mCubed EF14
Autor: Jörg Sukale
Einleitung
Fast alle neuen Netzteile werden mit dem 80Plus Zertifikat ausgezeichnet, das dem Käufer eine sichere Aussage über die zu erwartende Effizienz gibt. Dabei muss aber beachtet werden, dass die Effizienz von 80% erst bei einer Minimallast von 20% erreicht werden muss. Dies bedeutet bereits bei einem 400W Netzteil, dass es erst bei 80W Primärleistung die beworbene hohe Effizienz aufweist. Da jedoch viele Office- und Internet-PCs mit deutlich weniger Energie auskommen, arbeiten die meisten Netzteile im sehr ineffizienten Bereich. Aus diesem Grund setzen nicht nur mehr absolute Kenner auf das kleine picoPSU samt externem Notebooknetzteil. Dies ist auch den Österreichern von mCubed nicht entgangen, weshalb man seit kurzem ein komplettes Bundle aus picoPSU und externem Netzteil zum attraktiven Preis anbietet. Im nachfolgenden Testbericht wollen wir dabei klären, ob das mCubed EF14 das optimale Netzteil für stromsparende Systeme darstellt.
An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei mCubed für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Testmusters bedanken. Das mCubed EF14 Netzteil ist ab sofort im hauseigenen Shop erhältlich.
Wie wir bereits gewohnt sind, liefert mCubed auch das EF14 in einer schlichten und stabilen weißen Pappschachtel aus. Ordentlich verpackt finden sich in dieser das picoPSU, ein externes Notebooknetzteil sowie ein 4pin-Molex-auf-P4-12V-Adapter. Damit liefert mCubed alle nötigen Teile und Kabel mit, um das Netzteil sofort im heimischen Rechner in Betrieb zu nehmen. Insgesamt fällt die Kabelausstattung jedoch mit einem 4pin-Molex-, einem SATA- und einem FDD-Stecker sehr karg aus. Wer neben einer Festplatte auch noch ein optisches Laufwerk betreiben möchte, sollte also daran denken, ein oder mehrere spezielle Adapterkabel zum Warenkorb hinzuzufügen. .
Technische Daten
Spezifikationen DC-DC:
Gesamtmaße: 31 x 45 x 20mm (Höhe x Breite x Tiefe)
ATX20-Stecler
Effizienz: 94%
Stromstecker fĂĽr 1×5,25“, 1xSATA und 1x 3,5“
12V-Eingangsstecker
Spezifikationen AC-DC:
Gesamtmaße: 34 x 55,5 x 116mm (Höhe x Breite x Tiefe)
Effizienz: 80%
Max. Power: 84W
Leistung:
12V – 7A – 84W
5V – 6A – 30W
3,3V – 6A – 20W
5VSB – 1,5A – 7,5W
-12V – 0,05A – 0,5W
Permanent Power 84W
Combined Power 142W
Das Herzstück des EF14 Netzteils bildet das gelbe picoPSU, welches maximal 120W zur Verfügung stellen kann. Da dieses jedoch nur einen 12V Eingang besitzt, muss das mitgelieferte externe Netzteil die normale Netzspannung aus der Steckdose auf 12V umwandeln. Im Gegensatz zum picoPSU soll das externe Netzteil jedoch nur eine Effizienz von 80% besitzen – die 94% des picoPSU klingen da natürlich ganz anders.
Das picoPSU ist selbstverständlich zu allen gängigen Mainboards mit 20pin oder 24pin ATX-Anschluss kompatibel. Zudem kommt es komplett ohne bewegliche Teile aus und arbeitet somit in der Theorie komplett lautlos. Aufgrund der extrem geringen Größe wäre es allerdings auch nahezu unmöglich gewesen, diverse Krachmacher zu integrieren.
