7 CPU-Kühler im Vergleich (Roundup)
Autor: Jörg Sukale
Cooler Master V8 im Detail
In einer schwarzen und edel gestalteten Pappschachtel erreicht unser erster Testproband der Cooler Master V8 sicher verpackt die Kundschaft. Neben einer ganzen Menge Montagematerial liegen dem V8 auch eine obligatorische Bedienungsanleitung sowie eine kleine Tube silikonhaltiger Wärmeleitpaste bei. Pluspunkte gewinnt der Kühler außerdem durch die praktische mitgelieferte Slot-Lüftersteuerung, die es erlaubt, den beiliegenden 120mm PWM-Lüfter auf niedrige 800 U/min herunter zu regeln.
Technische Daten
- Hybrid-Heatpipe-Tower-Kühler
- acht 6mm U-Heatpipes (effektiv zwölf)
- Gewicht: 865g (inkl. Lüfter)
- 120mm PWM-Lüfter mit 800 bis 1800 U/min (Lautstärke: 18-21dBA)
- Gesamtmaße(H/B/T): 161mm x 128mm x 120mm (mit Lüfter)
- Kompatibilität: Sockel 754/939/940/AM2(+) und LGA775 ohne Einschränkungen
Der Kühler im Detail
Nachdem Cooler Master bereits mit dem Hyper Z600 wieder Anschluss an die Spitze der aktuellen Kühlercharts gefunden hat, schickt man den an einen Sportwagenmotor erinnernden V8 selbstbewusst ins heiße Rennen um die Kühlerkrone. Die Zielsetzung während der Entwicklung lautete beim V8 jedoch gänzlich anders als noch beim Hyper Z-600. So soll der V8 insbesondere im aktiv belüfteten Betrieb glänzen und dem Platzhirsch IFX-14 aus dem Hause Thermalright das Leben schwer machen.
Qualität und Haptik spielen spätestens seit dem in diesem Jahr erschienenen Hyper Z600 in der ersten Liga, weshalb die ausgezeichnete Material- und Verarbeitungsqualität des vorliegenden V8 kaum verwunderte. Sogar die schwarze Plastikabdeckung wirkt durchaus hochwertig und passt sich stimmig ins Gesamtkonzept ein.
Mit knapp 900g ist der V8 keineswegs ein Leichtgewicht und positioniert sich nur knapp hinter den 1kg-Monstern Scythe Orochi oder dem hauseigenen Konkurrenten Hyper Z600. Aufgrund der Größe, der hohen Lamellenanzahl und den acht verbauten 6mm Heatpipes erscheint das Gewicht jedoch vergleichsweise gering.
Die Eckpfeiler des imposanten Kühlers lassen bereits gute Leistungen erahnen, denn insbesondere die acht verbauten 6mm Heatpipes sind aktuell alles andere als schnöder Standard. Ebenso die besondere Anordnung der insgesamt vier Lamellenkühlkörper mit dem mittig platzierten 120mm Lüfter zielen auf maximale Effizienz ab und zeigen den Mut der Ingenieure neue Wege zu gehen. Dem mutigen Konzept stehen aber auch ein ziemlich geringer Lamellenabstand und die wahrscheinlich eher schwach be- und entlüfteten äußeren Kühlkörper des V8 entgegen.
Auch sollte über die Positionierung der acht 6mm Heatpipes nachgedacht werden, da in Folge sehr kleiner Prozessorkerne im 45nm Verfahren die Abwärme trotz Kupferheatspreader sehr zentral an den Kühler weitergegeben wird und eine reduzierte Leistungsfähigkeit der außen platzierten Heatpipes unumgänglich ist.
Entsprechend der Auslegung für einen aktiv belüfteten Betrieb und hoher Leistung liegt dem Cooler Master V8 ein ziemlich schnell drehendes 120mm Modell bei. Mit maximal 1800U/min ist dieses Modell selbsterklärend kein Leisetreter und spricht primär nicht den Silent-Markt an. Befestigt wird der Lüfter lediglich an zwei Befestigungslöchern an der Plastikabdeckung und wird zumindest geringfügig durch kleine Schaumstoffplättchen entkoppelt.
Für das komplette Paket verlangt Cooler Master aktuell mindestens 45 Euro vom Kunden und platziert sich somit eindeutig im Hochpreissegment. Bei stimmigen Leistungen kann dieser zunächst hoch erscheinende Preis jedoch als durchaus fair betrachten werden, kosten doch einige direkte Konkurrenten selbst ohne Lüfter nochmals mehr.
Montage
In Sachen Montage greift Cooler Master auf den hauseigenen Baukasten zurück. So findet der Anwender wie bei den bereits getesteten Hyper 212 und Hyper Z600 sowohl für AMD- als auch Intel-Plattformen verschraubbare Montagemodule vor, die mittels Backplate von der Rückseite ohne Verrenkungen für sicheren und stabilen Halt sorgen. Der oftmals unvermeidbare Mainboardausbau geht leider auch bei der Montage des V8 einher. Dem anschließend eher unkomplizierten Installationsablauf und letztendlich erstklassigen Befestigung sei Dank, sollte dies jedoch nicht negativ ins Gewicht fallen.
In kurze Worte gefasst, stellt sich der Montageablauf in etwa so dar. Zunächst wird das entsprechende Montagemodul für AMD- oder Intel-Hauptplatinen am Kühler befestigt und anschließend der Kühler auf den mit Wärmeleitpaste bestrichenen Prozessor gesetzt. Nun dreht man den Kühler samt Mainboard um, setzt die mitgelieferte Metallbackplate auf die Rückseite und verschraubt den Kühler fest mit der Hauptplatine. So umgeht Cooler Master gekonnt Montageprobleme, die oftmals aufgrund der Größe aktueller Kühler auftreten können.
Acht Heatpipes und eine Gesamthöhe von über 16cm können gut und gern die Ursache für so manche Inkompatibilität sein. Stellt die Höhe eher Ansprüche an die Breite bzw. Höhe des Gehäuses, so können die verbauten Heatpipes Probleme mit größeren Bauteilen oder Kühlern rund um den Prozessorsockel machen, so dass ein Einbau nur bedingt oder gar nicht möglich ist. Allerdings scheinen die Konstrukteure bei Cooler Master bei der Gestaltung ein großes Auge auf die Kompatibilität und die damit verbundene Biegung der Heatpipes geworfen zu haben. Denn trotz nicht zu verachtender Maße wirkt der Kühler sehr elegant und dürfte auch auf Mainboards mit sehr großen Kühlkonstruktionen montierbar sein. Da die Verwendung der mitgelieferten Backplates nicht zwingend notwendig ist, können auch Anwender mit ungünstig platzierten Bauteilen auf der Rückseite der Hauptplatine den V8 montieren.
Info zum Beitrag
geschrieben am Sonntag, den 2. November 2008 um 19:14 Uhr
Kategorie(n): CPU-Kühler
Tags: 120mm Lüfter, Achilles S1284, Cooler Master, FZ-120, G-Power II Pro, Gigabyte, NH-C12P, Ninja 2, Noctua, Roundup, Scythe, Thermalright, Top-Flow-Kühler, Tower-Kühler, TRUE BLACK 120, V8, Xigmatek, ZEROtherm




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