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Scythe Orochi

Scythe Orochi im Detail

Bereits die sehr große Hochglanzverpackung lassen die enormen Ausmaße des innenliegenden Kühlers erahnen. Neben dem auf den ersten Blick noch größer wirkenden Scythe Orochi finden auch noch ein 140mm Lüfter, eine kleine Tüte Wärmeleitpaste, zwei Lüfterklammern und verschiedene Montagemodule Platz im Lieferumfang.

Technische Daten

  • Hybrid-Heatpipe-Flex-Kühler
  • zehn 6mm L-Heatpipes (effektiv zehn)
  • Gewicht: 1285g (inkl. Lüfter)
  • 140mm Lüfter mit 500 U/min (Förderleistung: 29,39CFM Lautstärke: 10,8dBA)
  • Gesamtmaße(H/B/T): 155mm x 194mm x 120mm (ohne Lüfter)
  • Kompatibilität: AMD (Sockel 754 / 939 / 940 / AM2 / AM2+) Intel (Sockel 478 / 775)

Der Kühler im Detail

Leistungsstarke Passivkühler haben im Hause Scythe bereits lange Tradition und stellten nicht umsonst lange die optimalen Lösungen für Unmengen an Silent-PCs dar. Erst mit dem IFX-14 konnte Thermalright die Übermacht brechen und insbesondere bei höheren Verlustleistungen die Krone erringen. Nachdem erst Anfang Dezember letzten Jahres Scythe mit dem Ninja Copper (Cu) den IFX-14 im Passivbetrieb wieder gleichziehen bzw. streckenweise leicht überholen konnte, schicken die japanischen Silentexperten den wohl wahren Nachfolger für die legendäre NCU-Serie ins Rennen. Orochi tauften die Japaner ihren Koloss – was übersetzt mächtige Schlange bedeutet – und ernteten bereits vor der Veröffentlichung von ersten Testberichten Lob und Kritik von allen Seiten. Insbesondere das Design, die Größe und ganz speziell das hohe Gewicht lag den meisten potentiellen Anwendern dabei unwohl im Magen.

Um die hochgesetzten Ziele erreichen zu können, geht Scythe beim Orochi einen neuen Weg und kombiniert einen Top-Flow- mit einem Tower-Kühler zu einem – von uns genannten – Flex-Kühler. Dabei sorgen zehn Heatpipes für den Wärmetransport vom Prozessor zu den insgesamt 38 Aluminiumlamellen, welche in einem für den Passivbetrieb optimierten Lamellenabstand von knapp über 4mm zueinander stehen. Da zehn 6mm Heatpipes unmöglich in einer Ebene auf der Kupferbodenplatte Platz finden, sind diese auf zwei Etagen verteilt. Die Effektivität der oberen Heatpipes dürfte allerdings weit geringer ausfallen als die der untersten Reihe. Durch die großflächig verteilten Heatpipes auf dem Lamellenkühlkörper sollte allerdings in diesem Bereich eine sehr gute Wärmeabgabe garantiert sein. Außerdem wollen wir einen nicht minder wichtigen Fakt des besondere Flex-Designs nicht unbeachtet lassen, denn durch die besondere Form kann der Orochi auch bei liegendem Mainboard im passiven Betrieb seine volle Leistung entfalten, da anders als bei Tower-Kühlern die erwärmte Luft nach oben durch die Lamellen steigen kann.

Wie wir es von Scythe bereits gewohnt sind, überzeugt auch der neueste Spross mit einer ausgezeichneten Qualität. Sowohl die Materialien als auch die Verarbeitung müssen den Vergleich zu anderen Premiumprodukten nicht scheuen, auch wenn die unbehandelten Kupferheatpipes, aufgrund der Gefahr anzulaufen, bei manchen Anwendern nicht gern gesehen werden. Die vernickelten Kupferböden, mit denen Scythe ihr komplettes Sortiment innerhalb weniger Monate ausgestattet hat, können jedoch als Vorzeigeobjekte angesehen werden. Neben dem Anlaufschutz durch die Vernickelung kann sich der Anwender auch über eine absolut plane und leicht zu reinigende Bodenfläche freuen.

Das Konzept des Scythe Orochi soll nicht nur eine hohe Kühlleistung im Passivbetrieb, sondern auch die Verwendung des Kühlers als Top-Flow- oder Tower-Kühler ermöglichen. Die Top-Flow-Variante erfordert jedoch ein sehr großes Gehäuse, da der Orochi in der Konfiguration bereits stolze 18cm ohne Mainboard und Prozessor misst. Die Lüftermontage erfolgt mit den von anderen Scythe-Kühlern bekannten Lüfterklammern, die einen ziemlich hohen Kraftaufwand und etwas Übung erfordern, damit die Montage schnell und zügig von Statten geht. Preislich ist der Orochi erwartungsgemäß recht hoch angesiedelt und geht aktuell für knapp unter 60 Euro über die Ladentheke.

Montage

Der Scythe Orochi kann auf allen aktuellen und leicht angestaubten AMD- (754 / 939 / 940 / AM2 / AM2+) und Intel- (478 / 775) Plattformen montiert werden. Der Montageaufwand für AMD-Systeme begrenzt sich dabei lediglich auf das Festschrauben des AMD-Montagemoduls und des anschließenden Einhaken in das vorhandene Retentionmodul des Mainboards. Diese Variante dürfte allerdings Einiges an Skepsis hervorrufen, da der über 1000g schwere Orochi lediglich an zwei kleinen Kunststoffnasen hängt. Eigene Tests und die AMD-Spezifikation, dass das Retentionmodul über 30kg halten können muss, lassen diese Skepsis jedoch zumindest bei uns verfliegen.

Auf unserer Sockel 775 Testplattform war dagegen ein vergleichsweise höherer Montageaufwand gefordert. Hier muss zusätzlich noch ein Metallretentionmodul samt Backplate am Mainboard befestigt werden, was im Endeffekt jedoch eine absolut stabile Montagelösung darstellt. Wer den Orochi noch auf dem alten Sockel 478 montieren möchte, kann sich jedoch über einen ähnlich geringen Montageaufwand wie bei AMD-Systemen freuen, da bereits ein standardmäßig vorhandenes Retentionmodul vorhanden ist, in welches der Riese lediglich eingehakt werden muss.

Inkompatibilitäten dürften in Verbindung mit dem Scythe Orochi durchaus öfters auftreten. Insbesondere die enorme Größe kann dabei der entscheidende Faktor sein, der den Einbau des Orochi in kompakten Gehäusen oder auch bei großen RAM-Kühlern verhindert. Aber auch größere Bauteile rund um den Sockel (darunter zählen auch Kondensatoren) und bereits angebrachte Rückseitenkühler bei einigen Mainboards aus dem Hause Asus und Gigabyte sind mögliche Fehlerquellen. Wer also mit dem Kauf des Scythe Orochi liebäugelt, sollte sich vorher genau informieren, ob der Einbau des Kühlers möglich ist.

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