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Thermalright HR-03 Plus & HR-11

Einleitung

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Einige Zeit ist nun schon ins Land gezogen, seit wir den ersten Grafikkartenkühler der High-Riser Serie, den HR-03, bei uns im Test hatten. Damals konnte dieser sich mit weitem Abstand vor der Konkurrenz platzieren und war dem entsprechend erfolgreich. Die Zeit ist allerdings nicht stillgestanden. In der Zwischenzeit erblickten neben neuen Kühlern natürlich auch neue Grafikkarten das Licht der Welt. Unter Anderem brachte nVidia vor ungefähr einem Jahr seine neuen High-End Pixelbeschleuniger der GeForce 8800er Serie auf den Markt. Diese waren nicht nur leistungsmäßig auf Platz eins, sondern konnten auch einen neuen Rekord in Sachen Stromaufnahme und Abwärme für sich verbuchen. Zudem kam es dazu, dass aktuelle Kühler, der Thermalright HR-03 mit eingeschlossen, nicht mehr kompatibel zu der neuen Generation waren. Thermalright unterzog allerdings kurzerhand seinen neuesten Spross einer Frischzellenkur und erweiterte diesen dabei nicht nur um eine angepasste Halterung, sondern auch um zwei weitere Heatpipes. Mit dem Postfix „Plus“ bewaffnet startet der Thermalright HR-03 Plus seinen Einzug in die Läden und wir sind gespannt wie gut oder schlecht er heute in unserem Test abschneidet.

Und für diejenigen, die nach noch mehr Möglichkeiten suchen um die Kühlleistung zu steigern, für die hat Thermalright noch eine kleine Besonderheit im Petto. Angelehnt an den HR-10, welcher dem Thermalright IFX-14 CPU-Kühler beiliegt, bringt Thermalright nun eine abgewandelte Version in Forme des HR-11 heraus, wobei Letzterer diesmal auf Grafikkarten sein Zuhause findet. Beides sind sogenannte Backside-Kühler, deren Funktion und Nutzen zugegebenermaßen nicht ganz unumstritten ist und von vielen angezweifelt wird. Ob dies gerechtfertigt ist, das möchten wir hier und heute in diesem Test herausfinden.

An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei PC-Cooling für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Thermalright HR-11 Testmusters bedanken. Der Kühler ist ab sofort bei PC-Cooling.de erhältlich.

Update: Dieses Review wurde am 11.2.2008 noch einmal überarbeitet, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass hier eher Gehäuselüfter mit niedrigerer Umdrehungszahl verwendet werden. Da die Temperaturwerte doch sehr von unserem vorherigen Test abwichen, wurden diese ersetzt. In diesem Zuge wurden die alten Bilder auch gleich gegen ästhetischere Bilder ausgewechselt.

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Lieferumfang

  • Montagematerial
  • Thermalright Aufkleber
  • Lüfterklammern für 92mm Lüfter
  • 12 Aluminium-Speicherkühler in verschiedenen Höhen
  • 4 Aluminium-Mosfetkühler
  • Kühlkörper für NVIO-Chip
  • Tube Silikon Wärmeleitpaste
  • englische, bebilderte Montageanleitung


Technische Daten

  • Hybrid-Heatpipe-Grafikkartenkühler
  • sechs 6mm Heatpipes
  • Abmessungen: 156mm x 133mm x 38mm (B x T x H / ohne Lüfter)
  • Gewicht: 410g (ohne Lüfter)
  • Lüfter: ein 92mm Lüfter (optional)

Der Kühler im Detail

Der Thermalright HR-03 Plus erreichte uns, wie hätten wir es auch anders erwartet, in einer für Thermalright typischen schlichten, braunen Pappschachtel. Diese ist bis zum Rand mit passgenau zugeschnittenem Schaumstoff ausgepolstert und beugt so einer Beschädigung durch unsachgemäßen Transport sehr gut vor. Zum Kühler gesellt sich noch ein kleines Schächtelchen, welches die nötigen Montagehalterungen, kleine Kühlerkörper für weitere Bauteile, eine Tube Silikon-Wärmeleitpaste sowie die Montageklammern für einen 92mm Lüfter beinhaltet. Ein Lüfter liegt nicht bei, die Qual der Wahl überlässt Thermalright dem Kunden.

