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Lian Li PC-8 vs. Lian Li PC-9

Testergebnisse

Das Lian Li PC-8 setzt sich überraschenderweise mit fantastischen Temperaturen an die Spitze unserer Charts. Die bisherigen Testkandidaten hatten alle das Netzteil unten verbaut, das Lian Li beherbergt es im oberen Teil des Gehäuses – somit trägt es aktiv zur Entlüftung bei. Das verursacht deutlich bessere Temperaturen des Prozessors und der Grafikkarte als bei allen bisherigen Testkandidaten. Bewunderswert, wie gut der altbewährte Aufbau von Gehäusen noch ist. Eine offene Front, zusätzliche Entlüftungen im Deckel etc. bringen – zumindest bei semipassiven Systemen – keine Verbesserung der Temperatur. Das hatten wir auch schon beim Test vom Lancool K1 festgestellt.

Wie erwartet kann das PC-9 nicht mit seinem Vorgänger mithalten. Das liegt an der Position des Netzteils, da es durch die Lage im unteren Bereich vom Luftstrom ausgeschlossen wird und sich so nicht aktiv an der Entlüftung des Systems beteiligen kann. Trotzdem setzt sich das PC-9 vor den vorherigen Anführer unserer Charts, das Silverstone FT-01.

Gehäusecharts: Volllast

GehäuseCPUGrafikHDDRaum
Lian Li PC-840K35K19K25°C
Lian Li PC-952K37K20K22°c
Silverstone FT-0154K40K18K24°C
Cooler Master Storm Sniper53K45K18K23°C
Cooler Master ATCS-84049K44K24K23°C

Wir testeten die Konfiguration mit dem Netzteillüfter nach unten.

Die Temperatur des Prozessors verbesserte sich beim PC-8 im Vergleich zum vorherigen Anführer unserer Charts um 14K, im Vergleich zum ATCS-840 um 9K.
Auch die Grafikkarte bedankte sich beim klassischen Aufbau mit 5K besseren Temperaturne im Vergleich zum FT-01 (im Vergleich zum CM Storm Sniper sogar um 10K).

Das sind beeindruckende Werte, wenn man bedenkt, wie häufig Menschen, die ihren PC wirklich leise haben wollen (also passiv / semipassiv), ihren CPU-Kühler wechseln, um ein wenig bessere Temperaturen zu haben, dabei aber das Gehäuse vergessen, das in unserem Fall zu deutlichen Temperaturverbesserungen führt.

Auch das PC-9 liefert durchaus ansehnliche Werte, die von der Leistung des Vorgängers aber in den Schatten gestellt werden. Es schlägt aber trotzdem alle vorher getesteten Gehäuse und ist dadurch auch eine Überlegung wert.

Gehäusecharts: Leerlauf

GehäuseCPUGrafikHDDRaum
Lian Li PC-817K18K19K25°C
Lian Li PC-927K23K19K23°C
Silverstone FT-0130K21K18K24°C
Cooler Master Storm Sniper27K26K18K23°C
Cooler Master ATCS-84025K24K24K23°C

PC-8: Zusätzliche Testergebnisse

Wir testesten zusätzlich zu unserem Standardtest eine stärkere Be- bzw. Entlüftung und probierten dabei diverse Szenarien durch. Dabei liefen alle Lüfter wie gewohnt immer auf 5V, geregelt von der T-Balancer bigNG

SzenarioCPUGrafikHDDRaum
Einblasender Lüfter (Last)41K36K13K23°C
Einblasender Lüfter (Idle)19K19K13K23°C

Die Installation eines zusätzlichen Lüfters in der Front bewirkte nur eine Verbesserung der Festplattentemperaturen, nicht aber eine Verbesserung der CPU- oder Grafikkartentemperatur. Das verwundert aber angesichts der sonst so guten Temperturen nicht weiter. Die Festplattentemperaturen sanken allerdings um nennenswerte 6K.

PC-9: Zusätzliche Testergebnisse

Wir testesten zusätzlich zu unserem Standardtest eine stärkere Be- bzw. Entlüftung und probierten dabei diverse Szenarien durch. Dabei liefen alle Lüfter wie gewohnt immer auf 5V, geregelt von der T-Balancer bigNG

SzenarioCPUGrafikHDDRaum
Einblasender Lüfter (Last)51K37K14K24°C
Einblasender Lüter (Idle)28K25K13K23°C
Netzteillüfter nach oben (Last)48K37K20K23°C
Netzteillüfter nach oben (Idle)25K20K19K24°C

Der Lüfter konnte diesmal nicht in der Front platziert werden, da dort keine Montage vorgesehen ist. Deshalb wurde er an der vorgesehen Stelle in der linken Seitenwand montiert. Leider bewirkte der Lüfter ausschließlich eine Verbesserung der Festplattentemperatur. Die anderen Temperaturen verschlecherte dieses Szenario eher noch – vermutlich, weil die Luftzufuhr aus der Seitenwand und nicht wie gewohnt von vorne erfolgte.

