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Nexus Voltinia

Einleitung

Titel

Nexus hat sich in der Silencer-Szene mit seinen Lüftern schon lange einen Namen gemacht. Diese gelten als besonders laufruhig und freuen sich deshalb, nicht nur aufgrund ihres von anderen Lüftern abhebenden Äußeren, über steigende Beliebtheit. Auch Netzteile und Gehäuse hat Nexus schon eine Zeit lang im Sortiment.

Mit dem Nexus Voltinia ist bei uns eine Kombination der eben genannten Produkten eingetroffen: Das Gehäuse ist mit den bekannten Nexus-Lüftern und einem Netzteil ausgestattet. Ob dieses Gesamtpaket den Ansprüchen des Silencers gerecht werden kann, wollen wir mit diesem Review klären.

An diesem Punkt möchten wir uns ganz herzlich bei Keep Silent für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung des Nexus Voltinia bedanken. Das Gehäuse ist ab sofort bei Keep Silent für 135,90€ erhältlich.

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Der Karton in Hochglanzoptik verspricht uns das optimale Silencer-Gehäuse für den Einsatz zu Hause und im Büro.

Technische Daten

  • Typ: Miditower
  • Mainboard: ATX, µATX
  • Laufwerke: 4x 5,25″ (extern), 1x 3,5″ (extern), 6x 3,5″ (intern)
  • Material: Stahlblech, Kunststoff
  • Lüfteröffnungen: 3x 120mm (Front, Heck, Deckel), 1x 80mm (Slotblenden)
  • 7 Steckplätze für Erweiterungskarten
  • Frontanschlüsse: 2x USB 2.0, 1x Firewire, 2x Audio (HD/AC97)
  • Abmessungen: 419 x 180 x 495 mm (HxBxT)
  • Gewicht: 9,2 kg

Der Lieferumfang ist erstaunlich: Nicht nur die bekannten Lüfter von Nexus werden mitgeliefert, auch ein 430W-Netzteil ist dabei und bildet die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Lieferumfang

  • 2x 120mm-Lüfter (Nexus D12SL-12) inkl. 8x Entkoppler
  • reichlich Befestgungsmaterial
  • Zusätzliche Slotblende
  • Speaker
  • Englische Bedienungsanleitung (nur Explosionszeichnung)
  • Netzteil: Nexus Value 430
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Nach der erfolgreichen Befreiung aus der Schutzverpackung präsentiert sich das Nexus Voltinia relativ schlicht.

Der an der Front verarbeitete Kunststoff wirkt zwar nicht billig, hochwertigere Kunststoffe haben wir aber auch schon gesehen. Die Front selbst ist bei den optischen Laufwerken mit zwei Laufwerksblenden ausgestattet, welche jedes beliebige Laufwerk elegant verstecken.

Der Anschaltknopf ist von einem Ring umrahmt, der im Betriebszustand blau leuchtet. Am rechten Rand auf gleicher Höhe befindet sich der Reset-Taster, der bei Festplattenaktivität rot leuchtet. Im unteren Bereich befinden sich die Frontanschlüsse, dazwischen die Lufteinlässe für den Frontlüfter.

Der Deckel ist auf fast kompletter Länge mit Löchern durchsetzt und besteht im Mittelteil aus dem gleichen Kunststoff wie die Front. Die schlichten Seiten sind fast komplett geschlossen, eine in Silencer-Kreisen begrüßenswerte Eigenschaft. Im Heck erwartet uns eine kleine Überraschung: Die Slotblenden bieten Platz für einen zusätzlichen 80mm-Lüfter.

Boden mit Bodenloch und Füßen

Am Boden erkennt man eine Besonderheit des Gehäuses: auch er ist mit groben Löchern versehen. Wenn man genau hinschaut, erkennt man sogar einen Staubfilter. Der Tower wird außerdem von vier Gehäusefüßen aus weichem Gummi getragen. Dies verhindert – nicht nur auf harten Böden – die Übertragung von Vibrationen des Rechners.

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Beide Seitenteile werden mit je zwei Thumbscrews befestigt. Nach dem Entfernen eben dieser zeigen sich die inneren Werte des Voltinia.

Nach dem Aufschrauben überwiegen im Inneren bekannte Grautöne. Das Stahlblech ist dabei gut gefalzt, das Verletzungsrisiko wird so minimiert.
Das Netzteil fällt optisch durch seine ummantelten Kabel positiv auf. Die Lüfter kommen, Nexus-typisch, in schwarz mit weißen Rotorblättern daher.

