Silenthardware-Feed abbonieren

NZXT Duet HTPC Case

Einleitung

560_nzxt.jpg

Ein hektischer Blick auf die Uhr, in 5 Minuten fängt das Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga im TV an und man ist noch immer auf der Autobahn. Aufnehmen müsste man das Spiel können…und dann noch während der Aufnahme gucken. Zu Hause angekommen, wird sich darüber schlau gemacht, wie man dies bewerkstelligen kann. Festplattenrecorder sind in großer Vielfalt vorhanden, aber wer will schon halbe Sachen machen?! Ein Media-PC, auch HTPC genannt, muss her. Dank diverser Guides im Internet ist die stromsparende Hardware schnell ausgewählt, nur beim Gehäuse schwankt der geneigte Media-PC-Käufer. Edel soll es sein, aber nicht zu teuer. Es soll sich nicht vom bereits vorhandenen Hifi-Rack abheben. Große Lüfter soll es haben und ein Full-ATX-Mainboard soll auch noch verbaut werden. Ein schwieriges Unterfangen und schon schrumpft die große Auswahl an HTPC-Gehäusen zusammen. Mit guten 80€ schickt NZXT das „Duet“ in genau dieses Feld – alle oben genannten Eigenschaften treffen auf den ersten HTPC-Sprössling aus dem Hause NXZT zu. Heute werden wir uns ansehen, ob nicht nur die Eigenschaften sondern auch die Verarbeitung in der oberen Liga mitspielen.

An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Caseking für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Testmusters bedanken. Das NZXT Duet HTPC Case ist ab sofort bei Caseking erhältlich.

–~~~~~~~~~~~~–

Der Lieferumfang fällt nicht wirklich groß aus. In einem Plastiktütchen innerhalb des Gehäuses sind nur die vier variabel klebbaren Gummifüße, die Halteschienen für die 5,25“-Laufwerke, diverse Schrauben, eine Art Status-LED sowie die obligatorische Montageanleitung vorhanden. Hausmannskost also, auch wenn die variabel montierbaren Füße eine nette Idee sind.

Details:

- Maße: 370 x 455 x 148 mm
- Material: Body (SECC), Front (Aluminium)
- Mainboard: ATX, Micro ATX
- Frontanschlüsse: 2x USB2.0, 1x IEEE 1394 FireWire, 1x MIC-IN
- Lüfter: 2x 80mm Rückseite, 1x 80mm (unter dem Netzteil optional), 2x 120mm Seitenwände (optional)

Lieferumfang:

- Montagematerial
- Gummifüße zur individuellen Montage (je nach Aufstellvariante)
- Laufwerksschienen zur schnellen Montage der 5.25″ Laufwerke

–~~~~~~~~~~~~–

Die Frontblende

Auf den ersten Blick wirkt das Duet sehr hochwertig und deutlich hübscher, als es die Produktfotos des Herstellers oder der Online-Shops vermuten ließen. Besonders die Aluminium-Front wirkt im Gegensatz zu den „professionellen“ Fotos sehr viel edler und erinnert kaum noch an Plastik.

Auf der linken Seite befindet sich zum einem die Erweiterungsportblende, hinter der sich der übliche Anschluss-Standard mit 2 USB-Anschlüssen, Anschlüssen für Kopfhörer und Mikrofon und ein Firewire-Port verbergen, sowie der ebenfalls aus Aluminium gefertigte Power-Button.
Erfreulicherweise haben Power-Button und Erweiterungsport-Blende einen angenehmen Druckpunkt, obwohl letztere nicht ganz so hochwertig wie die sonstige Front wirkt – hier klappert es etwas im geöffneten Zustand.

Durch eine Kerbe an der Oberseite lässt sich die mit Magneten gehaltene Klappe öffnen, die geschickt den oft unschönen Blick auf Laufwerke o.Ä. verhindert. Als besonderes Feature ist hier hervorzuheben, dass der Öffnungsmechanismus ein Zahnrad besitzt, welches nach dem Überwinden des Magnetdruckpunktes für ein sanftes Öffnen der Klappe ohne zutun des Users sorgt. Neben zwei 5,25“- und einem 3,5“-Einschüben, findet auch der Reset-Button hinter der silbernen Front seinen Platz.
Optisch getrennt wird die zwei Drittel der gesamten Front einnehmende Klappe vom Rest der Front durch einen halbdurchsichtigen schwarzen Plastik-Streifen, hinter dem im Betrieb die Power- und Festplatten-LED leuchtet.
Entfernen lässt sich die gesamte Front mit einem kräftigen Ruck an der dafür vorgesehen Kerbe an der linken Seite, die bei Nicht-Gebrauch von einer kleinen Klappe verdeckt wird.

