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Arctic Cooling Accelero Xtreme 8800

Einleitung

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Schon vor langer Zeit wurde er angekündigt, nun ist er endlich da. Die Rede ist von Arctic Coolings neuem Monsterkühler, sowie neuestem Spross der Accelero Serie. Mit dem Accelero Xtreme bedient die schweizer Kühlerschmiede nun auch endlich die bisher ausgenommenen Besitzer von Nvidia G80 und ATi HD2900 Grafikkarten. Schon durch den Anhang „Xtreme“ will der Hersteller zeigen, dass es sich hierbei nicht um einen normalen Kühler handelt. So konnte er schon bei seiner Vorstellung, die mittlerweile doch schon knapp ein Jahr zurück liegt, einem mit seinem puren Gigantismus ins Staunen versetzten. Nun hat der Accelero Xtreme es endlich in europäische Läden geschafft und wir sind stolz heute einen ersten Blick auf ihn werfen zu dürfen. Getestet wird dabei das Modell für Nvidias 8800er Serie.

An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Arctic Cooling für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Testmusters bedanken. Der Kühler ist ab sofort erhältlich.

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Lieferumfang

  • 6 Schrauben
  • 13 Wärmeleitpads
  • 4 Aluminium-Mosfetkühler
  • AC-Aufkleber
  • mehrsprachige, bebilderte Montageanleitung


Technische Daten

  • Hybrid-Heatpipe-Grafikkartenkühler
  • fünf 6mm Heatpipes
  • Abmessungen: 256mm x 100mm x 53mm (B x T x H / mit Lüfter)
  • Gewicht: 440g (mit Lüfter)
  • Lüfter: drei 80mm Lüfter

Der Kühler im Detail

Bei der Verpackung setzt Arctic Cooling, wie so viele andere Hersteller auch, auf eine einfache Blisterverpackung mit farbigem Inlay. Diese ist – Gott sei Dank – nicht verschweißt worden und lässt sich so sehr einfach öffnen. An allen Ecken und Enden prangern Parolen wie „Ultimate VGA Cooling Weapon for Hardcore Gamers“, womit wir doch mit recht hohen Erwartungen an diesen Test herangingen. Der Kühler selbst ist durch die passgenaue Verpackung ganz gut geschützt. Das rudimentäre Zubehör wurde teils unter dem Kühler, teils hinter dem Kühler verstaut. Dabei handelt es sich unter Anderem um eine Anleitung, in der kurz und knapp alles erklärt wird, eine gelochte Slotblende, vier selbstklebende Kühlrippen für die Spannungswandler, ein Säckchen mit Schrauben und einem AC-Aufkleber sowie 13 Wärmeleitpads. Wärmeleitpaste liegt keine extra bei, selbige ist schon direkt auf dem Kühler aufgetragen.

Arctic Cooling setzt bei ihrem Accelero Xtreme auf ein gänzlich anderes Konzept als bei dem hauseigenen Accelero S1 bzw. S2. So basiert der Kühler auf einer sehr großen Grundfläche aus Aluminium, in welcher ein Kühlkern aus Kupfer eingelassen wurde. Über diesen Kühlkern erstrecken sich fünf 6mm dicke Kupferheatpipes, die sich über die komplette Länge des Kühlers erstrecken. Dabei teilt sich der Kühler in zwei einzelne Kühlkörper mit einmal 35 und einmal 72 Aluminiumfinnen. Insgesamt ergibt sich dadurch die enorme Anzahl von 107 Lamellen. Der Großteil davon ist mit Heatpipes über dem Kühlkern und der Grundplatte verlötet, über die VRAM und der NVIO-Chip gekühlt werden. Zwei der fünf Heatpipes wurden am Ende des ersten Kühlkörpers um 180° gebogen und durchziehen ihn ein weiteres Mal. Die Restlichen bilden die Verbindung zum hinteren, kleinen Kühlkörper. So wird die Wärme auf die unglaublich riesige Oberfläche gleichmäßig verteilt. Auch die umliegenden Bauteile wie VRAM und der NVIO-Chip profitieren von der direkten Anbindung an den Kühlkörper.