Die Seiten sind von innen mit Dämmmatten beklebt. Die mainboardnahe Seite ist hierbei mit etwas dünnerem Schaustoff versehen. Beide Seiten sind aber ausschließlich mit Schaumstoff, und nicht mit beschwerenden Matten (z. B. aus Bitumen) versehen. Eine vibrationshemmende Wirkung ist dementsprechend ausgeschlossen.

Nachdem das Netzteil und die Lüfter entfernt wurden, wird der Blick auf den Innenraum frei. Hierbei fällt besonders auf, dass Nexus auf besondere Befestigungsmechanismen verzichtet und auf eine direkte Verschraubung der Komponenten mit dem Gehäuse setzt. Für ein als “Silent” beworbenes Gehäuse eine etwas ungewöhnliche Entscheidung. Der Festplattenkäfig ist leider genietet, so dass das Entfernen nicht gerade erleichtert wird.
Das lobenswerte Bodenloch ist hingegen in Kreisen des leisen PCs schon lange kein Geheimnis mehr: Gehäuse, bei denen zu wenig Luft durch die Front einströmen kann, kann so die Versorgung mit Frischluft ermöglicht werden. Außerdem kann direkt über einem Bodenloch eine Festplattendämmbox positioniert und effizient gekühlt werden.
Auf der rechten Seite des Innenraums überwiegen Löcher. Sie erleichtern die Montage von Kühlern auf Chipsatz und Prozessor, die Kabelführung und -positionierung.

Durch den Netzteilschacht kann ein der Einbauplatz für einen optionalen Lüfter im Deckel begutachtet werden. Verbaut werden kann hier entweder ein 120mm, oder ein 140mm-Lüfter.
Der Deckel kann leicht abgeschraubt und dann die Front entfernt werden. Hinter der Front erwarten uns ein paar Rändelschrauben als Überraschung. Wer die Front nicht abmontiert wird die Schrauben hier eventuell nicht entdecken.

Deckel (Vorne: Kunststoff, Hinten: Blech)

Der Deckel kann auseinander geschoben werden, wobei die obere Hälfte aus Kunststoff, die untere aus Blech besteht.

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Der Einbau der Hardware verlief ohne Komplikationen.

Dank der Lasche vor dem Netzteilschacht wird selbst das Verlegen des dicken ATX-Kabelstrangs ein Vergnügen. Das abgebildete Kabelmanagement wurde ohne einen einzigen Kabelbinder erreicht.

Leider ist das Lüftergitter eher engmaschig und nicht herausnehmbar. Auch die Möglichkeit einen 80- oder 90mm-Lüfter anstatt des 120mm-Lüfters zu verbauen, behindert den Luftstrom hier teilweise.
Beim Verbauen einer Dualslot-Grafikkarte und entsprechender Postitionierung der Grafikkarte verbleibt nur noch ein Slot über der Grafikkarte. Falls man sich dazu entschließen sollte, einen darunterliegenden Slot zu nutzen, muss dieser rausgebrochen werden. Ein anschließendes Nutzen der Slotblenden zum Verbauen des 80mm-Lüfters entfällt dadurch.

Erfreulicherweise ist das Loch im Mainboard-Träger groß genug, um wirklich bei (fast) jedem Board den Wechsel des CPU-Kühlers ohne Ausbau des Mainboards zu ermöglichen. Beim Chipsatz sieht dies anders aus: Hier werden nur Boards in Standardlayouts in den Genuss des Kühlertauschs ohne Mainboardausbau kommen.

Sieht man nur die Front des Nexus, so ist kaum erkennbar, dass die Hardware schon verbaut ist. Das liegt nicht zuletzt an den Blenden für optische Laufwerke.

DSCF8410.JPG
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Um die Gehäusetests zumindest in einem Punkt untereinander vergleichbarer zu machen, haben wir uns entschieden, jedes Gehäuse mit einer vergleichbaren Konfiguration zu bestücken und anschließend Temperaturmessungen durchzuführen.

