Sechs Festplattendämmboxen im Test
Autor: Jörg Sukale
Einleitung
Die Festplatten zählen unter den Silencern zu den letzten und nicht gerade einfach ruhig zu stellenden Krachmachern im eigenen System. Immer wieder drängen verschiedene Hersteller mit neuen Dämmboxen auf den Markt und versprechen endlich die optimale Lösung zur Ruhigstellung und gleichzeitig Kühlung der Festplatten gefunden zu haben. Da dies jedoch in den meisten Fällen nur leere Versprechungen sind, gibt es auch interessante und wirkungsvolle Bastellösungen, die in der Vergangenheit große Beliebtheit errungen haben. Jedoch steht auch hier der Markt nicht still, weshalb wir uns diesmal sechs Festplattendämmboxen genauer angeschaut haben und einen Vergleich zu der wohl beliebtesten Bastellösung – der Bitumenbox – herstellen werden.
An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei gamingstuff.de, mCubed, Scythe, silentmaxx und User heatpipe aus unserem Forum für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung der jeweiligen Testmuster bedanken.
Unser erster Kandidat kommt in einer kompakten Pappschachtel daher. Neben dem Smart Drive 2002C befinden sich auch ein Schraubenset, sowie kurze Strom- und Datenkabel sowie eine kurze Anleitung im Lieferumfang.
Technische Daten
Materialien: Aluminium (Gehäuse) und Kupfer (Innen)
Dämmmaterial: Schaumstoff
Entkoppelung: Sorbothan – synthetische Gummimischung (intern verbaut)
Gewicht: 1100g
Gesamtmaße(H/B/T): 36mm x 145mm x 177mm
weitere Varianten:
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
Preis: ab ca. 70 Euro (Stand 06/08)
Aufbau und Funktionsweise
Üblicherweise kommt das GrowUp Japan Smart Drive 2002C im 5,25“ Format daher, um auch in einem solchen Slot Platz zu finden. Äußerlich besticht das Smart Drive durch sein schwarz eloxiertes Aluminiumgewand und weist eine feine Lamellenstruktur auf, die für eine verbesserte Wärmeabgabe sorgen soll.
Im Inneren des Smart Drives bestimmen dagegen grauer Schaumstoff und bräunlich rot glänzende Kupferplatten das Erscheinungsbild. Während der Schaumstoff für die Reduzierung der Lauf- und Zugriffsgeräusche zuständig ist, sollen die Kupferplatten für eine rasche Abfuhr der Abwärme sorgen, die anschließend über das äußere Aluminiumgewand an die Umgebungsluft abgegeben wird. Die zusätzlich verbaute sehr weiche Gummimischung namens Sorbothan, welches bereits innerhalb der Box die Vibrationen der Festplatte aufnehmen soll und dem Smart Drive zusätzliche Entkoppler im Außenkleid erspart, fördert ebenfalls zu einer weiteren Geräuschreduzierung bei.
Montage
Die Montage gestaltet sich durchgehend einfach und unkompliziert. Die Festplatte lässt sich problemlos in das Smart Drive einsetzen und kann anschließend mit den mitgelieferten Kabeladaptern versehen werden. Somit kann die Festplatte nach dem Schließen der Box mittels sechs Schrauben schnellstmöglich am vorhandenen Kabelbaum des Computers angeschlossen werden. Vom Hersteller vorgesehen, ist dagegen lediglich die Montage in einem freien 5,25“ Schacht, weshalb ein wenig Bastelarbeit von Nöten ist, um die Festplatte optimal auf dem Gehäuseboden entkoppelt zu montieren. Die interne Entkoppelung scheint ordentlich zu funktionieren, jedoch besteht auch hier noch Verbesserungspotential, weshalb zusätzliche Entkoppler für bessere Ergebnisse sorgen sollten.
Der mCubed Vertical Silence Rev.2 wird in einer schlichten weißen Pappschachtel an die Kunden ausgeliefert und verzichtet bewusst auf optische Spielereien. Ebenso spartanisch fällt auch der Lieferumfang aus und somit befinden sich lediglich vier Schrauben mit Unterlegscheiben, eine Gummiblende und eine Kurzanleitung im Lieferumfang.