Insgesamt macht die Front einen sehr edlen und vor allem aufgeräumten Eindruck, so dass dem einheitlichen Look im Wohnzimmer nichts entgegensteht.

Seitenteile und Rückseite

Die mit schwarzem (oder silbernem, je nach Version) Klavierlack überzogenen Stahl-Seitenteile unterstreichen das edle Erscheinen des Gehäuses und passen optimal zu der edlen Aluminium-Front. Leider wiesen die Seitenteile nicht die Stabilität auf, die wir uns von Stahl-Seitenteilen erhofft hatten – zu leicht lassen sie sich (auch wenn nur geringfügig) bewegen.
Durchbrochen wird der einheitliche Look der Ober- und Unterteile nur durch zwei 10×10cm große Lüftungslöcher sowie jeweils zwei kleiner Erhebungen zur einfacheren Öffnung der Ober- und Unterwände. An den Seiten befinden sich jeweils in der Mitte ein 12×12cm großes Loch, die die Hoffnung aufleben lassen, in dem kleinen Media-Gehäuse geräuscharme 120mm-Lüfter verbauen zu können – berechtigte Hoffnungen, wie sich später herausstellten soll.

An der Hinterseite findet sich Hausmannskost: die obligatorische ATX-Blende, die Verblendungen für die PCI-Slots und der nach hinten verlegte Stromanschluss, da das Netzeil nicht wie üblich an der Rückseite sondern hinter der Front seinen Platz findet. Erwähnenswert ist allerdings, dass an der Rückseite nicht wie für HTPC-Gehäuse üblich 60mm-Lüfter, sondern in der Regel leisere 80mm-Lüfter verbaut werden. Besonders für einen Lüfteraustausch ist dies sehr erfreulich, da die Auswahl an 80mm-Lüfter sehr viel größer als die für kleine 60mm-Lüfter ist.
Soweit zum Äußeren – wenden wir uns den inneren Werten zu.

–~~~~~~~~~~~~–

Nach dem Öffnen der linken Seitenwand (bzw. bei liegendem Aufbau der oberen Seite) durch zwei handelsübliche Schrauben (Rändelschrauben hätten es hier deutlich angenehmer gemacht), erkennt man bei Auslieferungszustand eine kleine Tüte mit den nötigsten Dingen sowie der Montageanleitung.
Das gesamte Gehäuse ist innen aus grauem Stahl gefertigt, was zwar nicht so hübsch wie glänzendes Aluminium aussieht, trotzdem aber durch gute Qualität ohne scharfe Kanten oder andere Verletzungsgefahren zu überzeugen weiß.

Gut erkennbar sind außerdem die beiden 80mm-Lüfter, die Laufwerksschächte für externe Laufwerke sowie die Montagemöglichkeit des Netzteiles. Nach genauerem Hinsehen erkennt man bei senkrechter Aufstellung den internen 3,5“-Schacht, der natürlich den Platz für eine Festplatte birgt. Die beiden rückseitig blasenden Lüfter sind jeweils mit nur 2 Schrauben an einem Plastikpanel befestigt, das danach im Gehäuse eingehakt und mit zwei Schrauben fest mit diesem verbunden wird. Für Ultra-Silencer sei an dieser Stelle gesagt, dass das Entkoppeln der Lüfter auf herkömmlichen Wege ohne großen Bastelaufwand durch handelsübliche Gummislicks nicht möglich ist – die Lüfter halten zwar, sind aber danach so wackelig, dass sie mehr Geräusche als mit Schraubenmontage erzeugen.
Eine interessante Idee ist, dass NZXT auf den 5,25“-Schächten Moosgummi-Buttons befestigt hat, so dass die Übertragung von Vibrationen der Laufwerke auf die Seitenwand vermindert wird. Vermieden werden sie natürlich nicht, da noch genug Kontakt zur Seitenwand vorhanden ist, so dass es nur bei einer guten Idee bleibt.
Bei einem Blick auf die PCI-Slots stellt man zum einen fest, dass sie sehr nah an der Oberseite liegen (Grafikkartenkühler, die mehr als einen Zentimeter über das PCB der Karte hinausragen, passen definitiv nicht!), zum anderen, dass nur der Slot an dem potentiell die Grafikkarte liegt, wieder verwendbar ist – alle anderen werden einmal heraus gebogen (und hinterlassen scharfe Kanten) und müssen bei eventueller Umpositionierung der entsprechenden Karte geöffnet bleiben.