Die Qualität ist durchwegs als ausgezeichnet zu betiteln, sind doch alle Lamellen gut ineinander verhakt und bilden so eine sehr stabile Einheit. Das Aluminium spiegelt sogar leicht und die Heatpipes erstrahlen in einem schönen satten Kupferrot, Oxidation sucht man vergebens. Auf der leicht rauen Bodenplatte wurde schon vorab eine ausreichend dicke Menge der hauseigenen MX-2 Wärmeleitpaste aufgetragen. Wie schon an dem geringen Lamellenabstand zu erkennen ist der Accelero Xtreme für den aktiven Betrieb mit einem Lüfter konzipiert bzw. eher für drei Lüfter, wie sie hier zum Einsatz kommen. Bei Letzteren handelt es sich um 80×10mm große Ventilatoren, die der ganzen Karte gleichmäßige Kühlung verschaffen sollten. Gehalten werden sie von einem Luftleitkonstrukt aus rauchfarbigen Kunststoff.

Montage

Die Montage hat man äußerst anfängerfreundlich gestaltet. Der schwerste Teil hierbei ist wohl die Demontage des Originalkühlers. Hat man das geschafft und alles gründlich gereinigt werden als erstes die selbstklebenden Kühlerchen für die Spannungswandler aufgeklebt. Danach werden die Wärmeleitpads mit der leicht klebenden Fläche auf die RAMs gelegt und ein Pad kommt auf den NVIO-Chip. Achtung! Bei der ersten Auslieferung des Kühlers wurde ein zu dünnes Wärmeleitpad für den NVIO-Chip beigelegt. Dadurch hat dieser keinen Kontakt zum Kühler. Arctic Cooling hat allerdings schon reagiert und bei unserem Testsample lag schon ein ausreichend dickes Wärmeleitpad bei.

Hat man das erledigt wird der Kühler mit der Grundplatte nach oben hingelegt und die Karte darauf platziert, sodass die Löcher deckungsgleich mit denen des Kühlers sind. Das Auftragen der Wärmeleitpaste wird einem erspart, da die sehr gute MX-2 schon im Vorhinein aufgebracht wurde. Als nächstes werden die sechs Schrauben über Kreuz bis zum Anschlag angezogen und die Montage ist so gut wie fertig. Die Lüfter können direkt an die Karte selbst angeschlossen werden. In der Anleitung ist dies der letzte Schritt, allerdings ist es um einiges einfacher den Stecker schon vor der Montage mit dem Anschluss zu verbinden. Ist das alles soweit erledigt kann die Grafikkarte wieder ihren Platz einnehmen. Mit dem neuen Kühler nimmt sie nun ganze drei Slots in Anspruch. Durch seine Überlänge kann es übrigens auch vorkommen, dass der Kühler mehrere Sata-Ports auf dem Mainboard unbrauchbar macht.

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Testsystem

  • Intel Core 2 Duo 6750 “Conroe” (3600MHz mit 1,28V; aktiv gekühlt mit Noctua NH-U12P mit S-Flex 1200)
  • DFI LANParty UT P35-T2R (Intel P35)
  • 4x 1024MB Crucial Ballistix DDR-II 800 CL4 (1080Mhz 5-5-5-15 mit 2,12V; passiv gekühlt mit Thermalright HR-07 Duo)
  • Zotac 8800GTX (G80)
  • Lian Li PC7 SE III (geschlossene linke Seitenwand) mit 2x Scythe S-FLEX SFF21E (je einmal vorne und hinten)
  • Corsair HX520W (mit Scythe S-Flex S-Flex SFF21F, intern geregelt)
  • 2x Digital Caviar SE WD5000AAKS in Ichbinleise-Box 20

Als Wärmeleitpaste wurde Arctic Silver 5 verwendet.

Testablauf

Nach einer Einwärmungsphase wird die Grafikkarte 20 Minuten lang mit dem ATi Tool ausgelastet. Die Temperaturen werden dabei vom Riva Tuner v2.06 aufgezeichnet. Die jeweilige Maximaltemperatur wird dabei notiert. Um gleiche Bedingungen zu schaffen, überprüfen wir außerdem die Raumtemperatur während des Tests. Die Gehäuselüfter liefen immer durchgehend mit 7V (700U/min).

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Nun wollen wir einen Blick auf alle erzielten Testergebnisse werfen. Die Raumteperatur lag hierbei immer bei 20°.