Technische Daten
Materialien: Aluminium (Kühlkörper) und Gummi (Ummantelung)
Dämmmaterial: Gummimischung
Entkoppelung: Gummimischung (extern verbaut)
Gewicht: 490g
Gesamtmaße(H/B/T): 38mm x 146mm x 156mm
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
Preis: ab ca. 30 Euro (Stand 06/08)
Aufbau und Funktionsweise
Der mCubed Vertical Silence Rev.2 besitzt im Grunde keinen inneren und äußeren Aufbau. Einzig zwei Aluminiumkühlprofile mit senkrecht angeordneten Lamellen zur Optimierung der Kühlleistung im passiv gekühlten Betrieb und eine durchgehende Gummiummantelung zieren den Vertical Silence in der zweiten Revision. Direkt in der äußeren Gummihülle eingearbeitet, finden sich die erfreulich weichen Entkoppler mit eingegossenem Gewinde, womit die Dämmbox in einem freien 5,25“ Schacht montiert werden kann.
Den Part der Geräuschdämmung übernimmt beim Vertical Silence Rev.2 ausschließlich die Gummihülle, die zusätzlich für eine ausgezeichnete Entkoppelung sorgen soll. Da im Endeffekt jedoch nicht viel Dämmmaterial im Vergleich zu anderen getesteten Dämmboxen vorhanden ist, dürfte die Reduzierung der Lautstärke nicht all zu groß ausfallen. Durch den sparsamen Materialeinsatz sind die Ausmaße des Vertical Silence Rev.2 dafür aber sehr gering, weshalb der Einbau auch in kleinen Gehäusen problemlos zu bewerkstelligen ist.
Montage
Das Einschieben der Festplatte in die Dämmbox von mCubed geschieht werkzeuglos und ohne großen Kraftaufwand. Akustisch informiert den Anwender sogar ein leichtes Klicken darüber, dass die Festplatte korrekt im Vertical Silence Rev.2 sitzt. Lediglich das Herausnehmen der Festplatte ist etwas komplizierter und erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Ohne Bastelaufwand lässt sich der Testproband nur in einem freien 5,25“ Schacht unterbringen. Aber auch eine Montage auf dem Gehäuseboden sollte schnell und einfach zu realisieren sein, insbesondere weil umständliche Entkoppelungsmethoden aufgrund der bereits vorhandenen sehr guten Entkoppelung nicht nötig sind.
Scythe liefert den Scythe Himuro in einer kompakten schwarzen Pappschachtel aus, die allerhand Grafiken und Features zieren. Ähnlich wie mCubed dem Vertical Silence Rev.2 legt Scythe dem Himuro lediglich ein kleines Schraubenset und eine Kurzanleitung bei.
Technische Daten
Materialien: Aluminium (Gehäuse)
Dämmmaterial: keins
Entkoppelung: Gummimischung (extern verbaut)
Gewicht: 790g
Gesamtmaße(H/B/T): 41mm x 132mm x 178mm
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
Preis: ab ca. 16 Euro (Stand 06/08)
Aufbau und Funktionsweise
Eigentlich stellt der Scythe Himuro nur einen Festplattenkühler dar, da die Festplatte lediglich durch ein großes Aluminiumgehäuse ummantelt wird. Dämmstoffe finden sich im oder am Himuro nämlich nicht. In das schwarz eloxierte zweiteilige Aluminiumgehäuse sind eine Vielzahl an Lamellen eingearbeitet worden, um eine schnelle und effektive Wärmeabgabe an die Umgebung zu garantieren.
Trotz fehlender Dämmmaterialien bewirbt Scythe das Produkt als „Cool-n-Silent“, also mit einer Reduzierung von Temperatur und Lautstärke der eingebauten Festplatte. Diese Verringerung der Lautstärke kommt jedoch keineswegs von den kleinen Schaumstoffabstandshaltern im Inneren des Himuro, sondern soll durch die entkoppelte Einbauweise im Vergleich zu einer nicht entkoppelten Festplatte realisiert werden.
Montage
Sowohl der Ein- als auch der Ausbau einer Festplatte beim Scythe Himuro geht spielend einfach von der Hand. Gehäuse öffnen, Festplatte einlegen, Gehäuse schließen und fertig. Für den Einbau im Gehäuse hat Scythe jedoch lediglich den Einbau in einem 5,25“ Schacht vorgesehen, weshalb es kleiner Bastelarbeiten bedarf, um den Festplattenkühler auf dem Gehäuseboden zu montieren. Aufgrund der sehr harten Gummientkoppler empfiehlt es sich aber, zusätzliche weichere Gummientkoppler zu verwenden.
