Fantec DB-R35DUS-2
Autor: Jörg Sukale
Einleitung
Datensicherheit ist für viele Anwender ein wichtiges Thema und der Festplattencrash eine der schlimmstmöglichen Defekte am PC. Insbesondere der RAID 1 Modus bietet deshalb durch das Spiegeln der Daten auf eine zweite Festplatte einen sehr großen Schutz für die eigenen Daten, jedoch stellen die Festplatten heutzutage zumeist die lauteste Komponente in Silentsystemen dar, weshalb man doch tunlichst vermeiden möchte, einen zweiten Krawallmacher im Gehäuse zu platzieren. Aus diesem Grund sind externe RAID Gehäuse eine interessante Alternative, die heute im Falle des Fantec DB-R35DUS-2 auf unseren Testparcours geschickt wird. Ob das Festplattengehäuse samt RAID0 und RAID 1 Unterstützung unseren Anforderungen gerecht wird, klären wir im folgenden Testbericht!
An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Fantec für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Testmusters bedanken. Das Fantec DB-R35DUS-2 Festplatten RAID-Gehäuse ist ab sofort im Handel erhältlich.
Fantec liefert ihr neuestes Werk in einer schwarz-weißen und stabilen Pappschachtel aus. Neben dem Festplattengehäuse selbst findet der Käufer ein schwarzes USB-Kabel, ein externes Netzteil, eine deutsch-englische Montageanleitung, eine Treiber-CD, ein Schraubenset und einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher in der Verpackung. Somit fehlen nur noch die passenden Festplatten um das Gerät sofort in Betrieb zunehmen.
Lieferumfang
USB 2.0 Kabel
externes 34 Watt Transformatornetzteil
Schraubendreher
Schraubenset
Bedienungsanleitung
Treiber-CD
Technische Daten
3,5″ 2x S-ATA zu USB 2.0 RAID
Anschlüsse intern: 2x 7 pin S-ATA
Anschlüsse extern: 1x USB 2.0 Buchse
Betriebssystem: geeignet für WIN, Mac und Linux
Chipsatz: OXFORD OXU921DS USB2.0 max. 480Mbits/s
Material/ Farbe: Aluminium / weiß
Eigenschaften: mit 2 Schrauben zu öffnen
herausnehmbarer Festplattenkäfig
40 mm Lüfter
Netzschalter an der Rückseite
RAID 0 – Stripping Mode: Simultanes schreiben für maximale Geschwindigkeit.
RAID 0 – Spanning Mode: Zwei Festplatten werden zu einer großen Partition zusammengefasst (kein RAID).
RAID 1- Mirroring Mode: Maximale Sicherheit durch HDD Spiegelung.
Single Mode: Zwei einzelne, unabhängige Festplatten (kein RAID).
6 LED – Anzeige für Betriebsbereitschaft, Festplattenzugriff (HDD 1, HDD2) Fehlerdiagnose LED (HDD 1, HDD2)
Beim DB-R35DUS-2 kommt ein Material-Mix aus lackierten Aluminiumseitenteilen und weißem mittleren Kunststoffrahmen zum Einsatz. Alternativ kann das Gehäuse auch in schwarz gewählt werden und hört dann auf den Namen DB-R35DUS-1. Somit bietet Fantec zwei interessante Farbgebungen an, um auf möglichst vielen Schreibtischen optisch passend platziert werden können. Diese Kombination wirkt absolut stimmig und sehr edel. An der Verarbeitungsqualität des gesamten Gehäuses können wir absolut nichts bemängeln. Alles ist sauber zusammengesetzt und frei von scharfen Kanten. Der dünne silberne Streifen mit den insgesamt sechs Status- und Fehler-LEDs runden unseren rundum positiven Eindruck zudem glänzend ab.
Geschlossen macht das SATA RAID einen sehr stabilen Eindruck und steht exzellent auf den vier kleinen mit Gummischeiben unterlegten Füßen. Ohne die Seitenteile jedoch, ist die Konstruktion recht labil, sobald der innere Metallfestplattenkäfig nicht mit mehr mit dem Kunststoffrahmen verschraubt ist. Im Praxisbetrieb stellt dies allerdings keinen störenden Faktor dar. Genau wie die meisten anderen externen Festplattengehäuse lässt sich auch das Fantec DB-R35DUS-2 nur über einen am Heck platzierten Netzschalter an- und ausschalten. Aus diesem Grund sollte das Gehäuse möglichst in Reichweite aufgestellt werden. Zur Kühlung der Festplatten hat Fantec einen kleinen 40mm Lüfter montiert, welchen wir sehr genau unter die Lupe nehmen wollen, da in der Vergangenheit solche kleinen Turbinen oftmals reine Krachmacher waren.
