Duell der Giganten – Corsair HX750W vs. Cougar S700 – Teil I
Autor: Florian Haaf
Einleitung
Dieser Artikel soll als erster Teil unseres großen Duells zwischen dem Corsair HX750W und dem Cougar S700 dienen. Im zweiten Teil werden wir euch dann ausführliche Messwerte und unser abschließendes Fazit bieten. Der Grund für das Splitting dieses Testberichts ist, dass wir noch etwas Zeit benötigen um unser Testsetup für Geräte im 700W Bereich anzupassen. Man darf gespannt sein, was die beiden Boliden mit neuester Technik zu bieten haben.
Dennoch soll bereits jetzt die technische Wertigkeit sowohl des Cougar S700 als auch des Corsair HX750W durch einen genauen Blick auf die verbauten Komponenten ermittelt werden.
Das Corsair HX750W erregte vor nicht all zu langer Zeit große Aufmerksamkeit, da es als erstes massentaugliches 80Plus Gold Netzteil in einem humanen Leistungsbereich auf den Markt kam. Kurz darauf wurde das Zertifikat jedoch von Corsair selbst auf Silber zurückgestuft, da auf Grund von Fertigungsschwankungen anscheinend nicht bei jedem HX750W eine goldwürdige Effizienz garantiert werden kann. Es dauerte nicht lange, bis der Endkundenableger des großen Fabrikanten HEC/Compucase mit Namen Cougar konterte und das S700 auf den Markt brachte. Dieses Gerät besitzt ein 80Plus Silber Zertifikat und dürfte sich mit dem Corsair einen harten Kampf um die Krone der Netzteile liefern, die selbst bei einem SLI oder Crossfire System noch reichlich Reserven bereithalten.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Cougar und Corsair für den freundlichen Kontakt und die Bereitstellung der Testmuster bedanken.
Üblicherweise werden die 3,3V, 5V und 12V Spannungen aus einer einzigen Quelle generiert. Bei der DC-DC Technik gibt der Transformator jedoch nur die 12V Spannung aus. Somit muss er nur einmal von Wechelspannung zu Gleichspannung konvertieren, was zusammen mit der Tatsache, dass der Druck der nun starken 12V Spannung das Überwinden von Widerständen erleichtert, erhebliche Vorteile in der Effizienz bedeutet. Die 3,3V und 5V Spannungen werden per Spannungswandler von der 12V Schiene abgeleitet. Dies geschieht aus Platzgründen oftmals auf einer Zusatzplatine, die hauptsächlich Feststoffkondensatoren, Spulen, einen Controllchip und Transistoren beeinhaltet.
Ein weiterer Vorteil der DC-DC Technik ist die verbesserte Stabilität. Wird bei herkömmlichen Netzteilen zur Korrektur eine Spannung erhöht oder gesenkt, sind die anderen Spannungen direkt betroffen und werden fälschlicherweíse ebenso verändert. Da bei DC-DC Netzteilen die Leitungen unabhängiger voneinenader sind, kann dieses Problem durch eine getrennte Regelung vermieden werden.
Schlussendlich wird bei der neuen Technik mehr Wert auf die 12V Leitung gelegt, weshalb den stromhungrigen PC-Komponenten ein höheres Leistungsvolumen auf dieser so wichtigen Leitung zur Verfügung steht. Da die 3,3 und 5V Spannungen bei heutiger Hardware kaum mehr benötigt werden, ist dies also eindeutig ein richtiger Schritt in die Zukunft.
| Bereich | Herstellerangabe |
|---|---|
| Leistung | 750W |
| Effizienz | Bis zu 90% |
| Abmessungen (Bx Hx T) | 150 x 86 mmx 180 mm |
| MTBF | |
| Garantie | 7 Jahre |
Das Corsair erreichte uns in einer sehr großen Verpackung. Nicht weniger üppig ist der Schutz des kostbaren Inhaltes: Ein Schaumstoffwürfel samt Stofftasche garantiert einen sicheren Transport. Desweiteren liegen ein obligatorisches Netzkabel, vier Befestigungsschrauben und ein Sticker im Karton. Nicht zu vergessen ist eine Aufbewahrungstasche für die modularen Kabel. Sehr löblich ist die lange Garantie von 7 Jahren, hier setzt Corsair neue Maßstäbe.
Optisch entspricht das HX750W exakt seinen Brüdern. Ein wenig frischer Wind im Design hätte also nicht geschadet, aber schließlich soll ein Netzteil keine Modenschau gewinnen. Die Verarbeitung wirkt typisch solide; das nicht herausstehende Lüftergitter trägt durchaus einen Teil dazu bei.
Erwartungsgemäß groß für ein Netzteil dieser Leistungsklasse ist die Einbauteife von satten 18cm.