Auch das Quiet Drive wird in der üblichen Verpackungsgröße für Festplattengehäuse ausgeliefert und wird bereits auf der schwarzen Verpackung durch verschiedene Grafiken und Features beworben. Der Lieferumfang ist dagegen recht komplex durch verschiedene Schraubensets, Wärmeleitpads, Kabeladapter für Strom und Daten sowie einer mehrsprachigen Kurzanleitung.
Technische Daten
Materialien: Aluminium (Gehäuse) und spezielle Gummimischung (Innen)
Dämmmaterial: Gummimischung
Entkoppelung: Gummimischung (extern verbaut)
Gewicht: 860g
Gesamtmaße(H/B/T): 36,5mm x 145mm x 198mm
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
Preis: ab ca. 28 Euro (Stand 06/08)
Aufbau und Funktionsweise
Das Scythe Quiet Drive ist bereits seit einiger Zeit auf dem Markt und hat sich das Image einer soliden Festplattendämmung erarbeitet. Im heutigen Testbericht gilt es also, dieses Image unter den gespitzten Silencer-Ohren zu bestätigen. Aufgebaut ist das Quiet Drive aus einer inneren und einer äußeren zweiteiligen Aluminiumbox. Während die innere Box lediglich die Festplatte fest umschließt, ist die äußere schwarze Box mit einer speziellen und leicht unangenehm riechenden Gummimischung gefüllt, die den Großteil der Lauf- und Zugriffsgeräusche eliminieren soll.
Leider umschließt diese Gummimischung die eingesetzte Festplatte in der kleinen Aluminiumbox nur seitlich, weshalb Geräusche nach oben und unten ohne großes Hindernis entweichen können. Zwischen den beiden Metallboxen werden jedoch große und recht dicke Wärmeleitpads montiert, die für eine bessere Wärmeleitung sorgen und einige kleinere Vibrationen schlucken sollen.
Montage
Der Einbau der Festplatte gestaltet sich entsprechend des komplizierten Aufbaus ziemlich aufwändig. Während das Montieren der Festplatte im internen Aluminiumrahmen und das Anbringen der Wärmeleitpads nur Zeit in Anspruch nimmt und den Anwender wenig fordert, ist das endgültige Zusammenschrauben der äußeren Aluminiumbox nur unter großem Kraftaufwand und entsprechender Fingerfertigkeit zu bewerkstelligen. Größtes Manko am Quiet Drive sind jedoch die dünnen und viel zu harten Gummientkoppler an den Seiten der Dämmbox. Beim Einbau in einen 5,25“ Schacht werden Vibrationen nahezu ungedämmt an das Gehäuse weitergegeben und lassen somit den Lautstärkevorteil durch die verwendeten Dämmstoffe verpuffen.
Silentmaxx setzt nicht nur beim Kühler selbst auf ein kräftiges Blau, sondern färbt auch die vorbildlich gepolsterte Verpackung darin ein. Neben dem Festplattengehäuse legt silentmaxx noch eine dünne Platte und einen Abstandshalter aus Schaumstoff sowie zwei Wärmeleitfolien und eine Kurzanleitung bei.
Technische Daten
Materialien: Aluminium (Gehäuse)
Dämmmaterial: nicht vorhanden
Entkoppelung: Gummimischung (extern verbaut)
Gewicht: k.A.
Gesamtmaße(H/B/T): 40mm x 145mm x 170mm
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
Preis: ab ca. 32 Euro (Stand 06/08)
Aufbau und Funktionsweise
Wie der bereits vorgestellte Scythe Himuro ist der silentmaxx HD-Silencer Rev.2 eigentlich nur ein Festplattenkühler und keine Festplattendämmung, da dämmende Füllstoffe auch hier fehlen. Interessanter Aspekt im Vergleich zum Himuro ist jedoch, dass durch die vollständige Ummantelung durch den Aluminiumkühler der Luftschall effektiv reduziert werden soll. Der bei drehenden Festplatten erzeugte Körperschall soll zudem durch die vier integrierten Gummipuffer in den Seiten des HD-Silencers gemindert werden.