Durch die umgekehrte Montage des Netzteils – also mit dem Lüfter nach oben, sodass er wieder aktiv an der Entlüftung teilnehmen kann – brachte zwar Temperaturverbesserungen, konnte allerdings die Montage des Netzteils im oberen Teil des Gehäuses wie im PC-8 nicht ersetzen.

Dieser Test gibt Aufschluss darüber, dass die optimale Netzteilposition entgegen des Trends die gewohnte Platzierung im Deckel mit dem Lüfter nach unten sein dürfte. Zumindest gilt das für passive und semi-passive Systeme, wie auch das System, mit dem getestet wurde.

Temperaturbewertung

Lian Li PC-8 148 
Lian Li PC-9 178 
Silverstone FT-01 181 
Cooler Master Storm Sniper 187 
Cooler Master ATCS-840 190 
Summe der Δ-T-Werte (Vollast/Leerlauf) aller Komponenten - weniger ist besser

Lüfter

Während dem PC-8 die Lüfter mit der Endung “BL-4″ beiliegen, liefert Lian Li mit dem PC-9 zwei Lüfter mit der Endung “SL-4″. Anders als der Name eventuell vermuten lässt, muss auch hier das PC-9 seinem Vorgänger den Punkt überlassen.

Die Drehzahl der Lüfter lässt sich nicht auslesen, da die von den “SL-4″ aber mit 1500rpm angegeben wird und der benötigte Strom von beiden Lüftern gleich ist (0.27A, 12V), gehen wir auch bei den “BL-4″ von 1500rpm als Höchstdrehzahl bei 12V aus. Somit würden die Lüfter bei 5V mit 625rpm, bei 7V mit 875 und bei 9V mit 1125rpm drehen. Der Lautstärkepegel lässt ebenfalls eine Drehzahl von ungefähr 1500rpm bei 12V vermuten.

Die Lüfter vom PC-8 (”BL-4″) sind auf 5V flüsterleise und zeigen keinerlei Nebengeräusche. Auch auf 7V laufen sie ruhig und ohne Nebengeräusche. Alles darüber wird rein von der Lautstärke des Luftrauschens für einen Silencer unerträglich.

Die Lüfter vom PC-9 (”SL-4″) hingegen klackern auf 5V und auf 7V sehr stark. Auf 12V ist zusätzlich zum Luftrauschen, das man bei den Lüfter des PC-8 vernehmen kann, auch noch ein leichtes Sirren zu hören, vielleicht durch eine veränderte Struktur der Rotorblätter. Jedenfalls ist so ein Betrieb mit den mitgelieferten Lüftern beim PC-9 für Silencer nicht möglich.

Auch wenn Lian Li die Drehzahl bei beiden Lüftermodellen etwas hoch ansetzt, kann man mit den mitgelieferten Lüftern des PC-8 gut zurechtkommen. Auch hier punktet also der Vorgänger.

Festplattenentkopplung

In beiden Gehäusen gibt es einen gewissen Entkopplungansatz, der aber – wer hätte es gedacht – erneut nur halbherzig durchdacht ist und deshalb auch nicht wirklich überzeugen kann.

Im PC-8 kann jedoch die alte Entkopplungsvariante von Lian Li gefallen, die zumindest einen Teil der Vibrationen der Festplatte dämpft. Die Seitenwände blieben bei unserem Exemplar ruhig und auch ansonsten wurde kein Teil des Gehäuses durch die Festplatte zum Vibrieren verleitet, was einen angenehmen Lautstärkepegel bescherte.

Das PC-9 setzt auf eine andere Entkopplungsmöglichkeit. Hier wird die Festplatte eigentlich gar nicht fixiert sondern liegt einfach nur auf der jeweiligen Schiene auf. Durch das verwendete Material – Plastik auf Plastik – werden die Vibrationen nur sehr dürftig gedämpft. Leider kam es so auch häufiger zu wahren “Vibrationsschüben”, wobei das ganze Gehäuse vibrierte. Bewegte man das Gehäuse nur minimalst, waren diese aber sofort vorbei. Vermutlich hatten sich die Vibrationen der Festplatte auf die nicht besonders gut befestigten, leichten und dünnen Gehäusewände übertragen, wie man es schon von den älteren Gehäusen von Lian Li gewohnt ist.

Keine der beiden Entkopplungsvarianten kann also überzeugen. Trotzdem hat das PC-8 wegen der vermiedenen Vibrationen die Nase auch hier vorn.

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