Optisch ähnelt der Thermalright HR-03 Plus sehr dem Vorreiter. Kein Wunder, denn die Plus-Version verwendet die gleichen Lamellen und auch der Aufbau ist der Selbe. Der große Unterschied findet sich aber sofort bei den Heatpipes. Waren es vor einiger Zeit noch vier, sind es nun sechs an der Zahl. Bei der Qualität wurden allerdings keinerlei Veränderungen gemacht. Wie auch die Lamellen wurde die ausgezeichnete Qualität vom Vorgänger übernommen. Alle Teile sind exakt gefertigt und besitzen keine scharfen Kanten. Zudem wurde alles auf Hochglanz poliert und man hat sofort das Gefühl etwas Wertvolles in der Hand zu halten. Die Heatpipes wurden sauber mit den Lamellen und mit dem Kühlerboden verlötet. Um das Gewicht nicht unnötig in die Höhe zu treiben sind die Lamellen aus Aluminium, wohingegen die Heatpipes und der Kühlerboden aus Kupfer bestehen um eine schnelle Wärmeaufnahme zu gewährleisten. Zwecks einheitlicher Optik wurden diese vernickelt, was auch einer Oxidation selbiger vorbeugt. Aufgrund zweierlei Montagemöglichkeiten ist die Bodenplatte auf beiden Seiten plan gefräst und poliert. Durch den Fräsvorgang weist der Boden allerdings noch feine Riefen auf, welche die Kühlleistung aber in keinster Weise beinträchtigen sollten.

Wie gesagt, der Aufbau ist identisch mit dem HR-03. Von der Bodenplatte, welche bedingt durch die zwei zusätzlichen Heatpipes und des großflächigen Heatspreaders des G80, etwas an Größe gewonnen hat, nehmen die U-förmigen Heatpipes die Wärme auf und leiten sie zu den insgesamt 34 Lamellen weiter. Dabei sind die Heatpipes über die ganze Fläche verteilt um so eine gleichmäßige Verteilung der Wärme zu erreichen. Ein montierter 92mm Lüfter transportiert dann die abgegeben Wärme der Lamellen weg. Der Lamellenabstand ist dabei recht großzügig gewählt, damit auch langsam drehende Lüfter für eine ausreichende Belüftung des Kühlkörpers sorgen. Von einem passiven Betrieb wird seitens Thermalright, aufgrund der hohen Wärmeentwicklung der GeForce 8800er Karten aber abgeraten. Da der Kühler selbst weder RAM noch Mosfets mitkühlt, liegen hierfür kleine Kühlerchen mit selbstklebenden Wärmeleitpads bei und ein etwas größerer Kühler für den NVIO Chip.

Montage

Auch bei der Montage hat sich nicht viel verändert. Der schwerste Teil ist hierbei die Demontage des Originalkühlers. Nachdem man die Karte gründlich gesäubert hat, werden als Erstes die kleinen selbstklebenden Kühlerchen aufgeklebt. Hierbei sollte man darauf achten, dass zwei verschiedene Speicherkühler beiliegen, mit verschiedenen Höhen. Ist das geschafft wird der NVIO Chip dünn mit Wärmeleitpaste bestrichen und der vorgesehene Kühler aufgesetzt.

Dann kann endlich der HR-03 Plus seinen Platz einnehmen. Je nach Platzverhältnissen kann man ihn entweder oberhalb oder unterhalb der Grafikkarte montieren. Wir haben uns für die Montage unterhalb entschieden. Die Montage wird in der beigelegten Anleitung recht gut beschrieben und sollte schnell von der Hand gehen. Durch die Verwendung von Rändelschrauben ist kein Werkzeug von Nöten. Der Lüfter wird einfach mit den mitgelieferten Klammern fixiert. Ist der HR-03 Plus unterhalb der Karte montiert, so gönnt sich dieser mit Lüfter ganze drei Slots.