Nach dem fertigen Zusammenbau befindet sich fast im gesamten Festplattengehäuse zwischen der eingebauten Festplatte und dem Aluminiumkühlkörper ein dünnes Wärmeleitpad. Nur auf der Unterseite der Festplatte sorgt eine Schaumstoffplatte für einen direkten Kontakt zwischen Elektronikbauteilen auf der Unterseite der Festplatte und dem Kühler selbst.
Montage
Das Einsetzen der Festplatte in den silentmaxx HD-Silencer Rev.2 ist nach dem umständlichen Einkleben des mitgelieferten Wärmeleitpads leider nur mit relativ großem Krafteinsatz möglich. Zudem sollte zur leichteren Handhabung auch die vordere Blende demontiert werden, insbesondere wenn die Festplatte wieder aus dem Gehäuse entnommen werden soll. All zu oft sollte die Festplatte jedoch nicht gewechselt werden, da das Wärmeleitpad sehr schnell beschädigt wird und an einigen Stellen reißt. Die für den Einbau im 5,25“ Schacht bestimmten Gummipuffer sind da um Einiges stabiler, wenn nicht sogar zu stabil, weshalb die Entkoppelungswirkung nicht zu den Stärken des HD-Silencers gehört.
Da die Vergussmassenbox oder auch Kühl-/Dämmbox III nicht in Serie produziert wird bzw. wurde, besitzt dieses Festplattengehäuse auch einen kleinen Sonderstatus im Testfeld. Geliefert wird die Box ansonsten mit einem Schraubenset, einem kleinen Paket Knete zum Abdichten der Anschlüsse und einer Bohrschablone.
Technische Daten
Materialien: Polyurethan-Vergussmasse hoch angereichert mit wärmeleitendem Edelkorund
Dämmmaterial: Polyurethan-Vergussmasse
Entkoppelung: nicht verbaut
Gewicht: 2,9kg
Gesamtmaße(H/B/T): 68mm x 144mm x 189,5mm
Kompatibilität: 3,5″ Festplatten mit SATA bzw. P-ATA Anschluss
aktuell nicht erhältlich
Aufbau und Funktionsweise
Der Aufbau der Vergussmassenbox oder auch Kühl-/Dämmbox III genannt, ist ebenso einfach wie effektiv. Das gesamte Festplattengehäuse besteht aus einem Material, das in vorher gefertigte Formen gegossen wurde. Die daraus entstehenden zwei Teile können anschließend durch sechs eingegossene M4 Gewinde mittels mitgelieferter Schrauben zusammengeschraubt werden. Zur besseren Wärmeabgabe an die Umgebungsluft besitzt die gegossene Festplattenbox außerdem ein deutliches Kühlprofil.
Die Vergussmassenbox hat bereits einige Änderungen erfahren und liegt uns in der aktuellen dritten Version vor. Jedoch wird es diese Version wohl nie zur Serienreife schaffen und eine neue Idee des Erfinders eventuell in Serie gehen. In der neuen Idee soll im Gegensatz zum vergossenen Polyurethan mit Aluminium-Oxid eine sogenanntes Wärmeleitkit bestehend aus Calciumcarbonat, Öl und weiteren wärmeleitenden Füllstoffen zum Einsatz kommen, welches die Festplatte optimal umschlingt und in ein Metallgehäuse gefüllt werden soll. Genaueres zur Entstehung der Vergussmassenbox und dem Wärmeleitkit lässt sich in unserem Forum finden.
Montage
Die Montage der Vergussmassenbox ist lediglich über die vier M4 Gewinde möglich, weshalb idealerweise vier oder besser sechs weiche Entkoppler auf dem Gehäuseboden platziert werden sollten.
weiterführende Links
Festplattenbox fertig, Zweiteilige FP-Box aus Vergussmasse
geänderte Kühl/Dämmbox, zweiteilige FP-Box aus Vergussmasse
Verbesserte Kühl-Dämmbox, Boxlänge 190mm
Kühl/Dämmbox III, Verbesserungen
Wärmeleitkitt, Optimierung von Kühl/Dämmboxen für Festplatten
Testsystem
- Intel Core 2 Duo E6700
- Abit AW9D-MAX (Intel i975X) modifiziert mit Enzotech Chipsatzkühlern
- 2x 1024MB G.Skill DDR-II 800 CL4
- Thermaltake Eureka (abgeklebte Seitenwand) kein Gehäuselüfter!