Testsytem

  • Prozessor:
    AMD Athlon 64 3700+ (SanDiego-Kern: 2200MHz, 1024KB Cache, 89W TDP)
  • Prozessorkühler:
    Scythe Ninja (passiv)
    oder
    Arctic Cooling Silencer Ultra 64 (mit Papst 8412NGML)
  • Mainboard:
    MSI K8NGM2-FID (µATX, nVidia Chipsatz (430/6150), passiv)
  • Arbeitsspeicher:
    A-DATA Vitesta DDR500 2×512MB (2.5-4-4-7 1T)
  • Grafikkarte:
    Gigabyte GeForce 7600GT (256MB GDDR3, 45W TDP)
  • Grafikkartenkühler:
    beQuiet Polar Freezer (passiv)
  • Festplatte:
    Samsung Spinpoint SP1213C (120GB, 7200U/min)
  • Optisches Laufwerk:
    Toshiba DVD-RW (DL) SD-R5472
  • Netzteil:
    Enermax EG365AX (350W, Umbau auf 120mm-Lüfter, Veränderung der Kabel)
    oder
    Jou Jye SGP-350AUBA (350W, Wechsel des Lüfters, Veränderung der Kabel)
  • Netzteillüfter:
    120mm YateLoon (D12SL-12, 750U/min bei 5V)
  • Gehäuselüfter:
    120mm Scythe Slip Stream (SY1225SL12M, 700U/min bei 5V)
    oder
    80mm Papst (8412NGML, 1000/min bei 5V)

Der Testaufbau ist in jedem System gleich. Es werden ausschließlich zwei Lüfter mit einer festen Spannung von 5V betrieben. Keine weiteren (einblasenden) Lüfter werden verwendet. Jede Hardwarekomponente ist mit ausreichend dimensionierten Passivkühlkörpern versehen.

Je nach Größe des Gehäuses werden zwei verschiedene Netzteile verwendet. Diese unterscheiden sich aber nur in den inneren Werten, denn sie sind beide mit den gleichen YateLoon-Lüftern ausgestattet. Wie eingangs erwähnt arbeiten diese mit einer Betriebsspannung von 5V. Sie unterscheiden sich nur in der Kabellänge, damit für jeden Gehäusetyp die gleichen Bedingungen bezüglich des Luftstroms gelten.

Als ausblasender Gehäuselüfter wird, je nach vorhandenen Möglichkeiten des Gehäuses, ein 80mm- oder 120mm-Modell verwendet. Als 120mm-Lüfter kommt der Scythe Slip Stream, als 80mm-Lüfter ein Papst zum Einsatz.

Der Testablauf sieht die gleichzeitige Belastung des Systems mit Prime2004 (Prozessor) und rthdribl (Grafikkarte) vor. Dies geschieht so lange, bis keine der gemessenen Temperaturen mehr steigt. Diese Temperaturen gelten als Last-Temperaturen. Eine halbe Stunde nach dem Belastungstest werden die Idle-Temperaturen ermittelt.

Temperatursensoren

  • Prozessor:
    Core via RMClock
  • Grafikkarte:
    via GPU-Z
  • Festplatte:
    via S.M.A.R.T. (SpeedFan)
  • Netzteil:
    Abluft via Temperaturmessfühler

Nach diesen Standardtests werden noch, je nach Belüftungsmöglichkeiten des Gehäuses, andere interessante Testszenarien durchgespielt und eventuell mitgelieferte Lüfter und Entkopplungsmöglichkeiten für Festplatten subjektiv beurteilt.

Danksagung

Besonderen Dank wollen wir an dieser Stelle Scythe aussprechen, die uns für unser Testsystem den Scythe Ninja Plus (Rev. B) zur Verfügung stellten.

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Das Voltinia ordnet sich im Mittelfeld ein.

Gehäusecharts: Volllast

GehäuseCPUGrafikHDDNTRaum
Lancool K136K41K11K10K22°C
Lian Li PC-P60 Armorsuit36K48K13K20K22°C
SilverStone Temjin TJ1038K54K8K12K25°C
Nexus Voltinia39K48K12K17K25°C
Cooler Master HAF 93246K55K18K12K21°C
GMC R-3 Corona62K62K22K13K23°C

Alle Werte sind gut, nur der relativ hohe Wert des Netzteils verwundert ein wenig. Dennoch sind die Ergebnisse respektabel.

Gehäusecharts: Leerlauf

GehäuseCPUGrafikHDDNTRaum
Lancool K15K24K11K9K22°C
Lian Li PC-P60 Armorsuit4K24K13K16K22°C
SilverStone Temjin TJ104K28K10K12K25°C
Nexus Voltinia6K24K12K13K25°C
Cooler Master HAF 9328K37K15K9K25°C
GMC R-3 Corona15K30K22K11K23°C

Auch hier landet das Voltinia im Mittelfeld. Leider auch mit der erhöhten Netzteiltemperatur.

