NZXT HU-001-WH Special Edition
Autor: Florian Haaf
Einleitung
Blau leuchtend und mit einer auffĂ€lligen Front â das sind wohl die ersten Eigenschaften, die uns zu einem NZXT GehĂ€use einfallen. Getreu diesem Motto hat NZXT nun eine Spezialedition des erfolgreichen Hush in der Farbe WeiĂ herausgebracht. Dieses GehĂ€use dĂŒrfte der ĂŒberwiegend fĂŒr Gamer ausgelegten Modellpalette einen netten Hauch Eleganz einbringen.
Ebenso hört sich die Ausstattung dank des verlegten DĂ€mmmaterials vor allem fĂŒr Silent-Fans interessant an. Grund genug, um in diesem Review das NZXT HU-001-WH einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei Caseking fĂŒr die Bereitstellung des Testsamples bedanken. Das GehĂ€use ist ab sofort fĂŒr
89,90⏠bei Caseking.de erhÀltlich.
Das NZXT HU-001-WH kommt in einem bedruckten Karton zum KĂ€ufer, welcher neben ein paar Impressionen des GehĂ€uses noch die wichtigsten Spezifikationen vermittelt. Wie ĂŒblich schĂŒtzt eine Plastikfolie das GehĂ€use vor Staub oder Schmutz. Um gröbere SchĂ€den zu verhindern, ist der Karton mit Schaumstoffteilen ausgefĂŒllt.
Den Lieferumfang kann man als ordentlich bezeichnen. Ausreichend viele Schrauben, zwei 120mm LĂŒfter und ein Handbuch legt NZXT mit in die Verpackung. Kaum erwĂ€hnenswert, aber immerhin ein Kabelbinder wird dem KĂ€ufer spendiert.
Das GehĂ€use auĂen
Nach kurzem Betrachten fĂ€llt einem sofort die groĂe Ăhnlichkeit zu einem Apple-Produkt auf. Dies liegt hauptsĂ€chlich an der glĂ€nzend weiĂen Lackierung des HU-001-WH. Somit versucht sich NZXT an einer bisher kaum vorkommenden GehĂ€usefarbe â mit Erfolg. Die helle Farbgestaltung weiĂ zu gefallen und ist ein echter Blickfang auf dem Schreibtisch. Das GehĂ€use ist aus ĂŒblichen Materialien gefertigt, wobei an der Frontseite zusĂ€tzlich Plastik- und Aluminiumelemente verbaut wurden. Die Verarbeitung lĂ€sst keinen Grund zum Tadel und wirkt sehr hochwertig.
Die Front wirkt trotz ihrer markanten Gestaltung noch edel. Die klare LinienfĂŒhrung und die Aluminiumoptik dĂŒrften an dieser Tatsache entscheidend mitwirken. Einen GroĂteil der Vorderseite stellt eine durch Magnete fixierte TĂŒr dar, die sich bis ca. 120° öffnen lĂ€sst. Hierzu ist eine seitliche Aussparung vorhanden. Dahinter kommen die aus Plastik gefertigten Laufwerksblenden zum Vorschein. Da die TĂŒr quer ĂŒber die Frontseite verlĂ€uft, bleibt leider der vordere LĂŒfter zur HĂ€lfte nutzlos. Das weiĂe Mesh-Gitter vor dem LĂŒfter wird nĂ€mlich zu einem GroĂteil verdeckt. Die TĂŒr outet sich zudem nicht als Freund von LĂŒftersteuerungen mit ausladenden Schaltern oder Knöpfen, da sie fast bĂŒndig mit dem GehĂ€use abschlieĂt.
Direkt daneben befinden sich die Power- und Resettaster, die einen angenehmen Druckpunkt vorweisen und aus Metall gefertigt sind. Die Status LEDs leuchten krÀftig, sind aber keinesfalls störend. Als Blickfang sei noch die Chromleiste neben den LEDs und Tastern erwÀhnt.
Unter diesem Bereich schlieĂt das GehĂ€use wieder zur Optik der TĂŒre auf. FrontanschlĂŒsse sucht man hier vergebens, da sich diese in der Seitenwand befinden. Zwei USB, ein Line-Out, ein Firewire, sowie ein Mikrofon Anschluss sind dort vorhanden. Unserer Meinung nach wurden diese allerdings zu tief angebracht, eine weiter oben positionierte Lösung wĂ€re angebrachter. Ebenso verhindern die AnschlĂŒsse ein Stellen des GehĂ€uses an eine Wand, da diese dann nicht mehr verwendbar wĂ€ren.
Das Seitenteil, welches zum Einbau der Hardware geöffnet werden muss, ist mit zwei Thumbscrews befestigt. Das andere Seitenteil ist jedoch nur mit herkömmlichen Schrauben montiert. Warum man hier auf Thumbscrews verzichtet hat, ist uns unklar. Dennoch besitzen beide eine kleine Vertiefung, durch die das Herausziehen erleichtert werden soll. Der Deckel lĂ€sst sich leider ĂŒberhaupt nicht abnehmen und ist vernietet.
Die RĂŒckseite weicht wieder von der sonst hellen und stylischen Optik des NZXT ab und ist im schlichten Grau des Innenraums gehalten. Das sich dort befindliche LĂŒftergitter ist eine Einheit mit dem GehĂ€use und lĂ€sst sich nicht abnehmen. Somit wirkt alles wie aus einem Guss.