- Enermax Liberty 400W mit Scythe S-Flex SFF21E @ 800U/min
- XFX GeForce 8400GS low profil
- Seagate Barracuda 7200.10 500GB (ST3500630AS)
- Western Digital Caviar Green Power 500GB (WD5000AACS)
Für unseren aktuellen Test haben wir unser bewährtes Testsystem, in dem wir ansonsten CPU-Kühler testen, verwendet und dabei lediglich eine kleine Änderung vorgenommen. Der hintere Gehäuselüfter musste für den aktuellen Test weichen und überlässt somit allein dem Scythe S-Flex SFF21E (heruntergeregelt auf 800U/min) im Netzteil die Aufgabe der Gehäuseentlüftung. Alle getesteten Dämmboxen wurden dabei auf dem Gehäuseboden mittels sehr weicher Gummipuffer vom Gehäuse entkoppelt.
Testablauf
Für vergleichbare Ergebnisse ist es erforderlich, einen festgelegten Testablauf strikt einzuhalten. Wir haben uns dafür entschieden, das System und im Speziellen die Festplatte intensiv zu belasten und die maximal aufgezeichnete Temperatur während des Testzeitraumes zu notieren. Die Raumtemperatur betrug während der Messungen 23°C.
- einstündige Aufwärmphase durch 3DMark06 Loop
- zweistündiges ständiges Kopieren von Daten auf der getesteten Festplatte
- intensive Prüfung auf defekte Sensoren durch HDTune v2.55
Die Schallmessungen wurden bei Nacht und an einem komplett passiven PC aus 15cm Entfernung zur Lärmquelle durchgeführt, um etwaige Verfälschungen der Messergebnisse durch andere Lärmquellen zu vermeiden. Als Schallpegelmessgerät kam das PCE-318 zum Einsatz, welches mittels Schallkalibrator vor den Messungen kalibriert wurde! Die gemessene Raumlautstärke bei empfundener Stille betrug 26,5dB(A).
Wollen wir nun einen Blick auf die erzielten Temperaturen der einzelnen Festplattengehäuse werfen.
Eines lässt sich nach Beendigung der Temperaturtests eindrucksvoll feststellen. Alle getesteten Festplattengehäuse sorgen für geringere Temperaturen und überzeugen daher mit einer guten und effizienten Kühlung der verbauten Festplatte.
An der Spitze dominiert die Vergussmassenbox deutlich vor den eigentlichen Festplattenkühlern Scythe Himuro und silentmaxx HD-Silencer Rev.2. Absolut gleichauf mit diesen beiden Kühlern überrascht jedoch das Scythe Quiet Drive, welches selbst die beliebte Bitumenbox hinter sich lassen kann. Weniger gut kühlen dagegen das sehr teure GrowUp Japan Smart Drive 2002C und der kompakte mCubed Vertical Silence Rev.2.
Schauen wir nun, inwiefern die Testprobanden ihre Aufgabe als Festplattendämmung erfüllen.
Ähnlich wie bei den Temperaturtests düpiert die Vergussmassenbox das komplette Testfeld und lässt sogar die verwendete laute Seagate 7200.10 nahezu verstummen. Lediglich die harten Zugriffsgeräusche bleiben auch mit der Vergussmassenbox noch leicht hörbar. Mit deutlichem Abstand dahinter kann sich das teure GrowUp Japan Smart Drive 2002C auf Platz zwei platzieren und dämmt insbesondere das Laufgeräusch ausgezeichnet. Auf den Plätzen drei und vier folgen dann mit geringem Abstand die Bitumenbox und das Scythe Quiet Drive, die zumindest für eine erträgliche Lärmentwicklung sorgen können. Trotz guter Dämmung der Laufgeräusche kann sich das mCubed Vertical Silence Rev.2 aufgrund der schlechten Dämmung der Zugriffsgeräusche dagegen nur knapp vor dem eigentlichen Festplattenkühler silentmaxx HD-Silencer Rev.2 platzieren, welches die Laufgeräusche nur geringfügig zu dämmen vermag. Klarer Verlierer dieser Disziplin ist aber das Scythe Himuro Festplattengehäuse, das die lauten Zugriffsgeräusche der getesteten Seagate Festplatte sogar noch verstärkt.
