7 CPU-Kühler im Vergleich (Roundup)
Autor: Jörg Sukale
Noctua NH-C12P im Detail
In typisch braun-blauer Farbgebung geht der Noctua NH-C12P sicher verpackt in die Läden. Vollgepackt mit umfangreichem Montagematerial, einer mehrsprachigen Montageanleitung, dem Premiumlüfter NF-P12, zwei Spannungsadaptern zur Reduzierung der Lüfterdrehzahlen und der hauseigenen Highend-Wärmeleitpaste NT-H1 gehört der Lieferumfang zu den umfangreichsten und zugleich hochwertigsten im Testfeld.
Technische Daten
- Hybrid-Heatpipe-Top-Flow-Kühler
- sechs 6mm L-Heatpipes (effektiv sechs)
- Gewicht: 730g (inkl. Lüfter)
- 120mm Lüfter mit 1300 U/min (Lautstärke: 19,8dBA)
- Gesamtmaße(H/B/T): 114mm x 126mm x 152mm (inkl. Lüfter)
- Kompatibilität: Sockel 754/939/940/AM2(+) und LGA775 ohne Einschränkungen (weitere Montagemodule als Zubehör)
Der Kühler im Detail
Spätestens seit dem Erscheinen des Noctua NH-U12P, der seit einiger Zeit zurecht als bester Allroundkühler gilt und mit dem typisch hochwertigen Zubehörpaket den hohen Kaufpreis mehr als rechtfertigt, sind die Österreicher in aller Munde. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen an den neuen und ersten Top-Flow-Kühler namens NH-C12P. Dabei galt es möglichst wenig Risiko einzugehen und auf die bewährte Optik und den umfangreichen Lieferumfang der bereits erhältlichen Produkte aufzubauen.
In gewohnt guter Material- und Verarbeitungsqualität lädt auch der komplett vernickelte NH-C12P zum Bewundern ein, spaltet aufgrund der eigenen Farbgebung allerdings mit montiertem Lüfter die Gemüter. Der plane und auf Hochglanz polierte Kühlerboden setzt zudem das i-Tüpfelchen auf die gelungene Qualitätsanmutung.
Als einziger Top-Flow-Kühler im Vergleich unterscheidet sich der Aufbau dementsprechend von dem der restlichen Probanden. Dabei sollen insgesamt sechs L-förmige 6mm Heatpipes für einen effektiven Wärmetransport von der Kupferbodenplatte zu den insgesamt 44 Aluminiumlamellen sorgen. Anders als so mancher Mitbewerber besitzen die mittig platzierten Lamellen direkten Kontakt zur Bodenplatte und werden somit auch von dort mit Abwärme versorgt. Außerdem dürften der angenehm große Lamellenabstand und die zur Verstärkung der Luftverwirbelungen eingestanzten Zacken in den Lamellen zu einer weiteren Optimierung der Kühlleistung führen.
Die zwei eigenartig anmutenden Löcher im Lamellenkühlkörper dienen dagegen weniger zur Kühlung des Prozessors, sondern in erster Linie zur einfachen Schraubmontage, die Noctua von den anderen hauseigenen Kühlern übernommen hat. Einen positiven Nebeneffekt sollte außerdem die gute Belüftung der sockelnahen Bauteile darstellen. Inwiefern dadurch die Kühlleistung besonders bei geringer Belüftung leidet, werden die Testergebnisse zeigen müssen. Tendenziell sollte ein Einbruch jedoch nicht stattfinden, da die Österreicher mit Hilfe des ausreichend großen Lamellenabstandes gut dagegen gewirkt haben.
Wie die Namensgebung NH-C12P bereits erahnen lässt, kommt auch hier das aktuelle hauseigene Performance-Modell NF-P12 zum Einsatz, der insbesondere mit den Spannungsadaptern auch in Silent-Systemen eine ausgesprochen gute Figur macht. Befestigt wird der Lüfter über die üblichen Lüfterklammern, die einfach und problemlos zu handhaben sind.
Für den teuersten Kühler im Vergleich werden aktuell rund 55 Euro verlangt, lässt man den hervorragenden Lieferumfang jedoch mit in die Betrachtung einfließen, so ist das angebotene Paket zwar immer noch nicht günstig, jedoch durchaus als fair anzusehen – solange die Leistung mit dem bisherigen Abschneiden des Kühlers einhergeht.
Montage
Stabil und sicher – so lassen sich die Montagevarianten auf allen unterstützen Plattformen einfach beschreiben. Dafür wird jeweils eine Art Ersatz-Retentionmodul mit einer der beiden mitgelieferten Metallbackplates verschraubt, an welches anschließend der Kühler mittels zweier Federschrauben befestigt wird. Dem Anwender bleibt es dabei frei, die Ausrichtung des Kühlers sowohl auf AMD- als auch Intel-Mainboards in 90° Schritten frei zu wählen. Insgesamt betrachtet, stellt diese Variante den Anwender vor keine großen Hürden, ist jedoch mit etwas erhöhtem Aufwand verbunden.
Die für Top-Flow-Kühler übliche geringe Bauhöhe ermöglicht es, den Noctua NH-C12P auch in engeren Gehäusen zu verbauen. Auch in Gehäusen, in denen das Netzteil direkt über dem Prozessorsockel platziert ist, würde der Kühler bei genügsamen Prozessoren semipassiv sicherlich eine gute Figur machen. Ein mögliches Einsatzgebiet stellen hierbei die beliebten Lian Li Gehäuse der PC-V300/V350 Serie dar.
Inkompatibilitäten mit umliegenden Bauteilen können aufgrund der besonders geschwungenen Heatpipes fast ausgeschlossen werden, lediglich bei extrem großen Kühlern auf Chipsätzen oder Spannungswandlern, ist eine Kollision nicht ausgeschlossen.
Info zum Beitrag
geschrieben am Sonntag, den 2. November 2008 um 19:14 Uhr
Kategorie(n): CPU-Kühler
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