Das Öffnen der rechten Seitenwand gibt die Sicht auf den Mainboardschlitten und eine Plastikhalterung für einen 80mm-Lüfter frei. Dieser soll laut NZXT für die Abführung der Wärme oder der warme Luft des Netzteiles sorgen soll. Wie dies durch die direkt darüber befindliche Stahlwand erreicht werden soll, bleibt wahrscheinlich das Geheimnis des Herstellers.

Nun kommen wir zum wohl interessantesten Teil des Testes – dem Einbau der Hardware.

–~~~~~~~~~~~~–

Beflügelt von der guten Qualität des Gehäuses, machten wir uns an den Einbau der Hardware. Verbaut wird folgendes System:

- CPU: AMD Athlon 64 3200+
- CPU-Kühler: Arctic Cooling Freezer 64 LP
- Grafikkarte: XFX 7600 GS
- Mainboard: Asus A8N SLI Premium (NB durch HR-05 SLI gekühlt, SpaWas durch den Kühlkörper der originalen Heatpipe)
- RAM: 2 x 1GB MDT-Ram
- HDD: Samsung P120 250 GB
- Netzteil: BeQuiet Dark Power Pro 430W (Lüfter durch einen Yate Loon D12SL-12 ersetzt)
- Diverses: Audigy-2-ZS-Soundkarte, 3,5″-Lüftersteuerung, DVD-Brenner Plextor PX-740A

Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Gehäuse entschieden wir uns zuerst für den Einbau des Mainboards. Die ATX-Blende konnte zwar erst nach Entfernen des Lüfterpanels montiert werden, aber spätestens nachdem die Abstandshalter montiert wurden und das Mainboard mit den in der Anleitung gezeigten Schrauben montiert werden sollte, verschlechterte sich die Laune etwas – die Schrauben passten schlichtweg nicht. Erst nachdem man den anderen (und nicht den in der Anleitung gezeigten) Typ verwendete, ließ sich das Mainboard problemlos befestigen. Ein zweites Schockmoment erlebte man bei der enormen Höhe des Thermalright HR-05 SLI – nur sehr knapp lässt sich der Deckel schließen, mehr Höhe ist nicht zu empfehlen!

Da auch ein Netzteil mit Kabelmanagement in dem Gehäuse recht viel Platz wegnimmt, entschlossen wir uns zuerst die Festplatte, das Laufwerk und die Lüftersteuerung zu montieren. Ersteres ließ sich problemlos bewerkstelligen und auch der DVD-Brenner ließ sich dank Schienensystem problemlos montieren (obwohl die Methode etwas wackelig wirkt). Die Lüftersteuerung ließ sich eher schwieriger befestigen, da zu einem pro Seite nur eine Schraube verwendet werden konnte (was die Lüftersteuerung extrem wackelig macht), zum anderen die Schrauben nur schräg fixiert werden konnten. Doch auch diese Hürde wurde problemlos gemeistert, obwohl die Lüftersteuerung etwas nach innen gerückt montiert werden muss, da die Frontklappe bei über 0,4cm Überstand das Schließen verweigert.

Nun wandten wir uns dem Netzteil zu.
Erste Anprobe: Ein Anschluss kollidiert mit dem HR-05 SLI, Montage unmöglich. Also den HR-05 SLI andersherum montiert, was allerdings dazu führte, dass die Grafikkarte einen Slot nach unten wandern musste, was wiederum zu Folge hat, dass sie sehr nah an der Soundkarte liegt, so dass sie sehr wenig Luft zum Atmen hat – höhere Temperaturen sind hier vorprogrammiert. Nachdem auch dieses Hindernis überwunden war, stellte man fest, dass man von den vorgesehenen vier Netzteilschrauben nur zwei ohne Magnetschraubenzieher benutzen kann – da wir keinen besaßen, musste sich unser Netzteil mit zwei Schrauben begnügen, was zwar für Testzwecke kein Problem darstellt, für den Dauereinsatz aber zu wackelig sein wird (besonders, wenn der HTPC das eine oder andere Mal bewegt werden soll)

Die Montage des Netzteiles erfolgte natürlich nach Entfernen der Frontpartie, so dass man die volle Sicht auf alle Kabel und Anschlüsse hatte.
Nun zum nahezu schwierigsten Teil der ohnehin nicht wirklich einfachen Montage: dem Verkabeln.

