Chieftec CG-01B-SL
Autor: Florian Haaf
Einleitung
Neben den Premiumherstellern im GehĂ€use Segment wie Lian Li und Silverstone, die mit ihren edlen Towern oftmals Preise von 150âŹ ĂŒberschreiten, gibt es auch viele Hersteller die auf den Low- und Midrange Bereich spezialisiert sind. Ein Hersteller davon ist Chieftec, seit langem als Produzent von soliden und preiswerten GehĂ€usen bekannt. Nicht jeder hat das Budget fĂŒr einen Hardware beherbergenden Luxusliner und dementsprechend wird auch das meiste Geld in den unteren Preisklassen verdient. In diesem Bereich sollte ein GehĂ€use praktisch und einfach sein. Doch kann Chieftec seinem guten Ruf gerecht werden? Um diese Frage zu klĂ€ren, haben wir das CG-01 in unserem Review auf Herz und Nieren getestet.
An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Chieftec fĂŒr den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Chieftec CG-01B-SL bedanken. Das GehĂ€use ist bereits im Handel erhĂ€ltlich.
Das CG-01 erreichte uns in einem groĂen, universellen Chieftec Karton, welcher einen weiteren Karton mit dem GehĂ€use beinhaltet. Zu diesem bleibt nicht viel zusagen; eine zurĂŒckhaltende Verpackung, auf der die wichtigsten Daten des GehĂ€uses aufgedruckt sind. Die Polsterung fĂ€llt leider etwas dĂŒrftig aus. Nur eine Folie schĂŒtzt das GehĂ€use vor Kratzern und Schmutz – Schaumstoffteile oder Luftkissen sucht man vergebens.
Der Lieferumgang ist leider ebenso spartanisch. Im Innern des GehĂ€uses stöĂt man auf eine kleine Schachtel, deren Inhalt Schrauben und Montagematerial darstellen. Nette Accessoires spendierte Chieftec dem GehĂ€use nicht, dennoch, das wichtigste ist bis auf GehĂ€uselĂŒfter vorhanden. Auch wenn sich das CG-01 in einer unteren Preisklasse bewegt, wenigstens einen LĂŒfter hĂ€tte Chieftec mit in den Karton packen können.
Schlicht kommt das CG-01 daher. Als schnörkellos und mit einer leichten Ăhnlichkeit zu den auf Understatement getrimmten Lian Li GehĂ€usen kann es wohl am besten bezeichnet werden. Doch Aluminium Elemente sind hier nicht vorhanden. Das GehĂ€use besteht vorwiegend aus Blech und hochwertig anmutendem Plastik an der Frontseite. Dieses silberne Plastik verursacht einen schönen Kontrast zum sonst komplett schwarzen ĂuĂeren.
Die Front besteht hauptsĂ€chlich aus schwarzem Mesh-Gitter, welches das Einströmen von kalter Luft in das GehĂ€use fördern soll. Unterbrochen wird das Mesh-Gitter nur von den Power- und Resettastern auf der silbernen Plastikbasis, die einen sehr hochwertigen Eindruck machen, einen angenehmen Druckpunkt vorweisen und aus Metall bestehen. Ăber den Laufwerksblenden befinden sich gut erreichbar die FrontanschlĂŒsse. Sie sind leicht vertieft angeordnet um lĂ€ngere USB-GerĂ€te nicht zu weit vom GehĂ€use abstehen zu lassen. Ein eSATA, zwei USB, ein Mikrofon und ein Line-Out Anschluss sind dort vorhanden.
Die Seitenteile besitzen mehrere gelochte Bereiche fĂŒr die Montage von kleineren LĂŒftern (jeweils einen auf Höhe der Grafikkarte, CPU und Festplatte). Leider sind diese nur fĂŒr 80 bzw. 92mm LĂŒfter gedacht. Möglichkeiten zur Anbringung von 120mm LĂŒftern wĂ€ren sicherlich wĂŒnschenswert. Ferner besitzt das vordere Seitenteil einen Plastikgriff, der die Demontage selbiges erleichtern soll. Allerdings kommt er dem sonst schlichten Auftreten des CG-01 nicht zu gute und wirkt etwas klobig. Eine kleinere und unauffĂ€lligere Lösung wĂ€re angebrachter.
Die RĂŒckseite ist im silbergrauen Farbton des Innenraums gehalten. Viel zu sehen gibt es hier, auĂer lĂ€ngsangeordneten kleinen Luftschlitzen neben den Slotblenden, kaum. Nicht akzeptabel finden wir, dass im Heck wieder keine 120mm LĂŒfter montiert werden können. Stattdessen ist man gezwungen 92mm groĂe LĂŒfter zu verbauen. Die Anbringung von 120mm LĂŒftern im Heckbereich, sollte unserer Meinung nach mittlerweile schon fast zum guten Ton in der GehĂ€usebranche gehören.