Mit der ebenfalls getesteten Western Digital Green Power sieht das Bild ähnlich aus, jedoch schiebt sich das gesamte Testfeld stärker zusammen, weshalb bereits das mCubed Vertical Silence Rev.2 die Festplatte nah an den Rand der Unhörbarkeit dämmt. Ein wenig leiser sind noch das Scythe Quiet Drive und die Bitumenbox sowie das Smart Drive 2002C, womit die Festplatte wohl für die meisten Leser bereits unhörbar agieren dürfte. Nochmals deutlich besser dämmt hingegen wieder die Vergussmassenbox, die praktisch keinen Laut mehr nach draußen gelangen lässt.
Die Testergebnisse haben gezeigt, dass intern verbaute Festplattengehäuse sich nicht umsonst großer Beliebtheit erfreuen, da in nahezu allen Fällen eine deutliche Reduzierung der Lautstärke oder der Temperaturen festgestellt wurden. Doch gibt es unter den getesteten Produkten noch gravierende Unterschiede, die zwischen Sieg und Niederlage entscheiden.
Als klaren Testsieger können wir die Kühl-/Dämmbox III von unserem Forenmitglied heatpipe küren. Keine andere getestete Festplattenbox war in der Lage, die Festplatte auf derart niedrigen Temperaturen bei gleichzeitig unglaublicher Geräuschdämmung zu betreiben. Leider sind die Material- und Herstellungskosten zu hoch, um diese Box in Serie einer breiten Kundschaft anbieten zu können, jedoch sieht es aktuell danach aus, als könne das weiterentwickelte Wärmeleitkit bald in Stückzahlen erhältlich sein.
Die teuerste aller getesteten und erhältlichen Dämmboxen konnte insbesondere durch die hervorragende Material- und Verarbeitungsqualität sowie die exzellente Geräuschdämmung überzeugen. Lediglich die Kühlleistung ist im Vergleich zu den anderen getesteten Festplattengehäusen nur ausreichend. Aufgrund der ausgezeichneten Dämmung verleihen wir dem Smart Drive 2002C aber unseren neuen Silenthardware Silent Award!
Die anderen getesteten Festplattengehäuse können in einzelnen Gebieten durchaus überzeugen, besitzen dafür aber auch deutliche Schwächen, die dazu führen, dass wir keine weiteren Awards vergeben konnten. Als guter Allrounder hat sich jedoch das Scythe Quiet Drive gezeigt, dass in etwa vergleichbar mit den beliebten Bitumenboxen ist. Der hohe Montageaufwand und die unbrauchbaren Entkoppler kosten jedoch eine Auszeichnung.
Bei den restlichen Produkten prägen sich die Stärken und Schwächen jedoch deutlich stärker aus, so überzeugt der mCubed Vertical Silence Rev.2 beispielsweise durch eine hervorragende Entkopplung und annehmbare Dämmwirkung, muss sich jedoch in den Temperaturtests mit dem letzten Platz zufrieden geben. Genau umgedreht sieht es dagegen bei den eigentlichen Festplattenkühlern Scythe Himuro und silentmaxx HD-Silencer Rev.2 aus. Beide überzeugen durch eine hervorragende Kühlleistung, platzieren sich in Sachen Dämmwirkung aber am Ende des Feldes. Insbesondere der Himuro fällt hier sogar besonders negativ auf, da Zugriffsgeräusche eher noch verstärkt werden. Dafür ist der Scythe Himuro aber das mit Abstand günstigste Produkt im Test, welches eventuell eine gute Grundlage für die ein oder andere Bastellösung sein könnte.
Links:
Diskussion in unserem Forum
Info zum Beitrag
geschrieben am Samstag, den 14. Juni 2008 um 15:52 Uhr
Kategorie(n): Festplatten & Zubehör
Tags: Dämmbox, GrowUp Japan, HD-Silencer Rev.2, Himuro, mCubed, Quiet Drive, Scythe, Silentmaxx, Smart Drive 2002C, Vergussmassenbox, Vertical Silence Rev.2




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