Wie von Corsair gewöhnt wird beim HX750W auf Flachbandkabel gesetzt. Dies sehen wir durchaus als Vorteil an, da nicht nur die Optik erste Sahne ist, sondern auch eine hohe Flexibilität der Kabelstränge ermöglicht wird. Vier PCIe Kabel (jeweils mit einem 6+2 Pin Stecker) sind vorhanden, was uns die Frage stellen lässt, wieso Corsair die vier Stecker nicht auf zwei Kabel aufgeteilt hat. Somit hätte der Käufer weniger Kabel im Gehäuse. Die Anzahl von 12 SATA- und 8 Molex Steckern sollte für sich sprechen. Positiverweise wurden zudem zwei FDD Stecker nicht fest verlötet, sondern lassen sich durch jeweils einen Molex zu FDD Adapter hinzuschließen.
| Stecker je Kabel (fest) | Stecker je Kabel (modular) | Länge in cm |
|---|---|---|
| 1x ATX (20+4 Pin) | 61 | |
| 1x EPS (4+4 Pin) | 60 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 61 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 61 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 61 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 61 | |
| 4x Molex | 45 - 55 - 65 - 75 | |
| 4x Molex | 45 - 55 - 65 - 75 | |
| 4x SATA | 45 - 55 - 66 - 77 | |
| 4x SATA | 45 - 55 - 66 - 77 | |
| 4x SATA | 45 - 55 - 66 - 77 | |
| 1x Molex zu FDD Adapter | 12 | |
| 1x Molex zu FDD Adapter | 12 |
Die 12V Combined Power beträgt 744W und entspricht damit fast genau der vermarkteten Leistung von 750W. Dementsprechend gibt es auch nichts an der einzelnen 12V Schiene zu bemängeln, welche die vollen 62 Ampere zur Verfüfung stellen kann. Wie wir später sehen werden, geht Cougar in dieser Hinsicht einen anderen Weg. Desweiteren wurde bis auf den Überhitzungsschutz an alle wichtigen Schutzschaltungen gedacht.
Technische Daten:
+5V: 25A
+3,3V: 25A
+12V: 60A
-12V: 0,8A
+5Vsb: 3,0A
| Bezeichnung | |
|---|---|
| Überstromschutz (OCP) | vorhanden |
| Kurzschlussschutz (SCP) | vorhanden |
| Überlastschutz (OLP o. OPP) | vorhanden |
| Überspannungsschutz (OVP) | vorhanden |
| Unterspannungsschutz (UVP) | vorhanden |
| Überhitzungsschutz (OTP) | k.A. |
Technische Daten des 140mm Lüfters:
Hersteller: Ong Hua
Typ: HA1425H12B-Z
Stromstärke: 0,5A
maximale Leistungsaufnahme: 6W
Nach dem Öffnen des Netzteils erwartet uns eine schwarze Platine aus dem Hause CWT in der Güteklasse FR4. Diese Güteklasse bedeutet, dass die Platine aus in Epoxidharz getränkten Glasfasermatten aufgebaut ist und somit zu den hochwertigeren Produkten gehört.
Unter dem Kaltgerätestecker befindet sich ein erster X-Kondensator. Direkt darüber nehmen wie üblich zwei blaue Y-Kondensatoren ihren Platz ein. Schräg darunter können wir eine freie Lötstelle sehen, welche sehr wahrscheinlich in einer höheren Ausbaustufe Platz für einen weiteren X-Kondensator frei hält.
Gehen wir weiter in Richtung primären Bereich, springt uns ein MOV (Metal-Oxide-Varistor) ins Auge. Dieser ist eine wichtige Schutzeinrichtung und wird bei billigen Netzteilen oftmals “vergessen”.
Unmittelbar daneben stehen zwei Spulen des Netzfilterbereiches, in welchen jeweils eine Plastikplatte hochkant integriert ist. Dies soll Schwingungen der Kupferdrähte bei einer Ausdehnung durch Wärme verhindern. Zusätzlich wurden die Spulen mit Gummi umwickelt, was einerseits nicht gerade fördernd für die Temperatur ist, aber andererseits dank der seitlichen Öffnung ein guter Kompromiss sein sollte. Zwischen den Spulen ist ein zweiter X-Kondensator montiert.
Zudem stehen etwas versteckt in der Ecke der Platine zwei Y-Kondensatoren, welche die Gesamtzahl dieser Bausteine im Netzfilterbereich auf vier erhöhen. Nichts dest trotz ist hier wieder Platz für zwei weitere Modelle dieser Gattung vorhanden.
Schauen wir nun zur Gleichrichterbrücke, welche direkt an einem großen Kühlkörper des PFC-Bereiches anliegt. Die Brücke stammt von SEP Electronic, trägt die Bezeichnung GBU15005 und kann bis zu 15 Ampere unterstützen. Gegenüber befindet sich eine Zusatzplatine mit einem PWM/PFC Chip der Firma Championmicro. Die genaue Modellbezeichnung lautet CM6802. Desweiteren ist mittig ein lackgetränkter X-Kondensator angesiedelt.
