur als Richtwert, da sich die Ergebnisse beim Einsatz anderer Platten durchaus ändern können. Gut erkennbar, dass sich der Ruhemodus auf Dauer durchaus als nützlich erweist. Lediglich die zwei Watt im ausgeschalteten Zustand hinterlassen einen faden Nachgeschmack.

Geschwindigkeit via SMB Protokoll:

Anzahl DateienVolumenLesenSchreiben
1
4.492.928kb
6.880kb/s
8.950kb/s
700
2.618.890kb
6.664kb/s
8.586kb/s

Das wohl am häufigsten eingesetzte Protokoll für derartige Storagelösungen in gemischten Netzwerken schwächelt aufgrund des Datenaufwandes ein wenig. Dennoch erreichten wir Geschwindigkeiten, die für ein 100mbit Netzwerk durchaus als sehr gut zu bezeichnen sind.

Geschwindigkeit via FTP Protokoll:

Anzahl DateienVolumenLesenSchreiben
1
4.492.928kb
8.511kb/s
9.976kb/s

Hier profitiert das H35NSU2 ganz klar von dem schlanken FTP-Protokoll. Von theoretisch Möglichen 12.800 kb/s erreichten wir hier eine Schreibgeschwindigkeit von 9.976 kb/s was üppigen 78% entspricht. Wenn man bedenkt, dass bei älteren IDE/NAS Systemen nur 3 bis 4MB/s möglich waren, ist das schon ein gewaltiger Leistungssprung, den Fantec hier erzielen konnte.

Messung via Sisoft Sandra XII:

- Durchschnittliche Latenz : 134 µs
- Min/Max Latenz : 130 µs / 180 µs
- Geschwindigkeit : 9838 kB/s (80593 kbit/s)

Auch Sandra bestätigt unsere Messungen und quittiert dem Fantec H35NSU2 eine atemberaubende Performance!

Messungen via ATTO:

fantec_atto.jpg

Lediglich ATTA schlägt etwas nach unten ab. Dies ist aber nicht weiter verwunderlich, da hier lediglich winzige Datenblöcke hin und her jongliert werden.

Temperaturen & Lautstärke:

Bei der Kühllösung sind wir geradezu fasziniert! Nach einer Stunde Leerlauf und anschließender, exzessiver Kopieorgie über 60 Minuten hinweg konnten wir eine maximale Temperatur von 45°C ermitteln. Lässt man das NAS kurze Zeit in Ruhe pendelt sich die durchschnittliche Temperatur bei 37°C ein. Die Raumtemperatur betrug bei den Messungen 23°C. In Anbetracht des komplett geschlossenen Gehäuses, welches auch der Geräuschdämmung zuträglich ist, dürfen wir hier schon nahezu von Referenzklasse bei den Passivkühllösungen sprechen.

Einziges Manko: Vibrationen werden trotz der recht weichen Gummifüße ungehindert an den Untergrund weitergegeben. Eine Moosgummiunterlage oder ein altes Schumstoffmauspad kann hier aber kostengünstig Abhilfe schaffen.

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Das Fantec LD-H35NSU2 bietet für ein kleines Heim- oder Firmennetzwerk eine ausgezeichnete Leistung zum ansprechenden Preis. Der voraussichtliche Endkundenpreis beträgt laut Hersteller 74,90 EUR und liegt somit auf dem selben Niveau wie die meisten älteren IDE-NAS, welche deutlich leistungsschwächer zu Werke gehen. Ein großes Lob gilt vor Allem dem Kühlkonzept, welches das SATA-NAS auch für Silencer attraktiv macht. Der Lieferumfang ist ausreichend und die Installation ein Kinderspiel. Der Einsatz eines Open Source OS wäre jedoch das viel zitierte „Tüpfelchen auf dem I“ gewesen.

award_1gold.jpg

Kurzum: Mit dieser Storage-Lösung ist Fantec ein großer Wurf gelungen, der eine absolute Kaufempfehlung wert ist!

Links:
Diskussion in unserem Forum
Hersteller

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