7 CPU-Kühler im Vergleich (Roundup)
Autor: Jörg Sukale
Gigabyte G-Power II Pro im Detail
Wie zuvor Cooler Master setzt auch Gigabyte seinen Probanden durch eine schwarze Verpackung ins richtige Licht, greift dabei aber bewusst auf ein großes abgeschrägtes Sichtfenster. Beim Lieferumfang heißt es dann aber endgültig Klotzen statt Kleckern. Sind Montagematerial, mehrsprachige und bebilderte Montageanleitung sowie eine Tube silikonhaltiger Wärmeleitpaste noch Standard, so ist der beigelegte Spannungsadapter nicht überall anzufinden. Ganz und gar exklusiv ist dagegen sogar das braune Wildledertuch, um Fingerabdrücke problemlos von der Hochglanzabdeckung zu entfernen.
Technische Daten
- Hybrid-Heatpipe-Tower-Kühler
- fünf 8mm L-Heatpipes (effektiv fünf)
- Gewicht: 590g (ohne Lüfter)
- 120mm Lüfter mit 1500 U/min (Lautstärke: 23dBA)
- Gesamtmaße(H/B/T): 162mm x 126mm x 121mm (inkl. Lüfter)
- Kompatibilität: Sockel 754/939/940/AM2(+) und LGA775 ohne Einschränkungen
Der Kühler im Detail
Gigabyte werden viele nur aus dem Mainboard- oder Grafikkartengeschäft kennen. Zwar verkauft man schon seit einigen Jahren Kühler im Retail-Markt, jedoch konnte davon bisher noch keiner wirklich überzeugen. Umso schwerer hat es auch die neueste und abermals mutig gestaltete Kreation Fuß zu fassen.
Der erste Punkt, in dem der G-Power II Pro zu überzeugen weiß, ist die edel anmutende Materialqualität. Sowohl der hervorragend plane Kupferboden und die Heatpipes als auch die Vielzahl an Aluminiumlamellen wurden einer Vernickelung unterzogen und schlussendlich auf Hochglanz poliert.
Anders als die üblicherweise bei Tower-Kühlern U-förmig angeordneten Heatpipes, bedingt die besondere geschwungene Form des Gigabyte G-Power II Pro eine weniger effiziente L-förmige Anordnung. Dafür setzt Gigabyte aber auch auf insgesamt fünf der besonders leistungsstarken 8mm Heatpipes. Diese enden in einer Unmenge an Aluminiumlamellen, die zur Verstärkung der Verwirbelungen zwischen den Lamellen unterschiedliche Längen aufweisen. Leider ist aber auch hier der Lamellenabstand wieder sehr gering ausgefallen, womit bei niedrigen Lüfterdrehzahlen keine neuen Bestwerte zu erwarten sind.
Leistungstechnische Vorteile der geschwungenen Konstruktion sind wohl zu allererst in der guten Bauteilkühlung und des teilweise gerichteten Luftstroms wie bei konventionellen Tower-Kühlern zu finden. Der leicht erhöhte Abstand zwischen Lüfter und Lamellenkühlkörper sollte außerdem zu einem leicht verringerten Luftrauschen führen. Durch die spezielle Lamellenanordnung und die Hochglanzverpackung des Kühlers, die gleichzeitig als Luftleitblech dient, sollte dieser Abstand außerdem keine großen Leistungseinbußen mit sich bringen.
Der rahmenlose Lüfter des G-Power II Pro fungiert eingepackt in der Hochglanzverpackung als normaler 120mm Axiallüfter mit Rahmen. Die hohe Ausgangsdrehzahl bei 12V deutet hier leider auch auf eine Ausrichtung zur Modding- oder Übertakter-Szene hin. Zumindest lassen sich die Drehzahlen durch den beigelegten 5V-Adapter einfach auf ein angenehmes Niveau reduzieren, was durch den nicht einfach zu wechselnden Lüfter einen sehr hohen Stellenwert besitzt.
Gute Qualität und ein umfangreiches Zubehörpaket hat seinen Preis. So wechselt der Gigabyte G-Power II Pro erst für etwa 50 Euro den Besitzer, weshalb die Ansprüche an die Leistung des Kühlers bereits im Vorfeld in die Höhe springt.
Montage
Bei der Montage geht man auf AMD- und Intel-Systemen getrennte Wege. So ist der Einbau auf einer AMD-Platine denkbar einfach, da der Kühler lediglich über eine einfache 1-Nasenklammer mit dem vorhandenen Retentionmodul verbunden wird. Intel-Besitzer kommen abermals nicht um einen Mainboardausbau herum, werden dafür aber mit einer sehr stabilen und transportfähigen Befestigung belohnt. Im Grunde ähnelt die Art und Weise stark an die zuvor beim Cooler Master V8 betrachtete Montage. So werden zwei kleine Module an den Kühler geschraubt und dieser dann anschließend von der Rückseite aus mit dem Mainboard befestigt.
Die geschwungene Form kommt dem G-Power II Pro eindeutig bei der Kompatibilität entgegen. Einzig und allein an einer Stelle könnten die fünf 8mm Heatpipes mit Bauteilen kollidieren und somit den Einbau des Kühlers verhindern. Da bei einer horizontalen Ausrichtung oftmals die RAM-Slots in direkter Nähe der Heatpipes liegen, tendiert die Gefahr einer Inkompatibilität bei Intel-Systemen durch den großen Abstand zwischen Prozessorsockel und RAM-Slots gegen Null, blockiert jedoch bei AMD-Systemen mit großer Wahrscheinlichkeit ein oder zwei der genannten Slots. Die Höhe ist mit über 16cm natürlich auch bei diesem Probanden zu beachten, da nicht alle Gehäuse ausreichend viel Platz bieten.
Info zum Beitrag
geschrieben am Sonntag, den 2. November 2008 um 19:14 Uhr
Kategorie(n): CPU-Kühler
Tags: 120mm Lüfter, Achilles S1284, Cooler Master, FZ-120, G-Power II Pro, Gigabyte, NH-C12P, Ninja 2, Noctua, Roundup, Scythe, Thermalright, Top-Flow-Kühler, Tower-Kühler, TRUE BLACK 120, V8, Xigmatek, ZEROtherm




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