Der Innenraum wirkt klar und ĂŒbersichtlich und ist aus feuerverzinktem Stahl gefertigt. Jedoch wird uns nun zum ersten Mal das geringe Platzangebot des HU-001-WH bewusst. Das GehĂ€use ist nicht besonders hoch und auch die Montage von langen Grafikkarten dĂŒrfte zu Platzproblemen fĂŒhren.
Die DĂ€mmung im Inneren ist etwa 2mm dick und erstreckt sich ĂŒber die wichtigsten FlĂ€chen wie Deckel, Boden und SeitenwĂ€nde. Kleinere Bereiche wie z.B. das Heck wurden nicht mit dem DĂ€mmmaterial versehen. Negativ fiel uns die Verarbeitung der DĂ€mmmatten auf. Diese wurden oftmals nicht akkurat zugeschnitten und lösten sich schon leicht an den Ecken.
Die restliche Verarbeitung des Innenraums ist ordentlich; alle Kanten wurden beispielsweise abgerundet.
Im Heck des GehĂ€uses befindet sich ein bereits erwĂ€hnter 120mm LĂŒfter, der durch vier kleine Gummiringe entkoppelt ist. Allerdings hat dieser keinen ĂŒblichen 3-Pin Anschluss, sondern ist durch einen 4-Pin Stecker zum AnschlieĂen an ein Netzteil vorbereitet. Dies macht die Verwendung einer LĂŒftersteuerung nur schwer möglich und man muss sich dementsprechend mit der vollen Drehzahl begnĂŒgen. Die Slotblenden darunter lassen sich wie ĂŒblich durch Schrauben montieren.
Die beiden NZXT LĂŒfter vom Typ FJ1202512SL sind bei 12V zwar vor allem durch ein leichtes Brummen hörbar, aber keinesfalls störend. Die Fördermenge ist in Ordnung. Bei 7V sind sie nur hörbar, wenn man den LĂŒfter direkt neben sich hĂ€lt. Allerdings lĂ€sst die Fördermenge auch dementsprechend nach. Bei 5V sind sie nicht einmal mehr direkt neben dem Ohr richtig wahrnehmbar, erzeugen aber auch einen Luftdurchfluss, den man als kaum vorhanden bezeichnen kann.
Insgesamt sind sieben 3,5â und vier 5,25â SchĂ€chte vorhanden. Vor den 3,5â SchĂ€chten befindet sich ein blau leuchtender 120mm LĂŒfter, der ebenso wie der HecklĂŒfter einen 4-Pin Stecker fĂŒr das Netzteil besitzt.
Die beiden 120mm LĂŒfter erzeugen eine annehmbare GerĂ€uschkulisse. Mit den beiden LĂŒftern wird fĂŒr einen ordentlichen Airflow gesorgt, der in den meisten FĂ€llen gut ausreichen sollte.
Beim Einbau des Mainboard machte sich eine kleine Hilfestellung seitens NZXT bemerkbar. Die Löcher fĂŒr die Montage der Abstandshalter sind mit Buchstaben und Zahlen versehen, die darauf hinweisen, welche Löcher beispielsweise fĂŒr die Installation eines ATX oder uATX Mainboards benötigt werden.
Bei der Anbringung des Scythe Ninja 2 CPU-KĂŒhler wurden uns nun die Platzprobleme zum VerhĂ€ngnis. Das Seitenteil lĂ€sst sich gerade noch schlieĂen, doch zwischen dem oberen Teil des KĂŒhlers und dem Deckel des NZXT ist zu wenig Platz zum Durchschieben des Netzteils vorhanden. Aus diesem Grund muss das Netzteil unbedingt vor dem Einbau des Mainboards oder groĂer CPU-KĂŒhler in das GehĂ€use montiert werden.
Die Festplatten und Laufwerke können kinderleicht in ihren SchĂ€chten angebracht werden. Dazu werden sie einfach ĂŒber einen Arretierungsmechanismus, der gleichzeitig zur Entkopplung dienen soll, fixiert. Falls einem die Plastikhalterungen doch zu unsicher erscheinen, lassen sich die Laufwerke auch problemlos auf herkömmliche Weise mit Schrauben montieren. Allerdings erwiesen sich die Halterungen in unserem Test in Sachen Entkopplung als wenig hilfreich.
Ohne gröĂere Anstrengung ist die Front leicht entfernt und offenbart einen Blick auf die Elektronik des GehĂ€uses. Erfreulicherweise sind die Laufwerksblenden gedĂ€mmt und der Bereich vor dem LĂŒfter ist mit einem Staubfilter versehen. Die Kabel der FrontanschlĂŒsse sind ausreichend lang dimensioniert und lassen sich somit gut verlegen.
Ist die Hardware nun endlich eingebaut, erfreut uns das NZXT mehr oder weniger mit seiner Beleuchtung in der Front.
Das NZXT HU-001-WH ist ein vor allem optisch attraktives GehĂ€use, das trotz herkömmlichen Tower-Bauweise gut einen Platz im Wohnzimmer als HTPC finden könnte. DafĂŒr sprechen die DĂ€mmung und die akzeptable LautstĂ€rke der LĂŒfter. Ebenso erfreuen uns die pfiffige Montage der Laufwerke und die bis auf wenige Ausnahmen solide Verarbeitung. Allerdings trĂŒben das geringe Platzangebot und ein paar mehr oder minder groĂe âProblemchenâ das Gesamtbild.
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