Temperaturbewertungen

Lancool K1 147 
Silverstone Temjin TJ10 166 
Nexus Voltinia 171 
Lian Li PC-P60 Armorsuit 174 
Cooler Master HAF 932 200 
GMC R-3 Corona 237 
Summe der Δ-T-Werte (Vollast/Leerlauf) aller Komponenten - weniger ist besser

In der Gesamtübersicht hat sich das Nexus noch vor das Lian Li Armorsuit gesetzt, welches ähnlich schlechte Netzteiltemperaturen erzielte.

Zusätzliche Testergebnisse

GehäuseCPUGrafikHDDNTRaum
80mm-Slotlüfter (Last)39K45K12K17K22°C
80mm-Slotlüfter (Idle)6K25K12K13K22°C

Da sich bei den Slotblenden die Möglichkeit bietet einen 80mm-Lüfter einzubauen, wurde diese auch genutzt. Dieser wurde ausblasend montiert.
Wie zu erwarten war sank die Grafikkartentemperatur unter Volllast. Ansonsten gibt es kaum einen Unterschied zu den anderen Messwerten.

Lüfter

Die Lüfter machen einen hochwertigen Eindruck. Schon die Bezeichnung lässt alte Hasen in positiven Erinnerungen schwelgen. D12SL-12 – die Legende von YateLoon lebt im Nexus fort. Und sie ist frisch wie eh und je.
Bei 12V gehen beide mitgelieferten Lüfter mit 1000U/min zu Werke, mit 5V drehen sie bei ca. 650U/min. Beide Lüfter haben ein sehr leichtes Lagerschleifen, sind ansonsten aber extrem Leise. Bei voller Spannung hört man ganz leichtes Luftrauschen, bei 5V sind sie wirklich nur wahrnehmbar, wenn das Ohr direkt an den Lüfter gehalten wird.

Netzteil

Da das Netzteil in nächster Zeit gesondert getestet wird, erfolg hier nur eine kurze Zusammenfassung der Erfahrungen, die wir beim Test des Gehäuses gesammelt haben. Die langen, ummantelten Kabel und die geringe Bautiefe fallen positiv auf. Auch der Lüfter ist leise. Nebengeräusche konnten bei unserem Testkandidaten keine ermittelt werden.

Gehäusefüße / Festplatte

Die verbauten Gehäusefüße sind aus sehr weichen Gummi und hemmen erstaunlich gut die Vibrationen, die von der Festplatte ausgehen. Da das Gehäuse nicht klappert und dank der Dämmmatten kaum als Resonanzkörper argiert, kann man die Gehäusefüße wohl als Festplattenentkopplung sehen. Und diese ist effektiver als so manche andere direkte “Entkopplung” der Festplatten.

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Fazit

Trotz der Tatsache, dass sich das Nexus Voltinia nur im Mittelfeld der Temperaturwerte befindet, erhält es einen Gold-Award. Und das nicht ohne Grund. Der Lieferumfang ist der Wahnsinn, denn für den Kaufpreis erhält man eine Komplettausstattung aller nötigen Grundkomponenten, die ein Silentsystem ausmachen. Das Netzteil hält mit seinen 430W genug Leistungsreserven bereit, ein zusätzlicher Lüfterkauf bei den Gehäuselüftern entfällt, das komplette System ist effektiv vom Boden entkoppelt und der Einbau geht schnell von der Hand.
Durch diese Tatsachen hat sich das Nexus Voltinia den Silenthardware Gold-Award redlich verdient.

Positiv

  • Mitgelieferte Lüfter (qualitativ & quantitativ)
  • Entkoppler für Lüfter mitgeliefert
  • Mitgeliefertes, leises Netzteil (430W)
  • Dämmung
  • Sehr weiche Gehäusefüße
  • Bodenloch
  • Integrierte Staubfilter
  • Passende Laufwerksblenden für zwei optische Laufwerke
  • Integrierte Montagelöcher im Mainboardtray

Negativ

  • Keine Festplattenentkopplung
  • Staubfilter im Bodenloch nicht wechselbar
  • Untere Slotblenden nur rausbrechbar

Links:
Herstellerwebseite
Bezugsquelle

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