Kommen wir nun aber zum Besonderen am DB-R35DUS-2: Es ermöglicht im Zusammenspiel mit zwei SATA Festplatten den Betrieb mittels verschiedener RAID Modi. Ganz egal, ob Sie größtmögliche Sicherheit durch das Spiegeln Ihrer Daten auf der zweiten Festplatte, möglichst schnelle Transferraten erreichen oder einfach nur beide Festplatten als ein großes Laufwerk angezeigt haben möchten, mit dem neuen Festplattengehäuse von Fantec ist dies nun alles möglich. Selbstverständlich ist jedoch auch der non RAID Betrieb möglich, der es ermöglicht auch zwei unterschiedliche Festplatten im DB-R35DUS-2 unterzubringen. Im Anschluss möchten wir nun die einzelnen RAID Modi genauer erklären, wie Sie für den Anwender auch im Handbuch beschrieben sind.
RAID 0 – Spanning
Zwei Festplatten werden als ein großes Laufwerk angezeigt. Dabei ist Spanning eine Funktion (kein RAID), die es ermöglicht sequentiell zwischen zwei Festplatten zu schreiben.
RAID 0 – Stripping
Zwei Festplatten werden als ein großes Laufwerk angezeigt, jedoch erhöht sich beim RAID 0 – Stripping die Schreibgeschwindigkeit der Festplatten, da die Daten in Blöcke aufgeteilt werden und dann von beiden Festplatten parallel gespeichert werden. Das führt dazu, dass die Daten nun auf beiden Festplatten verteilt sind und im Falle eines Defekts einer der beiden alle gespeicherten Daten verloren gehen.
RAID 1 – Mirroring
Um den RAID 1 Modus zu verwenden, muss der Anwender zwei identische Festplatten im DB-R35DUS-2 einbauen. Dieser Modus spiegelt dabei die Daten der einen Festplatte auf die andere (Mirroring – Spiegelung), was zum Verlust von der Hälfte des eigentlichen effektiv verfügbaren Speicherplatzes führt. Dafür führt erst der Ausfall beider Festplatten zum Datenverlust.
Das DB-R35DUS-2 besitzt an der Rückseite neben dem Netzanschluss einen USB2.0 Anschluss, durch den Daten mit bis zu 480MBit/s zwischen dem PC und dem RAID Gehäuse ausgetauscht werden können. Für den eigentlichen Einsatz als sicherer Datenspeicher reicht diese Übertragungsrate auch vollkommen aus. Preislich kann Fantec dagegen für eine kleine Überraschung sorgen, denn für etwa 50 Euro ist es bereits bei Preisvergleichdiensten gelistet und somit das günstigste externe RAID Gehäuse am Markt. Je nach Festplatten Ausstattung lässt sich somit ein sehr günstiges RAID System aufstellen, ohne weitere Festplatten durchgehend mit dem PC intern zu betreiben, und trotzdem nicht auf den Sicherheitsfaktor des RAID1 Modus zu verzichten.
Montage
Bei der Montage fällt sofort auf, dass man sich Gedanken gemacht hat, wie der Einbau möglichst schnell und problemlos vonstatten gehen kann. Nachdem die Seitenteile abgeschraubt wurden, lässt sich nun der innen liegende Festplattenkäfig durch Lösen zweier Schrauben herausnehmen. Direkt am Käfig hat man auch schon den Daten- und Stromanschluss angebracht, weshalb die Festplatten lediglich in diesen gesteckt werden müssen. Anschließend werden die Festplatten noch mit jeweils vier Schrauben fixiert und der Käfig auf die beiden Anschlüsse der kleinen Platine im RAID Gehäuse geschoben. Die Festplatten werden also absolut ohne Kabel angeschlossen, weshalb das Gehäuse im Inneren sehr aufgeräumt wirkt. Nach dem Einbau müssen die verwendeten Festplatten nur noch partitioniert und formatiert werden, bevor das DB-R35DUS-2 endgültig in Betrieb genommen werden kann. War der Mix aus deutsch und englisch in der Montageanleitung noch ein Kritikpunkt im vorangegangen Test des Fantec LD-H35NSU2, finden sich nun nur noch sehr vereinzelt kleinere Fehlerchen in der Montageanleitung.