Schauen wir uns nun aber die Kabelstränge des picoPSU an. Das Spannungseingangskabel ist etwa 25cm lang und besitzt einen genormten Niedervoltstecker mit 2,5mm Innen- und 5,5mm Außendurchmesser. Damit sollte die Kabellänge auch in größeren Gehäusen ausreichen, um das externe Netzteil außerhalb des geschlossenen Systems anzuschließen. Anders sieht es jedoch bei den Stromversorgungskabeln aus. Alle Anschlüsse sitzen dabei in Reihe an einem Kabelstrang, dessen Länge eindeutig für sehr kleine Systeme abgestimmt wurde. In vielen normalen Gehäusen müssen deswegen wohl handelsübliche Verlängerungen zum Einsatz kommen.
Auf eine Besonderheit des picoPSU ist jedoch zu achten. Da das Netzteil die empfangenen 12V einfach nur durchschaltet, besitzt das externe 12V-Netzteil eine ebenso wichtige Rolle wie das picoPSU zur stabilen Energieversorgung der Komponenten. mCubed vertraut hier auf das chinesische Modell YS80 der Firma Anhui Talema Electronics, welches ĂĽber eine maximale Leistung von 84W verfĂĽgen soll.
Testsystem
Das mCubed EF14 wurde an einem offenen komplett passiv gekĂĽhlten PC mit folgenden Komponenten betrieben:
- AMD Athlon X2 BE-2300, G2 Stepping
- Abit AN-M2HD
- 2x 1024MB A-DATA PC2-6400
- onboard Grafik 7050/630a
- Samsung HD200HJ (+ Seagate 7200.10 500GB SATA)
Testablauf
Während der Tests wurde der Prozessor mit unterschiedlichen Taktraten betrieben, um unterschiedlich hohe Verlustleistungen zu erzeugen. Außerdem wurde im maximalen Belastungstest eine zusätzliche und ganz und gar nicht sparsame Seagate 7200.10 Festplatte mit 500GB angeschlossen.
- Einstellung 1: BE-2300 @ 1000MHz, 0,8V
- Einstellung 2: BE-2300 @ 1900MHz, 1,0V
- Einstellung 3: BE-2300 @ 1900MHz, 1,2V
- Einstellung 4: BE-2300 @ 1900MHz, 1,4V
- Einstellung 5: BE-2300 @ 2360MHz, 1,4V + Seagate 7200.10
Wir führten unter den genannten Einstellungen Spannungs- und Verbrauchsmessungen sowohl im Leerlauf als auch unter Vollast, erzeugt mit Prime95. Folgende Geräte wurden für die verschiedenen im Test durchgeführten Messungen verwendet:
- Spannungsmessungen: Voltcraft Digital Mulitmeter VC140
- Temperaturmessungen: AquaComputer Aquaero LT Rev.4
- Verbrauchsmessungen: Conrad Energy Check 3000
Praxistest
Um das mCubed EF14 in möglichst verschiedenen Szenarios zu testen, haben wir unsere Plattform unter verschiedenen Einstellungen und Ausstattungen betrieben. Dabei wurde das System auch bei deutlich über 100W Last stabil mit der nötigen Energie versorgt. Über volle zwölf Stunden konnten wir sogar das Testsystem durch zusätzliches Belasten der angeschlossenen Festplatten und der integrierten Grafikeinheit stabil betreiben. Das System verbrauchte unter diesen Bedingungen knapp über 130W! Dies war deshalb ganz besonders verwunderlich, da das Netzteil laut Hersteller lediglich maximal 84W zur Verfügung stellen können soll.
Spannungen
| Modus | Prozessortakt/-spannung Festplatte(n) | Leerlauf 3,3V | 5V | 12V | Vollast 3,3V | 5V | 12V |
|---|---|---|---|
| AMD Athlon BE-2300 1000MHz @ 0,8V / HD200HJ | |||
| AMD Athlon BE-2300 1900MHz @ 1,0V / HD200HJ | |||
| AMD Athlon BE-2300 1900MHz @ 1,2V / HD200HJ | |||
| AMD Athlon BE-2300 1900MHz @ 1,4V / HD200HJ | |||
| AMD Athlon BE-2300 2360MHz @ 1,4V / HD200HJ + 7200.10 |
Die gemessenen Spannungen zeigen, dass das EF14 in unserem Testsystem die 3,3V- und 5V-Schiene sehr stabil bereitstellen konnte, jedoch die 12V-Schiene mit steigender Last stark einbrach. Dies mag daran liegen, dass die Erhöhung der Verlustleistung hauptsächlich über die 12V Leitung realisiert wurde und das externe Netzteil teilweise weit außerhalb der Spezifikationen lief.