hr-03-temps.jpg accelero-temps.jpg

Wie beim Standardkühler können die Lüfter vollkommen automatisch von der Grafikkarte selbst gesteuert werden. Dabei drehen sie bei uns immer auf konstanten 1480U/min, was von der Geräuschkulisse her doch schon deutlich angenehmer ist wie der Referenzpendant. Dabei bringt der Accelero Xtreme deutlich bessere Temperaturen, welche in etwa denen des Thermalright HR-03 Plus mit Lüfter auf 12V im Zusammenspiel mit dem HR-11 entsprechen. Mithilfe von Riva Tuner lassen sich die drei Lüfter natürlich auch manuell regeln. So ist es möglich die Lüfter auf bis zu 2200U/min zu treiben. Erstaunt hat uns hierbei, dass trotz der 720U/min mehr die Temperaturen bei der GPU als auch beim VRAM nur um geringe 3° sanken, Hand in Hand mit einem deutlich höheren Geräuschpegel. Versorgt man die Lüfter mit 7V, dann lässt die Kühlleistung um ca. 2-3° nach, auf 5V gingen die Temperaturen dann um weitere 2-3° in die Höhe. Die Leistung des Kühlers ist dabei immer noch bombastisch, was bei drei Lüfter a 1380U/min und mehr auch nicht weiter verwunderlich ist. In Anbetracht der guten Werte haben wir letztendlich beschlossen den Kühler auch mit 3V Lüfterspannung zu testen. Die Drehzahl sackt hierbei allerdings sehr stark ab und so ist es keine große Überraschung, dass die Temperaturen um ganze 10° nach oben schnellen. Trotz des starken Temperaturanstiegs liegen sie aber immer noch im grünen Bereich, bei der GPU sogar unter denen des Standardkühlers. Bei Drehzahlen um die 550U/min ist die Grafikkarte zudem unhörbar. Für alle die noch mehr aus dem Kühler herrausholen wollen, bietet sich die Möglichkeit die komplette Plastikabdeckung samt Lüfter abzunehmen. Mit ein bisschen Bastelarbeit können so größere Lüfter angebracht werden, wodurch bessere Kühlleistung bei gleichzeitig gerigerer Lärmbelastung erzielt werden kann. Der User “Stony” hat seinen Accelero Xtreme dementsprechend umgebaut und seine Ergebnisse in einem eigenen Review kundgetan. Im Vergleich dazu liegt der HR-03 Plus vorallem bei Lüftern mit niedrigen Drehzahlen doch ein ganzes Stück zurück.

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Kommen wir nun zur Geräuschentwicklung, die für Viele immer wichtiger wird und gar nicht gering genug sein kann. Die Geräuschentwicklung der Lüfter ist auf jedem der Kühlkörper in etwa gleich und deshalb bewerten wir direkt die Lüfter in Sachen Laufruhe und Geräuschentwicklung. Zur Optimierung der Lautstärke sollten Lüfter allerdings generell noch entkoppelt werden.

Accelero Xtreme Luefter klein.jpg

In Anbetracht der doch recht hohen Konzentration an kleinen Lüftern sollte eigentlich schon von vornherein klar sein, dass hier keine neuen Rekorde in Sachen niedriger Geräuschkulisse erbracht werden können. So besitzen die drei Lüfter einen angegebenen Drehzahlbereich von 900-2000U/min. Die Lüfter unseres Modells drehten sogar noch mit 200 Umdrehungen schneller als angegeben und erzeugten bei 12V Lüfterspannung ein sehr nerviges Luftjaulen. Auch bei 7V sind sie noch nicht wirklich leise und machen durch leichtes Luftjaulen und einem brummigen Begleitton auf sich aufmerksam. Bei 5V verschwindet zwar das Luftzugsgeräusch, das Brummen bleibt aber. Nur bei 3V verstummt der Kühler vollends, allerdings bewegen sich die Lüfter dabei schon deutlich unter dem werkseitigen minimalen Drehzahlbereich.

  • Drehzahl bei 12V: 2200U/min
  • Drehzahl bei 7V: 1710U/min
  • Drehzahl bei 5V: 1380U/min
  • Drehzahl bei 3V: 550U/min
  • Nebengeräusche bei 5V: leichtes Brummen
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fazitbildneu.jpg

Mit dem Accelero Xtreme ist Arctic Cooling ein guter Wurf gelungen. Auch wenn die Lüfter im normalen Regelbereich nicht die leisesten sind, gehen sie doch deutlich leiser ans Werk als der Originalkühler und die Temperaturen liegen dabei durchweg auf einem sehr guten Niveau. Auch bei der Qualität hat man sich nicht lumpen lassen. Zwar kann er bei Material und Verarbeitung nicht ganz mit der Güte eines Thermalright HR-03 oder Zalman VF1000 mithalten, aber in Anbetracht des sehr günstigen Preises bietet er hier ein sehr ausgewogenes Verhältnis. Im Großen und Ganzen konnte uns der Accelero Xtreme schlussendlich dann doch gänzlich überzeugen, weshalb der neueste Spross der schweizer Kühlerschmiede unseren Gold-Award ohne Wenn und Aber verdient hat.

Links:

Diskussion in unserem Forum
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