Testsystem
- Intel Core 2 Duo 6700 “Conroe”
- Asus Striker (Nvidia nForce 680i SLI)
- 2x 1024MB G.Skill DDR-II 800 CL4
- Thermaltake Eureka (abgeklebte Seitenwand)
- Scythe S-FLEX SFF21E @ 7V
- Enermax Liberty 400W mit Scythe S-Flex SFF21E @ 7V
- Gigabyte GV-NX76T256D-RH GeForce 7600GT (im mittleren PCIe Slot)
- Seagate ST3160812AS @ Bitumenbox by NoNoise
Dies ist mittlerweile unser zweites auf dem Core 2 Duo basierendes Testsystem, welches im Vergleich zum alten ein paar kleinere Änderungen erfuhr. Das Herz bildet nun ein Intel Core 2 Duo 6700 mit 4MB L2-Cache und einer von Intel angegebenen TDP von 65 Watt mitsamt dem Asus Striker, welches den Nvidia 680i SLI Chipsatz besitzt. Das Mainboard wird dabei von der hauseigenen Heatpipe-Konstruktion gekühlt und durch drei Temperatursensoren an der North- und Southbridge sowie den oberen Spannungswandlern überwacht. Das Grundgerüst unserer Testplattform stellen weiterhin das Thermaltake Eureka mit abgeklebtem Seitenteil sowie ein modifiziertes Enermax Liberty 400W Netzteil dar. Bei den beiden einzig verbauten Lüftern handelt es sich jeweils um einen Scythe S-Flex SFF21E, welche sich im Netzteil und am Heck des Gehäuses befinden. Dabei drehen diese Lüfter grundsätzlich mit einer konstanten Drehzahl, damit Testergebnisse nicht verfälscht werden können.
Für die Festplattenbenchmarks in diesem Test haben wir das Programm HD-Tune 2.54 und ermittelten damit die Transferraten, die Zugriffszeit, die Burstrate sowie die CPU-Last beim Übertragen von Daten. Vor allen Tests wurden die beiden verwendeten Seagate 3,5″ 7200.10 500GB SATA Festplatten neu formatiert. Der Stromverbrauch wurde zudem mit dem Conrad Energy Check 3000 und die Lautstärke mit dem Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 aus einer Entfernung von 10cm gemessen. Zur Ermittlung der Temperaturen wurden nicht die internen sondern insgesamt drei separate Temperatursensoren verwendet, die an drei verschiedenen Hotspots der Festplatten befestigt wurden.
Nun wollen wir einen Blick auf alle erzielten Testergebnisse werfen.
- Performance USB2.0
| Modus | Transferraten | Zugriffszeiten | Burstrate | CPU-Last |
|---|---|---|---|---|
| Non RAID | ||||
| RAID 0 Spannung | ||||
| RAID 0 Stripping | ||||
| RAID 1 Mirroring |
Die Transferraten sind bei allen Modi nahezu identisch, lediglich im RAID1 Modus gab es periodisch im Abstand von etwa 10 bis 15 Sekunden einen leichten Einbruch zu verzeichnen. Trotzdem wird man im Alltagsbetrieb keinen Unterschied zwischen den einzelnen Modi bemerken können, da hier leider die USB2.0 Schnittstelle die Übertragungsraten eindeutig bremst. Hier erwarten wir schon sehnsüchtig ein Modell mit dem modernen eSATA Anschluss, der es ermöglichen sollte, auch einen Performancezuwachs im RAID0 Modus zu verzeichnen.
- Energieverbrauch
| Betriebszustand | RAID Modus | Energieverbrauch |
|---|---|---|
| Standby | ||
| Leerlauf | ||
| Leerlauf | ||
| Last | ||
| Last |
Aufgrund der beiden 500GB großen 3,5“ Festplatten lag der Stromverbrauch des DB-R35DUS-2 im Leerlauf bei knapp über 22W. Unter Last stieg die Leistungsaufnahme dagegen auf bis zu 27,3W beim RAID0 Gespann. Die Verwendung von zwei energiesparenderen WD Green Power Modellen könnte hier zu einem noch sparsameren Betrieb führen und die Umwelt entlasten. Eine Alternative zu einem herkömmlichen immer laufenden RAID Systems im PC ist das externe Gehäuse von Fantec also allemal, wenn man die Betrachtung auf den Stromverbrauch fokussiert.