Wie zu erwarten, war es in so einen kleinen Gehäuse kaum einfach und schön die Kabel zu verstecken, aber wir hatten durchaus Schlimmeres erwartet. Mit ein wenig Bedacht und dem Grundsatz, jedes Kabel erst einmal unter den Mainboardschlitten zu kleben, lässt sich ein recht hübsches Kabelbild erreichen. Ein Netzteil mit Kabelmanagement ist natürlich absolute Pflicht und auch eine Lüftersteuerung, um die lästigen Lüfterkabel nicht auf dem Mainboard zu haben, ist hilfreich. Interessant ist, dass sich die Verwendung von IDE-Rundkabeln diesmal nicht als empfehlenswert erweist – mit einem normalen IDE-Kabel ist man deutlich besser beraten. Zusätzlich ist es zu vermeiden, ein zweites 5,25“-Laufwerk einzubauen, da man sonst einige Kabel kaum verstecken kann.

Eine herbe Enttäuschung erlebten wir bei der Verkabelung der HDD-LED – der Stecker passte schlichtweg nicht auf unser Mainboard (die Pole lagen nicht direkt nebeneinander, sondern mit einem Pin Entfernung zueinander).

Nachdem man alles verkabelt hatte, konnte der Spaß auch schon losgehen und man konnte den HTPC in den Betrieb nehmen.

–~~~~~~~~~~~~–

Nach der oben beschriebenen Montage, freut man sich endlich, den HTPC in Betrieb zu nehmen. Die erste Ernüchterung folgt sofort, die Festplatte ist sehr laut und auch in 4m Entfernung noch deutlich zu hören – leisere Lieder oder Stellen eines Filmes werden beim Nachladen so zur Tortur. Die mitgelieferten Lüfter verrichten ordentlich ihr Werk, fallen aber im gesamten Regelbereich durch ein dumpfes Brummen auf. Trotzdem sind die Lüfter noch als leise zu bezeichnen und können durchaus weiterverwendet werden. Vibrationen der Lüfter waren aufgrund des Laufgeräusches der Festplatte natürlich auch nicht wahrzunehmen. Da die restlichen Komponenten persönlich ausgewählt wurden, bleibt nichts mehr zu Lautstärkeentwicklung zu sagen. Die Temperaturen von Grafikkarte und CPU sind nicht mit vorherigen Werten zu vergleichen und werden daher nicht genannt. Nur die Festplatten-Temperaturen können verglichen werden. 40°C sind zwar noch vertretbar, aber wenn man bedenkt, dass die HDD in einer selbstgebauten Bitumenbox im Luftstrom bessere Temperaturen erreicht, sollte man die Positionierung der HDD noch einmal überdenken – sie ist alles andere als optimal.

Zur besseren Übersicht sind hier noch einmal alle Inkompatibilitäten zusammengefasst:

- CPU- und Chipsatzkühler über 11cm Höhe passen nicht!
- Grafikkartenkühler, die mehr als 11,5cm über dem Mainboard aufbauen, passen nicht! (Im Feedback-Thread stellte sich heraus, dass die ursprüngliche Angabe nicht sinnvoll war)
- HDD-LED passt nicht auf Mainboards, bei denen die Pol-Pins nicht direkt nebeneinander stehen!
- Lüftersteuerungen, die mehr als 0,4cm über ihre Blende hinaus stehen, passen nur, wenn sie weiter nach innen montiert werden!

–~~~~~~~~~~~~–

Mit den Duet liefert NZXT solide und gute Arbeit ab. Das Gehäuse ist gut, aber nicht erstklassig verarbeitet – auch der Lieferumfang ist ausreichend, aber nicht umfangreich. Die mitgelieferten Lüfter sind auf einem ordentlichen Niveau und können durchaus weiterverwendet werden. Es sind die Detailschwächen, die dem Gehäuse eine durchweg positive Bewertung verwehren – falsche Bebilderung in der Anleitung und viele kleine Inkompatibilitäten verderben einem schnell den Spaß beim Einbau.
Wer ruhigerer Natur ist und das nicht stört, bekommt mit dem NZXT Duet ein hübsches HTPC-Gehäuse mit netten Ideen, geringer Geräuschkulisse (von der Festplatte einmal abgesehen), voller ATX-Kompatibilität, gut möglichem Kabelmangement und vor allem zu einem sehr günstigen Preis.

Links
Diskussionsthread in unserem Forum
Herstellerwebseite

Social Bookmarking:
  • Print this article!
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Diigo
  • Identi.ca
  • MySpace
  • Twitter
  • Webnews.de
Vorherige Seite Nächste Seite