Club3D HD3870 Passive Cooling
Autor: Reinhard Moser
Die Grafikkarte im Detail
Beim PCB hält man sich bei Club3D nicht ganz an ATi’s Vorgaben. So unterscheidet sich der Großteil der Platine zwar nicht von anderen Karten im Referenzdesign, Anordnung sowie die Bauteile der Spannungsversorgung wurden allerdings etwas verändert. Die Platine wirkt aufgeräumt und gut verarbeitet. Der VRAM ist in Bogenform um die GPU angeordnet, die PWMs befinden sich am hintersten Ende der Karte. Auf der Rückseite finden sich keine wichtigen Bauteile.
Für die Kühlung der Karte sorgt ein massiver Kühler, welcher auch schon von Powercolor auf deren HD3870 eingesetzt wird. Diese wurde rein für den passiven Betrieb gebaut. Bestehend aus zwei Kühlkörper, einem großen auf der Unterseite, einem kleinen auf der Rückseite, wurde die Kühlung für möglichst hohe Kompatibilität konzipiert.
Im Gegensatz zu unseren bisherig getesteten passiven Grafikkarten sitzt bei der Club3D HD3870 Passive Cooling der Kühler nicht entweder auf der Vorder- oder Rückseite, sondern auf beiden Seiten. So findet sich ein sehr größer, fast die ganze Karte verdeckender, Kühlkörper an der Vorderseite der Karte, ein ca. halb so großer an der Rückseite. Angebunden sind diese jeweils über zwei 6mm Heatpipes. Trotz der vorzugsweisen Verwendung von Aluminium bringt der Kühler ein doch recht stattliches Gewicht auf die Waage. Auch gönnt sich der Kühler jeweils einen weiteren Slot unter und über der Grafikkarte.
Das Kühlprinzip des hier verwendeten Kühlers ist im Grunde schnell erklärt. So entspricht der grundliegende Aufbau denen unserer bisherigen passiven Kühllösungen, nur in doppelter Ausführung. Der Kontakt zur GPU wird über eine massive Kupferplatte hergestellt, auf welcher die insgesamt vier Heatpipes angelötet wurden. Jeweils zwei von Selbigen verbinden nun die 40 Lamellen des großen Kühlkörpers bzw. die 27 Lamellen des kleinen mit der Bodenplatte. Die recht große Oberfläche wurde hierbei allerdings durch einen, für passive Verhältnisse, sehr geringen Lamellenabstand erkauft. Ob sich das im Betrieb negativ auswirkt, werden wir in diesem Bericht noch klären. Die VRAMs werden über eine einfache Aluminiumplatte ohne weitere Kühlrippen “gekühlt”. Auch die Spannungswandler müssen sich nicht über fehlende Kühlung beklagen. Hier wurde ein kleiner, gerippter Kühlblock eingesetzt um die PWMs nicht zu heiß werden zu lassen. Wer sich im übrigen fragt, wofür denn die drei Gewinde hinten an den Kühlkörpern seien: Für zusätzliche Kühlung kann hier ein 50mm großer Lüfter montiert werden. Mit einem leisen Betrieb ist hier dann allerdings Schluss, wobei ein so kleiner Lüfter sicher keine wirklich besseren Ergebnisse bringen wird.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Verarbeitungsqualität sowie die Materialgüte der verbauten Kühlung. An diesem Punkt waren wir doch ziemlich enttäuscht. Zwar sind die Heatpipes sauber verlötet und zusätzlich vernickelt, durch die fehlende Polsterung sind allerdings andere Mängel entstanden. So war der komplette Kühler bei Ankunft ziemlich verbogen und musste erst von uns gerichtet werden um überhaupt von uns eingebaut werden zu können. Auch die Lamellen waren ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Der Kühlleistung tut das natürlich keinen Abbruch.
Einbau und Kompatibilität
Der Einbau der Karte sollte keine Schwierigkeiten mit sich bringen, da die Kühlung der Karte, vor allem auf der Rückseite, sehr platzsparend gehalten wurde. Problemen mit hohen Northbridge-Kühlern wird so aus dem Weg gegangen. Steckt die Karte im PCIe Slot und ist sicher verschraubt steckt man noch schnell den PCIe Stecker ein und es kann los gehen. Bei unserem Testmuster hing der vordere Kühlkörper jedoch so nah am PCIe-Anschluss, dass ein Einstecken des 6-pol sehr erschwert wurde. Ein Lösen dieses ist noch um einiges schwerer.





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