Die PFC Spule macht auf den ersten Blick den Eindruck von einem Transformator, da sie in ein Plastikgehäuse gesteckt und mit gelber Folie umwickelt wurde. Diese Präventionsmaßnahme wurde früher recht häufig eingesetzt. In den Schatten gestellt wird die PFC-Spule nur von zwei großen, bis 105°C ausgelegten Primärkondensatoren der japanischen Firma Nippo-Chemicon.
Machen wir einen Sprung über den mittleren Kühlkörper und landen direkt im Königreich der Transformatoren. Der große Transformator ist für die 12V Spannung zuständig, der kleinere muss sich um die 5V Standby-Versorgung kümmern. Links und rechts von diesem wurden einige Mosfets und Chips an die Kühlkörper verschraubt. Die Kühlkörper kommen uns im Allgemeinen recht simpel und klein vor. Tatsächlich lässt sich kaum ein Bauteil finden, das nicht einen Platz an der Sonne alias Lüfter genießt. Dennoch hätte man die Kühlkörper unserer Meinung nach wenigstens nach oben hin etwas auffächern können. Ferner ist die Anzahl von 5 Gleichrichterdioden zu erwähnen, die alle samt am mittleren Kühlkörper anliegen.
Der sekundäre Bereich ist gespickt mit 105°C Kondensatoren zur Spannungsglättung aus dem Hause Nippon-Chemicon. Es lässt sich sogar ein einzelner Feststoffkondensator der Firma CapXcon finden.
Nicht zu vergessen sind zwei Zusatzplatinen der DC-DC Technik, auf denen insgesamt 10 Feststoffkondensatoren befestigt wurden und welche getrennt für 3,3V und 5V zuständig sind. Auf beiden Platinen kommt jeweils ein ein APW7073 Controller von ANPEC zum Einsatz. Die Feststoffkondensatoren besitzen übrigens den Vorteil, dass sie nicht Platzen können und werden daher vorwiegend auf Mainboards und Grafikkarten verbaut.
Federführend für die Schutschaltungen ist ein ein PS229 Monitoring Chip von Silicon Touch, welcher immer öfter in Netzteilen zu finden ist.
Positiv zu erwähnen sind noch verschiedene Plastikplatten und Schrumpfschläuche an den Kabelenden zur Verhinderung von Kontaktkurschlüssen.
| Bereich | Herstellerangabe |
|---|---|
| Leistung | 700W |
| Effizienz | Bis zu 90% |
| Abmessungen (Bx Hx T) | 150 x 86 mmx 180 mm |
| MTBF | |
| Garantie | 3 Jahre |
In den Cougar typischen Farben kommt die Verpackung daher. Sie macht einen sehr ansprechenden Eindruck und weist auf allerlei Features des Netzteils hin. Im Inneren finden wir als Zubehör ein Netzkabek, vier Befestigungsschrauben, ein Handbuch, zwei Sticker und einen Klettverschlusskabelbinder vor. Eine Tasche für die Aufbewahrung der modularen Kabel könnte man sich eventuell noch wünschen, doch daran soll es schlussendlich nicht scheitern.
Beeindruckend und mächtig. Das sind wohl die ersten Adjektive, die uns beim Betrachten des S700 einfielen. Der obere Teil ist in einer Art schwarz-metallic lackiert, welcher aber rauer aussieht als er tatsächlich ist. Statt auf ein Lüftergitter setzt man auf ein fast bündiges Bienenwabengitter. Dies unterstreicht zwar die Außergewöhnlichkeit des Netzteils, dürfte aber für ein vermehrtes Lüfterrauschen sorgen. Der Boden ist in Cougar typischem Orange orange gehalten und besteht sogar aus Aluminium. Auf der Hinterseite sind wie üblich die Buchsen für die modularen Kabel angeordnet, die per Beschriftung auf die einzelnen 12V Schienen hinweisen. Darunter befindet sich ein durchgehendes Bienewabengitter, das einem potenziellen Wärmestau entgegenwirken soll. Alles in allem macht das S700 einen äußerst hochwertigen und massiven Eindruck, hier wurden bezüglich Optik und Haptik beinahe neue Masstäbe gesetzt.