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Lieferumfang

  • Montagematerial
  • englische, bebilderte Montageanleitung


Technische Daten

  • Hybrid-Heatpipe-Grafikkartenkühler
  • zwei 6mm Heatpipes
  • Abmessungen: 98mm x 124mm x 104mm (B x T x H)
  • Gewicht: 150g (ohne Lüfter)

Der Kühler im Detail

Wie schon der Thermalright HR-03 Plus erreicht uns auch der HR-11 in einer der einheitsbraunen Kartonagen. Nur der große, schwarze Schriftzug auf der Seite verrät uns den Inhalt. Wieder einmal ist der Kühler vollkommen von Schaumstoff umschlossen, wodurch etwaigen Beschädigungen wirkungsvoll entgegengewirkt wird. Neben einer einfachen und bebilderten Anleitung in schwarz/weiß finden wir noch ein mit Schrauben gefülltes Säckchen in einer getrennten Kammer im Schaumstoff. Einen Thermalright-Aufkleber suchen wir diesmal vergebens. Ingesamt fällt der Inhalt diesmal eher spärlich aus.

Der Kühler wurde überwiegend für einen (semi-)passiven Betrieb entwickelt und dementsprechend großzügig wurde der Abstand der Lamellen gewählt. Zusätzlich sind diese perforiert, damit die Luft bei sehr geringem Luftstrom besser zirkulieren kann und sich nicht zwischen den Lamellen staut. Auch für diesen Kühler werden nicht extra eigene Lamellen produziert. So sind die Lamellen komplett identisch zu denen des HR-05 Chipsatzkühlers. Der Boden fällt allerdings gänzlich anders aus und wurde speziell für die Rückseite von Grafikkarten entworfen. Selbiger besteht aus einem quadratischen Stück Aluminium, in welches Montagelöcher für aktuelle Grafikkarten gebohrt wurden. Eine kleine Erhöhung in der Mitte mit einem aufgeklebten Wärmeleitpad stellt den Kontakt zu der Platine her. Zwei sauber verlötete Kupfer-Heatpipes verbinden schlussendlich Bodenplatte und Finnen miteinander. Vorher durften diese allerdings noch ein schönes Nickelbad nehmen. Bei den restlichen Bestandteilen fiel die Wahl wieder einmal auf Aluminium. Da Qualität im Hause Thermalright schon immer groß geschrieben wurde, kommt der HR-11 in einem Hochglanzfinish zum Kunden. Dabei strahlt der Kühler so sehr, dass es eine wahre Freude ist, ihn im PC zu haben.

Die Grundidee hinter diesem Kühler ist Folgende: Bislang gab es nur Kühler, die die Wärme von den meist vorderseitig verbauten Teilen abführten. Das ist ja im Grunde auch logisch, allerdings wird ein Teil der Wärme auch an das PCB weitergegeben, von welchem die Hitze nur langsam entweichen kann. Der HR-11 kann hierbei nun die gespeicherte Wärme aufnehmen und schnell ableiten und somit sollte es möglich sein, den Temperaturpegel noch weiter zu senken.

Montage

Die Montage ist hier sehr einfach. Als Erstes sollte man das Wärmeleitpad von seiner Schutzfolie befreien. Wenn man noch den Standardkühler verwendet, so entfernt man hierbei einfach die vier Schrauben um die GPU und schraubt den HR-11 mit den mitgelieferten Schrauben an, fertig. Dasselbe Prozedere trifft auch bei Verwendung eines Thermalright V2 zu. Beim HR-03 bzw. HR-03 Plus wird der HR-11 einfach anstelle der Backplate eingesetzt.

Je nach verwendetem CPU-Kühler kann er auch in 90°-Schritten gedreht werden. Im Optimalfall sitzt er so immer in der Nähe eines Lüfters und kann die abgeführte Wärme schnell abgeben. Es ist sogar ein Betrieb bei SLI-Verbunden möglich, allerdings nur in Verbindung mit den originalen Kühlern. Wir testen hier zusammen mit einem Thermalright HR-03 Plus, wobei der HR-11 in unmittelbarer Nähe des Gehäuselüfters sitzt.