Um ans Innere des GehĂ€uses zu kommen, mĂŒssen erst zwei Schrauben des Seitenteils entfernt werden, um es dann mit dem bereits beschriebenen Griff zu lösen. Thumbscrews sind nicht vorhanden.
Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Der Innenraum stellt keine Besonderheit dar, entspricht aber einem grundsoliden Aufbau. Auch die halb offene Blende von den LaufwerksschĂ€chten bis zur RĂŒckseite weiĂ zu gefallen, dadurch wirkt das GehĂ€use nicht ganz so leer. In Sachen Verarbeitung lĂ€sst sich Chieftec nicht tadeln. Alle Kanten sind abgerundet und es sind keine MĂ€ngel zu erkennen. Das GehĂ€use ist typisch aufgeteilt; oben finden das Netzteil sowie die Laufwerke ihren Platz und in mittlerer Höhe ist der FestplattenkĂ€fig angebracht. Insgesamt stehen zwei 5,25â und vier 3,5â SchĂ€chte zur VerfĂŒgung.
Um an die Laufwerksblenden des CG-01 zu kommen, sollte man vorher die Front abnehmen. Dies gestaltet sich aber etwas schwierig, da pro Seite jeweils drei Haltenasen zusammengedrĂŒckt werden mĂŒssen. Ohne ein starkes Spreizen der Finger ist dies fast nicht zu bewĂ€ltigen. Ist die Front erst einmal lose, lassen sich die Laufwerksblenden durch sanftes drĂŒcken herausschieben. Um den Vorgang rĂŒckgĂ€ngig zu machen, werden sie einfach wieder eingeklippt. Mit Staubfiltern sind die Blenden leider nicht versehen.
Unter dem FestplattenkĂ€fig findet sich nicht mehr als die Montagemöglichkeit fĂŒr einen 120mm FrontlĂŒfter. Somit ist genug Platz fĂŒr sehr lange Grafikkarten vorhanden. Das Blech ist an dieser Stelle gelocht, weshalb ein LĂŒfter direkt Frischluft durch das das ca. 2cm weiter vorne befindliche Mesh-Gitter ansaugen kann.
Bevor man mit dem Einbau eines Laufwerkes oder Àhnlichem beginnen kann, muss man wie bereits beschrieben, die Laufwerksblende entfernen. Ist die Front gelöst kommt noch eine weitere Blechblende unmittelbar vor dem Schacht zum Vorschein. Wie sich Chieftec die Demontage dieser Blende vorstellt ist uns unklar. Man muss sie in der Mitte verbiegen um die kleinen Haltenasen aus der Frontwand ziehen zu können. Der Rest lÀuft wie gewohnt ab: Das Laufwerk wird mit Schrauben am Schacht fixiert.
Festplatten
Der FestplattenkĂ€fig lĂ€sst sich erfreulicherweise mit nur einer Schraube lösen. Somit kann man den Einbau der Festplatten bequem auĂerhalb des GehĂ€uses tĂ€tigen. Vergeben sucht man nach Möglichkeiten der Entkopplung. Nicht einmal kleine Gummiringe sind zur vibrationsdĂ€mmenden Schraubmontage vorhanden. Dies wird auch bei der Inbetriebnahme des PCs deutlich: Die Festplatte ĂŒbertrĂ€gt den GroĂteil ihrer Schwingungen auf das GehĂ€use, was besonders bei Zugriffen auf die HDD zu einem unschönen Vibrieren fĂŒhrt. AuĂerdem ist es möglich, einen kleinen ZusatzlĂŒfter neben dem KĂ€fig zu installieren. Chieftec hat dort mit einem gelochten Bereich in der Seitenwand vorgesorgt. ZusĂ€tzlich kann Luft durch das Mesh-Gitter in der Front passiv einströmen um ein Ăberhitzen der Festplatten, besonders beim Einbau mehrerer, zu verhindern.
Mainboard/Erweiterungskarten
Die Hauptplatine lĂ€sst sich wie gewohnt einbauen. Dazu werden einfach die Abstandshalter, auf denen das Mainboard spĂ€ter aufsitzt, mit dem Mainboardtray verschraubt. Anmerken sollte man noch, dass die Kabel fĂŒr das Frontpanel und den Power- und Resettastern ausreichend dimensioniert sind, so dass sie problemlos verlegt werden können. Erweiterungskarten werden ohne Thumbscrews befestigt, was einen werkzeuglosen und schnellen Einbau verhindert.
Kommen wir nun zum ResumĂ© unseres Testes. Das Chieftec CG-01 kann vor allem durch seinen Preis, die solide Verarbeitung und dem breiten Angebot an MontageplĂ€tzen fĂŒr LĂŒfter punkten. Auch die FrontpanelanschlĂŒsse und die Optik können ĂŒberzeugen. Allerdings liegen die SchwĂ€chen im Detail. Die nicht vorhandene Entkopplung der Festplatten und keine Möglichkeit zum Anbringen eines 120mm LĂŒfters im Heck sind in dieser Hinsicht vor allem zu nennen.
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