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mCubed T-Balancer bigNG

Funktion

Die T-Balancer bigNG ist ein wahrer Alleskönner. Eine solche Funktionsfülle bei einer Lüftersteuerung bekommt man bei sonst keiner anderen.
Mittels der Software lässt sich fast alles steuern und überwachen – so kann man jeden Lüfter manuell regeln, oder ihn nach einer festgelegten Kurve steuern lassen.
Im Folgenden gehen wir jeden Punkt der Software durch und testen ihn auf seine Funktionsweise. Ist erst einmal alles eingestellt, jeder Lüfter konfiguriert, jede Temperatur zugeordnet und alles so eingestellt, wie man es wollte, dann kann man die bigNG auch einfach unabhängig vom Rest steuern lassen. Installiert man zum Beispiel ein neues Betriebssystem, bleiben alle Einstellungen vorhanden. Das wird dadurch ermöglicht, dass die Funktionen nicht in einem Profil, sondern direkt auf der Lüftersteuerung gespeichert werden. Ändert man also eine Einstellung und speichert diese, ist das mit dem Flashen neuer Lüfterdrehzahlen auf eine Grafikkarte vergleichbar. Die startet von da an nämlich mit den neuen Lüfterdrehzahlen, unabhängig vom Rest des Systems – so macht das die bigNG auch.

Schade, dass mCubed es versäumt hat, die einzelnen Funktionen genauer in der Anleitung zu erklären, die zudem noch in Englisch verfasst ist. Eine ausführliche, deutschsprachige Anleitung würde so manchem Benutzer das Leben erleichtern.

Übersicht

Gut geordnet erwartet denjenigen, der sich ausgiebig mit der Software beschäftigt, ein wahres Lüftersteuerungsparadies.

Die Software zeigt sich übersichtlich und individuell gestaltbar. So kann man z.B. eigene Funktionen auf die Quickbuttons legen, sodass man diese schneller erreicht.
Noch über dem Menü steht das gerade geladene Profil. Dazu später mehr.

Übersicht

Konfiguration

Schon mit dem ersten Klick landet der Benutzer sofort bei den wichtigsten Funktionen. Der Menüpunkt „Konfiguration“ bildet das Herzstück der Software, mit dem alles überwacht und eingestellt werden kann.

Konfiguration

Hat man gerade keine Zeit, sich ausgiebig mit der Software auseinanderzusetzen, so kann man einfach den Assistenten benutzen, der einen durch die wichtigsten Punkte führt und diese auch erklärt – ein Ersatz für die fehlende Anleitung? Tatsächlich funktioniert der Assistent ganz gut, am Ende hat man ein wirklich ausgereiftes Profil erstellt.

Assistent

Alternativ zum Assistenten kann man auch alles manuell durchgehen. So findet man unter „Sensoren digital“ die genauen Sensoren, die man noch benennen und kalibrieren kann. Geliefert werden zwei digitale Sensoren, bei Bedarf kann man noch sechs weitere anschließen. Diese Erweiterungsmöglichkeit ist wirklich lobenswert.

Sensoren Digital

Geht man einen Punkt weiter, gelangt man zum Punkt „Sensoren analog“, unter welchem die verschiedenen analogen Sensoren aufgelistet werden, die man ebenfalls nach Belieben benennen darf. Weiterhin werden dort auch die Sensoren der miniNG angezeigt, falls man denn eine besitzt.

Sensoren Analog

Unter dem Punkt „Zuordnung“, kann man jedem Lüfter einen Aufgabenbereich zuordnen, d.h. man kann der Software die „Aufgabenbereiche“ der einzelnen Lüfter aufzeigen. Ist der Frontlüfter z.B. für die Kühlung der Festplatte zuständig und hat man einen Sensor auf der Festplatte installiert, so kann man dort einstellen, dass Channel 1, in unserem Fall der Frontlüfter, für den Sensor „Digital 0“, in unserem Fall die Festplatte, zuständig ist. Diese Zuordnung ist für spätere Prozesse dringend zu empfehlen.

