Kleines herbstliches CPU-Kühler-Roundup
Autor: Jörg Sukale
Thermaltake V1 im Detail
In einer aufwändig schwarz-rot gestalteten Kartonage samt Sichtfenster wird der Thermaltake V1 an die Kunden geliefert. Thermaltake legt dem bereits in der Verpackung strahlenden Vollkupferkühler mit vorinstalliertem 110mm Lüfter eine kleine Tube Wärmeleitpaste, eine Montageanleitung und das benötigte Montagematerial bei. Außerdem befindet sich am Kühler ein kleines Drehpotentiometer, wodurch sich die Lautstärke effektiv senken lässt.
Technische Daten
- Vollkupfer-Heatpipe-Tower-Kühler
- vier 6mm Heatpipes (effektiv vier)
- Gewicht: 637g (mit Lüfter)
- 110mm Lüfter mit 2000 U/min „high“ (Förderleistung: 86,5CFM Lautstärke: 24dBA)
- 110mm Lüfter mit 1300 U/min „low“ (Lautstärke: 16dBA)
- Gesamtmaße(H/B/T): 143mm x 147mm x 92mm (mit Lüfter)
- Kompatibilität: Sockel 754/939/940/AM2 und LGA775 ohne Einschränkungen
Der Kühler im Detail
War die Qualität früher oftmals ein Problemfaktor, bläst Thermaltake mit dem V1 zum Angriff auf etablierte und bekannt gut verarbeitende Firmen wie Scythe oder Thermalright. Der komplett in Kupferglanz gehüllte Kühler ist sowohl was die Materialauswahl als auch die Verarbeitungsqualität betrifft absolute Spitzenklasse. Der ganze Kühlkörper ist dabei auf Hochglanz poliert und sogar der Kühlerboden präsentiert sich ohne Riefen oder Unebenheiten von der besten Seite. Nur die aufgrund der Gewichtsproblematik von Kupfer sehr dünn geratenen Lamellen sollte der Käufer nur mit äußerster Vorsicht berühren, um diese nicht unnötig zu verbiegen.
Wie damals der Sonic Tower unterscheidet sich der V1 sehr stark von allen anderen am Markt erhältlichen Kühlern. Was zunächst sehr verspielt wirkt, erweist sich jedoch im Endeffekt sehr durchdacht und effektiv. Der durch die besondere Form entstandene variable Lamellenabstand sollte es ermöglichen, in einem breiten Einsatzszenario gute bis sehr gute Ergebnisse zu erzielen, da sowohl enge Abstände für starke und weite Abstände für geringe Luftströmungen vorhanden sind. Außerdem sollten die Kupferlamellen für ein geringes Leistungsplus im Vergleich zu vergleichbaren Aluminiumlamellen sorgen. Ganz zu vernachlässigen sind sicherlich auch die minimale Dicke der Lamellen sowie der rahmenlose Lüfter nicht, welcher es ermöglicht, die Luft großflächig vom vorderen Kühlkörper abzusaugen.
Wie wir es oftmals bei Thermaltake schon feststellen mussten, sitzt auch im V1 ein sehr schnell drehender und demnach lauter Lüfter zwischen den beiden kupfernen Kühltürmen. Ebenso wirken die herstellerseitig angegebenen Lautstärkeangaben wieder einmal sehr utopisch und lassen den Glauben an eine verwertbare Lautstärkeangabe der Hersteller selbst abermals verschwinden. Erfreulicherweise hat Thermaltake den Kühler jedoch mit einer kleinen Lüftersteuerung ausgestattet, die es ermöglicht, den Lüfter auf ein einigermaßen erträgliches Niveau zu regulieren. Ein Lüfteraustausch erscheint außerdem zunächst sehr kompliziert, jedoch lässt sich die Lüfterhalterung durch Lösen von vier Schrauben abnehmen, um anschließend den Serienlüfter durch ein eigens gewähltes vom Lüfterrahmen befreites Modell zu ersetzen. Für den Extrembedarf sollte sich auch ein entrahmtes 140mm Modell in den V1 setzen lassen.
Montage
Wie die Qualität war auch die Montage meistens ein Kritikpunkt der Thermaltakekühler. Aber ebenso wie es schon bei der Qualität geschah, zeigt sich der V1 von einer gänzlich anderen Seite und belohnt den Käufer mit einer plattformübergreifenden problemlosen Montage. Während der Kühler bei AMD Systemen mittels Klammerarretierung auf den Prozessor gepresst wird, greift Thermaltake für Intel Systeme auf die mehr oder weniger beliebte und bewährte Pushpin-Technik zurück. Da der Kühler jedoch immens viel Platz im Sockelbereich bietet, sollten die Pushpins auch ungeschickte Naturen vor keine Probleme stellen.
Seitlich nimmt der Thermaltake V1 im oberen Bereich sehr viel Platz ein, weshalb sehr hohe Kühler auf der Northbridge oder den Spannungswandlern je nach Ausrichtung zu Problemen führen können. Andere Probleme sollte es jedoch mit Bauteilen rund um den Prozessorsockel nicht geben. Dafür gilt aber auch hier wieder dieselbe Einschränkung wie für nahezu alle anderen Tower-Kühler auch: In niedrigen oder schmalen Gehäusen hat der Thermaltake V1 nichts zu suchen, wobei dieser immer noch rund 15mm niedriger ausfällt als ein Scythe Mugen oder Thermalright Ultra-120 eXtreme.
Info zum Beitrag
geschrieben am Freitag, den 26. Oktober 2007 um 21:02 Uhr
Kategorie(n): CPU-Kühler
Tags: 120mm Lüfter, 92mm Lüfter, FrostBite Pro, Silentmaxx, Thermalright, Thermaltake, Top-Flow-Kühler, Tower-Kühler, Ultima-90, V1




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