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Netzteil Roundup 2009

Amacrox Calmer 560W

BereichHerstellerangabe
Leistung560/400 W
Effizienz85%
Abmessungen (Bx Hx T)150 x 86 x 140 mm
MTBFk.A.
Garantiek.A.

Ein Aluminiumgriff erregt beim erstmaligen Betrachten des Kartons die Aufmerksamkeit. Nach dem Ablegen der äußeren Kartonage zeigt sich der Grund: Ein schicker Metallkoffer schützt das Netzteil, welches zusätzlich noch in Luftpolsterfolie eingewickelt ist. Vielleicht hätte man sich zu Gunsten des Preises den Koffer lieber sparen sollen, da selbiger höchst wahrscheinlich sein Leben in einem Schrank verbringen wird. Das Zubehör setzt sich aus Befestigungsschrauben, einem Handbuch, einem Netzkabel, sowie zwei Schlüsseln zum Abschließen des Koffers zusammen.

Äußerlich schließt sich das Amacrox dem Design des Silverstone Nightjars an. Die Seitenwände sind perforiert und der Deckel wurde vollständig mit dicken Kühlerlamellen überzogen. Das hohe Gewicht lässt darauf schließen, dass große Teile des Innenraums sowie das komplette Gehäuse aus Metall bzw. Blech gefertigt sind. Anderes wäre auch kaum vorstellbar, da bei einem passiven Netzteil jede Fläche zum Ableiten der Wärme benötigt wird. Insgesamt macht die Optik einen stimmigen Eindruck, was nicht zuletzt am Deckel liegt. Dieser erinnert mit seinen Seitenflächen stark an gebürstetes Aluminium aus dem Gehäuse Segment Lian Li’s. Jedoch will der Knopf zum Einschalten des Gerätes nicht so richtig zur sonst hochwertigen Verarbeitung passen. Ein Gebilde aus Plastik und Gummi erfüllt diesen Zweck. Dementsprechend wirkt er etwas billig und wackelig.

Kabeltechnisch gibt es beim Amacrox nicht viel neues zu sagen. Die Blickdichtigkeit des Sleeves lässt zu wünschen übrig und auch mit der sparsamen Verwendung von selbigem kann das Gerät nicht punkten. Leider können immer weniger Netzteile mit ihrem Sleeve überzeugen, obwohl gerade die Kabeloptik in Zeiten von perfektionistischem Case-Modding immer wichtiger wird. Ein einzelner 6-Pin PCIe Stecker und ein 4-Pin EPS Kabel sind etwas spärlich bemessen, sollten aber für die Zielgruppe ausreichen. Weiterhin bewegen sich die vier SATA Stecker auf einem Grad zwischen zu wenig und gerade ausreichend. In einem besseren Licht präsentieren sich die Molex Stecker, da diese in einer ordentlichen Anzahl von sechs Stück auftreten. Zwei der veralteten FDD Stecker sind zusätzlich an Bord. Die Kabellänge ist dagegen alles andere als befriedigend. Nur 55cm reicht das Kabel vom Gerät bis zum zweiten SATA Stecker, das ist deutlich zu wenig. Man beachte dabei, dass der Durchschnittswert des Abstandes vom Netzteil zum am weitesten entfernten SATA Stecker in unserem Testfeld bei ca. 70cm liegt. Die Molex Kabel entsprechen hingegen wieder dem Durchschnitt.

Stecker je Kabel (fest)Stecker je Kabel (modular)Länge in cm
1x ATX (20+4 Pin45
1x EPS (4+4 Pin)41
1x PCIe (6Pin)47
3x Molex + 1x FDD40 - 55 - 69 - 85
3x Molex + 1x FDD40 - 55 - 69 - 85
2x SATA39 - 55
2x SATA39 - 55

Beim Betrachten der Leistungsdaten fiel uns als aller erstes auf, dass es sich hier um ein 400W statt 560W Netzteil handelt. Bisher waren wir dank der Bezeichnung (Calmer 560) von letzterem ausgegangen. Die 560W sind nur die Peak-Leistung, also die Leistung, die ein Netzteil kurzzeitig bereitstellen kann. Zwei 12V Schienen liefern mickrige 14 und 13 Ampere. Unserer Meinung nach wäre eine einzelne 12V Schiene in diesem Fall deutlich angebrachter, denn somit degradiert sich das Amacrox selbst zum gemäßigten Multimedia-Gerät. Aktuelle Highend-Grafikkarten sind beim Calmer durchaus in der Lage, eine der zwei Schienen zu überlasten. Zu zwei Schutzschaltungen konnten wir leider keine Angabe finden, was darauf schließen lässt, dass sie nicht vorhanden ist. Beim Preis des Gerätes ist dies etwas verwunderlich.

Leistungsdaten:

+3.3V: 20A
+5V: 14A
+12V1: 14A
+12V2: 13A
-12V: 0,5A
+5Vsb: 2,5A

Bezeichnung
Überstromschutz (OCP)vorhanden
Kurzschlussschutz (SCP)vorhanden
Überlastschutz (OLP o. OPP)k.A.
Überspannungsschutz (OVP)vorhanden
Unterspannungsschutz (UVP)k.A.
Überhitzungsschutz (OTP)vorhanden

Zwei riesige Kühler im Innenraum sind per Wärmeleitpaste mit dem Deckel verbunden. Durch eine Aussparung ist der große 105°C Panasonic Primär-Elko zu erkennen. Im sekundären Bereich finden sich ebenfalls bis 105°C ausgelegt Elkos von Teapo und Ostro. Die zwei Spulen an der rechten Seite sind über ein Wärmeleitpad mit einem der beiden Hauptkühlkörper verbunden, was verdeutlicht, wie das Kühlprinzip des passiven Gerätes funktioniert. Ein Großteil der Wärme soll über die Kühlkörper auf äußere Flächen übertragen werden, welche vom Airflow des Systems profitieren. Somit kann man potenziellen Käufern nur raten, keinen komplett passiven PC aufzubauen. Gummiummantelungen sind vorhanden, könnten aber zahlreicher ausfallen.

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