SilverStone Sugo SG02
Autor: Hartmut Massny
Einleitung
Nachdem sich PCs von der grauen Office-Kiste zu leuchtenden und blinkenden Spiele- und Multimediasystem entwickelt hatten, wurden die Stimmen nach einem Rechner laut, der sich eher unauffällig neben den Fernsehr ins Wohnzimmer gesellt.
Und wäre es nicht schon schwer genug ein kleines, unauffälliges Gehäuse für diesen Einsatz zu finden, so muss das in unseren Einsatzfall nicht nur dem WAF entsprechen, sondern auch leise sein.
Ob das Silverstone SG02 Sugo diesen gehobenen Ansprüchen gerecht werden kann, wollen wir mit diesem Test klären.
An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei MR Comptertechnik / ichbinleise für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des SilverStone Sugo SG02 bedanken. Das Gehäuse ist ab sofort bei ichbinleise erhältlich.
Das Sugo kommt in einem ansprechenden Hochglanzkarton. Dort sind beide Gehäusevarianten (weiß und schwarz) und die technischen Daten abgebildet.
Technische Daten
- Typ: SFF (Small Form Factor)
- Mainboard: µATX
- Laufwerke: 2x 5.25″ (extern), 2x 3.5″ (intern)
- Material: Aluminium, Kunststoff (Front)
- Lüfteröffnungen: 3x 80mm (Deckel, Heck, Festplatte)
- 4 Steckplätze
- Frontanschlüsse: 2x USB 2.0, 1x Firewire, Audio
- Abmessungen: 212 x 270 x 393 mm (HxBxT)
- Gewicht: 2.6 kg
Der Karton ist relativ groß für die Ausmaße des Gehäuses selbst, doch beim Anhaben trifft einen fast der Schlag. Ein so großer Karton, der so leicht ist, kann da überhaupt was drin sein? Und ja, das Sugo ist tatsächlich noch drin. Und beim Gewichtsvergleich leerer Karton gegen das Sugo, hat der Karton eindeutig das Nachsehen: Das Gehäuse ist leichter!
Lieferumfang
- Kurze Installationsanleitung in sieben Sprachen (inkl. Deutsch)
- Mainboardblende
- Ausreichend Befestigungsmaterial
- 80mm Silverstone Silentmatic (SFA8025MS-12A)
Nach Abstreifen der Schutzhülle kommt noch eine Schutzhülle zum Vorschein: Die empfindliche Front wird noch mit einer extra-Folie gegen Kratzer geschützt. Man kann sie sich wie die alten iPods bzw. das Gehäuse eines MacBooks vorstellen. Sehr stylisch, aber auch ziemlich kratzempfindlich.
Im unteren Drittel der Front befindet sich ein spiegelnder Streifen, den jede Frau gerne als Makeupspiegel missbrauchen würde. Diesen Teil der Front kann man runterklappen und findet dort die Frontanschlüsse, die LEDs und den Reset-Schalter. Diese Klappe fadet sehr elegant runter und wird magnetisch sicher geschlossen gehalten.
Auffallend sind die vielen Luftöffnungen. Ein luftiges Heck, die Seiten sind von vorne bis hinten in der unteren Hälfte komplett gelöchert und auf dem Deckel sind zwei Öffnungen, die die Größe eines 80mm-Lüfters haben. Zu wenig Luft bekommt die Hardware in diesem Gehäuse auf jeden Fall nicht.
Schön sind die HiFi-Füße. Sie passen zum hochwertigen Gesamtkonzept und sind mit Schaumstoff entkoppelt. So werden leichte Schwingungen des Gehäuses nicht auf den Boden/das Hifi-Rack übertragen.
Auch der am Rand versteckte Power-Knopf ist ein nettes Detail. So bleibt die Front frei von jeglichen Knöpfen.
Nach dem Entfernen des Gehäusedeckels kommt eine raue Alulandschaft zum Vorschein. Es erwartet einen kein glänzendes Alu, auf dem man jeden Touchfleck sieht, sondern ein wertig wirkendes aufgerautes Alu. Und das tut dem Innenraum auch wirklich gut.