- Lautstärke
| Betriebszustand | Lautstärke über Raumlautstärke | subjektives Geräuschempfinden |
|---|---|---|
| Leerlauf | deutliches hochfrequentes Lüftergeräusch |
|
| Last | Zugriffsgeräusche |
Ein Leisetreter ist die Kombination aus zwei Seagate ST3500630AS (7200.10, 500GB 16MB Cache) und dem Fantec DB-R35DUS-2 leider nicht. Zum einen sind die Festplatten für ihre Größe zwar einigermaßen leise, jedoch nahezu unentkoppelt und völlig ungedämmt trotzdem noch deutlich wahrnehmbar. Zum anderen gibt es aber noch einen kleinen 40mm Lüfter im Festplattengehäuse, der die beiden Festplatten im Leerlauf zumindest leicht übertönt. Die Zugriffsgeräusche sind jedoch noch etwas lauter als der kleine Lüfter und können zumindest durch eine weiche Unterlage ein wenig reduziert werden. Im Dauerbetrieb dürfte die von uns gewählte Kombination jedoch aus kurzer Entfernung für viele Anwender zu laut sein.
- Temperaturen
| Modus | delta T (HDD / Raum) | HDD-Temperatur | Raum-Temperatur |
|---|---|---|---|
| Leerlauf | |||
| Last |
Die Temperaturen zeigen, dass es sehr schwer ist, zwei Festplatten auf einem solch kleinen Platz ausreichend und gleichzeitig leise zu kühlen. Im Dauerbetrieb erreichen die Festplatten fast 50°C, während stetige Belastungen diese noch zusätzlich erhitzen können. Die Wahl von sparsameren Festplatten kann die Temperaturen jedoch auch um einige Grade senken, wodurch auch ein Dauerbetrieb kein Problem darstellen sollte. Wer das DB-R35DUS-2 nicht im Dauerbetrieb arbeiten lässt, der wird diese Temperaturen jedoch nicht erreichen, da es schon eine gewisse Zeit bedarf, bis die maximalen Temperaturen erreicht werden. Hier wäre ein direkter Kontakt zu den Aluminiumseitenteilen wünschenswert, wie wir es vor Kurzem im Test des Fantec LD-H35NSU2 gesehen haben, um eine bessere Kühlleistung zu erzielen.
Wollen wir zum Abschluss unser Fazit ziehen. Positiv anzumerken ist die ordentliche Verarbeitung und die edle Optik in weiß, weshalb es bei vielen Anwendern sicherlich auch direkt auf dem Schreibtisch präsentiert wird. Die Montage und Inbetriebnahme verläuft zudem äußerst schnell und unkompliziert. Zusätzlich sprechen der absolute Kampfpreis von knapp über 50 Euro und der komplett fehlerlose Betrieb während des gesamten Testzeitraums für das Fantec DB-R35DUS-2. Entsprechend der Preislage ist die einzige USB2.0 Schnittstelle angemessen und die damit verbundenen eher niedrigen Übertragungsraten sowie die hohen Temperaturen und der wahrnehmbare 40mm Lüfter sind jedoch Dinge, über die sicherlich nicht jeder Anwender hinweg sehen kann. Nichts desto Trotz stellt das Fantec Gehäuse jedoch aufgrund des RAID Funktionen und des sehr niedrigen Preises eine sehr gelungene und sichere Basis für einen Datenspeicher dar. Wir hoffen, dass Fantec zukünftigen Versionen zusätzliche Anschlussmöglichkeiten spendiert und eventuell Kühlungsideen anderer Produkte aus dem eigenen Hause mit einfließen lässt.
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Hersteller
Info zum Beitrag
geschrieben am Montag, den 22. Oktober 2007 um 15:14 Uhr
Kategorie(n): Festplatten & Zubehör
Tags: DB-R35DUS-2, externes Festplattengehäuse, Fantec, RAID




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