Zuordnung

Selbsterklärend wartet der nächste Punkt auf: „Lüfterkanal“.
Hier lassen sich die einzelnen Lüfter manuell regeln, es werden sowohl die aktuelle Drehzahl, die Spannung und die maximale Drehzahl angezeigt, als auch, mit wie viel Prozent der Lüfter angesteuert wird. Ist der Lüfter mit einem Sensor verbunden, wird hier auch die Temperaturkurve des Bereiches angezeigt, für den der Lüfter zuständig ist, eben z.B. die Festplatte.
Außerdem lassen sich für jeden Lüfter noch andere Funktionen einstellen. Das ist z.B. die Notabschaltung des PCs, die greift, wenn der Sensor, für den der Lüfter zuständig ist, eine zu hohe Temperatur aufweist. Ist die Festplatte 70°C warm, ist es nämlich tatsächlicher empfehlenswerter, den Computer auszuschalten – das übernimmt für den Besitzer einer bigNG die Software. (Zur Nutzung dieser Funktion muss ein seperater Notabschalter erworben werden)
Sinnvoll ist auch die Funktion „Startwert“, die dafür zuständig ist, den Lüfter gleich nach dem Start des Computers auf eine bestimmte Drehzahl zu regeln.
Falls ein Lüfter je ausgehen sollte, kann man auch noch eine „Stillstandserkennung“ aktivieren – sofort fangen sowohl Software als auch Lüftersteuerung laut an zu piepen.

Lüfterkanal

Der nächste Punkt wäre das „Flowmeter“ – da uns aber keine Wasserkühlung zur Verfügung stand, konnten wir die Funktion der Überwachung eines Durchflussmesser nicht testen.
Zu erwähnen ist allerdings, dass kein Durchflussmesser beiliegt. Ist dieser seperat erworben, kann er mit der bigNG überwacht werden. Das gilt auch für Wassertemperatursensoren, die im Set mit einem Durchflussmesser im sog. “Wasserkit” erworben werden können.

Flowmeter

„Betriebsarten“ lautet stattdessen der nächste Punkt. Die Bezeichnung ist sehr treffend, denn tatsächlich kann die Software die Lüfter auf verschiedene Arten betreiben.
Genau genommen sind es zwei.
Die erste ist die Steuerung per Kurve. Dazu stehen eine Kurvenübersicht und ein so genannter „Kurvenmanager“ zur Verfügung.
Der Nutzer stellt für jeden Lüfter eine bestimmte Ansteuerung in Prozent ein, geregelt nach der Temperatur der vorher zugeordneten Sensoren. So lässt sich jetzt der Frontlüfter, der die Festplatte kühlt, für eine Temperatur über 50°C z.B. auf 100% regeln, für eine Temperatur unter 30°C z.B. auf 50%.
Es bleibt dem Nutzer also einiges an Arbeit erspart, denn letztendlich muss er auf diese Weise gar nichts mehr überwachen.
Bei kritischen Temperaturen regelt die Software die Lüfter rauf, wird es wieder kühler, regelt die Software die Lüfter runter.
Hilfreich ist das nicht nur bei der Umschaltung zwischen Last- und Idlebetrieb, sondern z.B. auch bei der Umstellung von Sommer auf Winter. Musste im Sommer der Lüfter noch mit 70% schaufeln, kann er das im Winter vielleicht etwas ruhiger angehen lassen – das entscheidet die Software.
Bei der Konfiguration der Kurven ist wichtig, dass man sich nicht nach den Unterschieden der Temperatur direkt am Prozessor richtet, denn dort misst der Temperatursensor nicht. Ist er z.B. auf einer Lamelle des CPU-Kühlers angebracht, verändert sich dort die Temperatur natürlich auch, aber lange nicht so stark, wie direkt am Kern. Bei der Einstellung der einzelnen Punkte sollte man also beachten, dass man kleine Abweichungen der Temperatur schon mit höheren Drehzahlen bestraft. Man sollte also für eine 5% höhere Drehzahl nicht gleich eine Temperaturdifferenz von 10K wählen, sondern z.B. eine von nur 2K.
Ansonsten funktioniert diese „Betriebsart“ ohne Probleme, der Nutzer kann sich zurücklehnen.

Die zweite ist die Steuerung auf eine Zieltemperatur, was an sich schon ein netter Zusatz ist, aber nur bedingt funktionieren kann, das sollte klar sein. Kein Lüfter der Welt kann z.B. durch 2000 U/min statt 1000 U/min einen Temperaturvorteil von 10K oder mehr verursachen. Im Vorfeld hatten wir von maximal 2,3K Temperaturunterschied gesprochen und unsere Vermutungen sollten sich bestätigen. Die Temperatur des Noctua U9B, der einen übertakteten E2160 kühlte, regelte sie leichtfertig von ursprünglichen 39,5°C auf die angepeilten 37°C. Danach ging es eher schleppend voran. Die Wunschtemperatur von 35°C konnte sie nicht erreichen, bei 36°C war Schluss.
Trotzdem bleibt es ein sehr nettes Feature, besonders, wenn man mal eben einen Lasttest anwerfen will ohne groß etwas verstellen zu müssen. Kurz die Software geöffnet, die Zieltemperatur eingestellt, den Modus gewählt (hier wird unterschieden zwischen langsam, normal, schnell, sportlich, aggressiv oder benutzerdefiniert) und schon regelt die bigNG den Rest. Später dann einfach wieder die normale Steuerung der Lüfter über Temperaturkurven einstellen – viel komfortabler geht es nicht.