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Testsystem

  • Intel Core 2 Duo 6750 “Conroe” (3600MHz mit 1,28V; aktiv gekühlt mit Noctua NH-U12P mit S-Flex 1200)
  • DFI LANParty UT P35-T2R (Intel P35)
  • 4x 1024MB Crucial Ballistix DDR-II 800 CL4 (1080Mhz 5-5-5-15 mit 2,12V; passiv gekühlt mit Thermalright HR-07 Duo)
  • XFX 8800GTX (G80)
  • Lian Li PC7 SE III (geschlossene linke Seitenwand) mit 2x Scythe S-FLEX SFF21E (je einmal vorne und hinten)
  • Corsair HX520W (mit Scythe S-Flex S-Flex SFF21F, intern geregelt)
  • 2x Digital Caviar SE WD5000AAKS in Ichbinleise-Box 20

Als Wärmeleitpaste wurde Arctic Silver 5 verwendet.

Testablauf

Nach einer Einwärmungsphase wird die Grafikkarte 20 Minuten lang mit dem ATi Tool ausgelastet. Die Temperaturen werden dabei vom Riva Tuner v2.06 aufgezeichnet. Die jeweilige Maximaltemperatur wird dabei notiert. Um gleiche Bedingungen zu schaffen, überprüfen wir außerdem die Raumtemperatur während des Tests. Die Gehäuselüfter liefen immer durchgehend mit 7V (700U/min).

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Nun wollen wir einen Blick auf alle erzielten Testergebnisse werfen. Die Raumteperatur lag hierbei immer bei 20°.

hr-03-temps.jpg

Wie man hier gut sieht, setzt sich der Thermalright HR-03 Plus mit unserem Minebea auf 12V doch recht deutlich vom Nvidia Standardkühler ab. Dabei geht dieser trotz 1440UPM um einiges leiser und angenehmer ans Werk als der Referenzpedant, welcher ca. 2650U/min brauchte um die Karte auf Temperatur zu halten. Selbst bei 7V, was nach unserem Empfinden schon nahezu unhörbar ist, kann der HR-03 Plus die GPU und den VRAM noch ohne Probleme kühlen. Bei 5V ist der Lüfter gänzlich unhörbar. Allerdings dreht der Minebea dann so langsam, dass die Kühlleistung sehr stark einbricht und die Kühlleistung weit hinter dem Referenzkühler liegt. Bei 103° GPU-Temperatur sollte man einen dauerhaften Betrieb der Grafikkarte vermeiden.

Die Ergebnisse des Thermalright HR-11 überraschten uns dann doch von Anfang an. Im Durchschnitt konnte er die GPU-Temperatur um weitere 6-10° senken. Auch die Temperatur des VRAMs fiel um einige beachtliche Grade. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die kleinen RAM-Bausteine die meiste Wärme an das PCB abgeben, welches wiederrum vom HR-11 gekühlt wird. Die Lamellen des HR-11 wurden dabei gut warm und somit kann gesagt werden, dass ein Backside-Kühler doch nicht ganz unnütz ist. Hierbei sei allerdings gesagt, dass der HR-11 sein volles Potential nur bei sehr hohen Temperaturen wirklich ausspielen kann. Herrscht eine stärkere Gehäusebelüftung und/oder eine bessere Belüftung des HR-03 Plus, dann bringt der HR-11 ca. 2-5°.

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Thermalright HR-03 Plus Fazitbild.jpg

Mit dem HR-03 Plus ist Thermalright wiedereinmal ein sehr guter Wurf gelungen. Der Kühler ist sehr gut verarbeitet, die Kühlleistung ist zur Zeit nicht zu übertreffen und auch das optische Erscheinungsbild ist rundum gelungen. Allerdings sollte drauf geachtet werden, dass man auch genug Freiraum unter bzw. über der Grafikkarte hat, denn mit montiertem Lüfter gönnt sich der Kühler dann doch reichlich Platz. Alles in Allem ist der HR-03 Plus ein rundum gelungener Kühler und ist unserer Meinung nach eines Gold-Awards würdig.

Thermalright HR-11 Fazitbild.jpg

Beim HR-11 muss jeder für sich entscheiden. Auch er ist sehr gut verarbeitet und glänzt mit einem edlen Erscheinungsbild. Auch macht er seinen Job gut und fördert einiges an Wärme vom PCB ab. Dass man ihn unbedingt braucht, kann man allerdings nicht behaupten. So ist er ein nettes Gimik, mit dem man noch einige Grade herauskitzeln kann. Ob dies einem die ca. 20€ für den Kühler wert ist, muss man hierbei selbst entscheiden.

Links:
Diskussion in unserem Forum
Herstellerwebseite

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