In der Mitte stabilisiert eine Strebe aus Stahl das Gehäuse. An ihr befestigt sind die Front und das Heck, die Lüfterhalterungen für Mainboard und Grafikkarte und der Laufwerkskäfig für optische Laufwerke.
Der Festplattenkäfig ist mit einem Silverstone Lüfter bestückt, der mit einem Vier-Pin-Stecker direkt ans Netzteil angeschlossen werden kann. Leider ist mit diesem Stecker nur ein Betrieb an 12V möglich. Und dieser ist für Silencer nicht geeignet.
Auffallend sind die doch recht ordentlichen Kabellängen der Frontanschlüsse. Damit ist gewährleistet, dass wirklich bei jedem Mainboard die Verlegung einfach und ordentlich erfolgen kann.
Die Demontage der einzelnen Teile des Innenraums ist einfach. Bis auf den Laufwerksschacht für optische Laufwerke kann jedes Element mit ein paar Schrauben demontiert werden. Dies erleichtert den Einbau sehr.
Alle für ein Micro-ATX-Board benötigten Verschraubungen sind schon vormontiert, das Board kann also gleich eingebaut werden. Auch der restliche Einbau gestaltet sich überraschenderweise erstaunlich einfach. Man kommt überall leicht ran, einzig der Platz verhindert, dass alle Kabel wirklich perfekt verlegt werden können.
Der Festplattenkäfig ist leider nicht entkoppelt, Schwingungen der Festplatte werden also ungefiltert an das Gehäuse als Resonanzkörper abgegeben.
Der Einbau eines Towerkühlers kann ohne Modifizierungen (Netzteil außerhalb des Gehäuses platzieren) nicht bewerkstelligt werden. Dafür ist die Position des Netzteils für Standardkühler ideal. Die Hitze des Prozessors kann direkt durch das Netzteil abgeführt werden.
Die LEDs der Front sind ziemlich hell, doch bei hochgeklappter Frontklappe bleibt von dieser Helligkeit nur noch ein angenehmes Leuchten übrig. Die saubere Optik der Front weiß dadurch zu gefallen.
Das Silverstone SG02 Sugo ist nicht nur ein hochwertig verarbeitetes Gehäuse, auch der WAF überzeugt, denn aus einem Anfangs säuerlichen “Schatz, wofür hast du denn diesmal das Geld zum Fenster hinausgeworfen?” wird ein: “Oh, das ist ja schick!”.
Bei Gehäusen dieser Größe muss man Kompromisse eingehen. Die Montage eines Towerkühlers wird ohne Modifikationen nicht klappen. Auch die Möglichkeit einen 120mm-Lüfter zu montieren sucht man leider vergebens. Doch die Positionierung von langsam drehenden 80mm-Lüftern an Hotspots kann auch da Abhilfe schaffen.
Es muss jeder selbst entscheiden, ob er für dieses wahrlich schöne Gehäuse ein paar Kompromisse eingehen will und bei ein paar Schwächen des Gehäuses die Augen zudrücken kann.
Eine Empfehlung der Redaktion ist dieses Gehäuse dank der hochwertigen Verarbeitung, der Optik und des geringen Gewichtes allemal.
Positiv
- Schickes Design mit dem Sinn für Kleinigkeiten
- Hochwertige Verarbeitung
- Cleane Front mit “verstecktem” Powerschalter
- Entkoppelnde HiFi-Füße
- Extrem geringes Gewicht
Negativ
- Keine Montage von 120mm-Lüftern möglich
- Mitgelieferter 80mm-Lüfter (kein 3-Pol-Stecker)
Links
Diskussionsthread in unserem Forum
Herstellerwebseite
Info zum Beitrag
geschrieben am Mittwoch, den 17. Oktober 2007 um 22:02 Uhr
Kategorie(n): Gehäuse
Tags: 80mm Lüfter, HTPC, SG02, SilverStone, Sugo




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