Energieverbrauch
| Modus | Netzteil | Leistungsaufnahme Leerlauf | Leistungsaufnahme Vollast |
|---|---|---|---|
| mCubed EF14 | |||
| Enermax PRO82+ 385W | |||
| Fortron ZEN II 400W | |||
| mCubed EF14 | |||
| Fortron ZEN II 400W | |||
| Enermax PRO82+ 385W | |||
| mCubed EF14 | |||
| Fortron ZEN II 400W | |||
| Enermax PRO82+ 385W | |||
| Fortron ZEN II 400W | |||
| Enermax PRO82+ 385W | |||
| mCubed EF14 | |||
| Fortron ZEN II 400W | |||
| Enermax PRO82+ 385W | |||
| mCubed EF14 |
Hier zeigt sich eindeutig, wie effizient die Kombination aus picoPSU und externem Notebooknetzteil zu Werke geht. Insbesondere im Bereich unter 60 Watt kann das mCubed EF14 einen deutlichen Vorsprung gegenüber den aktuell wohl effizientesten normalen ATX-Netzteilen für sich verbuchen. Aber auch bei knapp 90W liegt das EF14 noch gleichauf mit den großen Verwandten. Damit scheint das Netzteil nahezu optimal für viele gängige Office- und Internet-PCs auf Basis von AM2 Prozessoren zu sein.
Temperaturen
Über den gesamten Testzeitraum behielt das picoPSU des mCubed EF14 sprichwörtlich einen kühlen Kopf. Temperaturen über 35°C waren dem Netzteil nicht zu entlocken, wobei die Ursache für diese extrem geringen Temperaturen wohl das Durchschleifen der 12V-Leitung sein dürfte, da hier keine Verluste auftreten können. Das externe Netzteil wurde dagegen bei Belastungen innerhalb der Spezifikationen zwar lediglich handwarm, jedoch wurde es bei Belastungen über 120W schon sehr warm. Trotzdem konnte man es noch ohne Probleme über längere Zeit berühren, ohne sich zu verbrennen.
Lautstärke
Da weder das externe Netzteil noch das picoPSU über irgendwelche beweglichen Teile verfügen, sollte diese Kombination komplett lautlos fungieren. Brummen, Fiepen oder andere elektrische Störgeräusche ließen jedoch schon so manchen Traum vom lautlosen Netzteil verpuffen. Im Falle des mCubed EF14 konnten wir jedoch in keinster Weise unangenehme Störgeräusche vernehmen.
Das mCubed EF14 überzeugte die Redaktion insbesondere durch den enormen Effizienzvorsprung im Bereich unterhalb von 50W gegenüber der 80Plus-Spitze der normalen ATX-Netzteile. Aber auch die geringe Wärmeentwicklung der Komponenten und das Fehlen von elektrischen Störgeräuschen im Betrieb gehören zu den Pluspunkten des kleinen Kraftwerks. Einzig der recht kurze Kabelstrang mit geringen Anschlussmöglichkeiten und das Einbrechen der 12V-Leitung bei (zu) hoher Last trüben das ansonsten positive Bild des mCubed EF14 ein wenig. Insgesamt stellen wir also fest, dass mCubed mit dem EF14 eine gelungene Kombination aus picoPSU und externem 12V-Netzteil auf die Beine gestellt hat, das sich optimal für die Passivsysteme aus dem eigenen Hause und so manchen stromsparenden Office- oder Internet-PC eignet. Aus diesem Grund vergeben wir dem mCubed EF14 Netzteil auch unseren SilentHardware Gold-Award.
Links:
Diskussion in unserem Forum
Herstellerwebseite




Loading... 