Betriebsarten

Kommen wir zum vorletzten Punkt, den „Erweiterten Einstellungen“. Hier lautet der erste Punkt „Frequenz“. An sich eine nette Idee, störende Geräusche eines Lüfters, wie z.B. Brummen oder Piepen, durch eine höhere bzw. niedrigere Frequenz zu verringern – nur funktioniert es nicht. Egal was wir einstellten, eine Verbesserung bzw. eine Verschlechterung der Laufgeräusche war nicht erkennbar. Allerdings muss man erwähnen, dass keiner unsere Lüfter zum Piepen oder zu sonstigen Nebengeräuschen neigte. Wäre dies der Fall gewesen, hätte diese Einstellung vermutlich etwas bewirkt.
Nebst einigen anderen vernachlässigbaren Punkten wartet noch die Eingabekonsole für den fortgeschrittenen Benutzer auf und eine Möglichkeit, die Software per Update auf den neuesten Stand zu bringen.

Der letzte Punkt „Alarmfunktion“, zeigt dem Nutzer an, ob alles wie gewünscht funktioniert und wann es welchen Fehler gab.
Beruhigt kann sich der Nutzer nach diesem langen Prozess des Einstellens und Regelns dem letzten Schliff des perfekten Profils zuwenden.

Erweiterte Einstellungen

Software Sensor

Hat das Mainboard Temperaturfühler oder ist Speedfan auf dem Computer installiert, so hat man hier die Möglichkeit, diese Sensoren noch in die wirklich allumfassende Software der bigNG einfließen zu lassen. So erweitert sich die Palette an Sensoren, die man den Lüftern zuordnen kann, schier ins Unendliche.
Läuft Speefan dauerhaft, kann man die einzelnen Kurven auch den zugeordneten Temperaturen von Speedfan bzw. dem Mainboard zuweisen. Das funktionierte einwandfrei.
Lässt man die Lüftersteuerung allerdings von den Temperatursensoren von Speedfan steuern, müssen beide Programme dauerhaft laufen und die bigNG immer verbunden sein. Das wiederum macht einen großen Vorteil der T-Balancer bigNG zunichte – nämlich die vom Rest des Systems, sei es Betriebssystem, Festplatte oder Hardware, unabhängige Steuerung.
Will man eine völlig unabhängige Steuerung, kann man die Steuerung durch die “Software-Sensoren” nicht nutzen.

Monitoring

Falls es immer noch Zweifel über die korrekte Funktion der Lüftersteuerung gibt, kann sich der Benutzer hier noch ein Arsenal aus kleinen Anzeigefenstern zusammenbasteln, damit er wirklich alles im Auge hat. So hat man z.B. die Temperaturen oder Drehzahlen stets im Blick.

Monitoring

Panel

Ein kleines Panel am linken Rand der Software gibt die Möglichkeit für einen schnellen Zugriff auf Lüfterdrehzahlen. Dreht man am Rad, setzt die manuelle Steuerung der Lüfter ein und man kann die Ansteuerung beliebig verändern.

Panel

LightBlaster

Ist eine LED-Leiste oder Kaltlichtkathode an die bigNG angeschlossen, was laut Beschreibung ebenfalls möglich ist, so kann man hier noch verschiedene Effekte für diese einstellen.
Wir haben diese Möglichkeit nicht weiter getestet.

Profile

Hat man alles eingestellt, bietet es sich natürlich an, diese Einstellungen auch in einem Profil zu speichern, damit man nicht nach jedem Neustart diese Arbeit hat.
Auch das kann die Software der T-Balancer bigNG.
Bei Bedarf kann man sogar mehrer Profile erstellen und diese dann in einer bestimmten Reihenfolge anordnen, sodass der ganze Tag von der Software „geplant“ ist. Soll der PC morgens nach dem Einschalten noch leise sein, braucht man vielleicht mittags für aufwendigere Rechenarbeiten höhere Kapazitäten in Sachen Temperatur.

Profile

Optionen

Hier finden sich noch diverse Punkte zum Optimieren der Software, wobei man schon die Grundeinstellungen als praktisch optimal bezeichnen kann. Einzig die Sprache muss am Anfang umgestellt werden, der Rest kann so belassen werden, wie er ist. Will man die Quickbuttons anders belegen, so findet man hier Hilfe – jeden Button kann man mit einer beliebigen Funktion belegen. Sogar das Hintergrundbild der Software lässt sich noch ändern, wenn es einem nicht gefällt.

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