Die Ummantellung der Kabel ist nicht nur optisch sehr kreativ, sondern auch recht blickdicht. Das S700 ist wie die CM Reihe nur teilweise modular, was durchaus einen Sinn macht. Da wichtige Kabel, die so gut wie immer benutzt werden, fest intigriert sind, entfallen fehleranfällige Lötstellen auf der Zusatzplatine des Netzteils. Lediglich der zweite feste 8-Pin EPS Stecker macht einen überflüssigen Eindruck, befördert das S700 aber auch gleichzeitig zur Workstation-Tauglichkeit. Insgesamt stehen vier PCIe Kabel zur Verfügung (zwei Stück mit 8-Pins) und lassen somit ein Crossfire oder SLI Gespann aus zwei Highend-Grafikkarten zu. Wie beim HX750W bekam leider jeder PCIe Stecker ein eigenes Kabel zugeteilt. Im direkten Vergleich der Molex- und SATA Stecker muss das Cougar hingegen einen deutlichen Rückschlag einstecken: Mit drei Molex- und vier SATA-Steckern weniger muss sich das S700 zufrieden geben.
| Stecker je Kabel (fest) | Stecker ja Kabel (modular)L | Länge in cm |
|---|---|---|
| 1x ATX (20+4 Pin) | 60 | |
| 1x EPS (8 Pin) + 1x EPS (4+4 Pin) | 62 - 91 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 52 | |
| 1x PCIe (6 Pin) | 52 | |
| 1x PCIe (6+2 Pin) | 50 | |
| 1x PCIe (6 Pin) | 50 | |
| 3x Molex | 50 - 65 - 80 | |
| 2x Molex | 50 - 65 | |
| 4x SATA | 50 - 66 - 82 - 98 | |
| 4x SATA | 50 - 66 - 82 - 98 | |
| 1x Molex zu FDD Adapter | 17 |
Vier 12V Schienen sollen für eine aufgeteilte Last beim S700 sorgen. Zwei 24 Ampere starke Schienen sind dabei für die modularen und festen PCIe Kabel zuständig. Warum man jeder Schiene zwei Buchsen spendiert hat, ist uns unschlüssig. Alles andere, als die beiden modularen PCIe Kabel auf getrennte Schienen zu verteilen, wäre nämlich schlicht unlogisch. Eine einzelne Schiene ist für die Peripherie Kabel vorgesehen und kann 20 Ampere der Gesamtleistung liefern. Die vierte Schiene im Bunde muss die CPU mit 20 Ampere versorgen. Erfreulich ist der Blick auf die Schutzschaltungen: Sogar ein Überhitzungsschutz ist vorhanden.
Technische Daten:
+5V: 25A
+3,3V: 25A
+12V1: 20A
+12V2: 20A
+12V3: 24A
+12V4: 24A
-12V: 0,6A
+5Vsb: 3,0A
| Bezeichnung | |
|---|---|
| Überstromschutz (OCP) | vorhanden |
| Kurzschlussschutz (SCP) | vorhanden |
| Überlastschutz (OLP o. OPP) | vorhanden |
| Überspannungsschutz (OVP) | vorhanden |
| Unterspannungsschutz (UVP) | vorhanden |
| Überhitzungsschutz (OTP) | vorhanden |
Technische Daten des 140mm Lüfters:
Hersteller: Cougar
Typ: DFS132512H
Stromstärke: 0,5A
maximale Leistungsaufnahme: 3W
Auf den ersten Blick wirkt das Netzteil sehr übersichtlich und gut durchdacht. Wie zu erwarten nimmt die Technik ihren Platz auf einer hochwertigen Epoxidharzplatine ein.
Die Reise durch das Cougar S-Power 700W beginnt wie üblich am Netzeingang. Dort ist eine Zusatzplatine montiert, die unter anderem einen X-Kondensator und zwei Y-Kondensatoren beherbergt. Leider macht die Lötqualität nur einen mittelmäßigen Eindruck. Positiverweise ist jedoch ein Ferritkern zur Entstörung vorhanden, welcher beim HX750W leider fehlt.
Der Netzfilterbereich setzt sich mit zwei Spulen fort, die wie von Corsair bekannt vorteilhafterweise mit Plastikplatten innerlich fixiert sind. Statt einer Gummiummantellung kommt zudem reichlich Siliconkleber zum Einsatz.
Sehr einfallsreich: Zwei X-Kondensatoren lassen sich jeweils unter einer Spule finden, was dem Platzangebot positiv zu gute kommt. Außerdem zeigen sich vier weitere Y-Kondensatoren.
Direkt dahinter befindet sich eine Gleichrichterbrücke der Firma Micro Commercial Components mit der Bezeichnung GBJ1506. Diese unterstützt bis zu 15 Ampere und dürfte qualitativ gleich auf mit dem verbauten Modell im Corsair sein. Ferner lässt sich der insgesamt vierte X-Kondensator erkennen und unterstreicht somit die Tatsache, dass Filterbausteine im Cougar etwas reichtlicher eingesetzt wurden. Demensptrechend wurde auch nicht an einem MOV (Metal-Oxide-Varistor) gespart.
Der PFC Bereich setzt sich mit der obligatorischen Spule fort, bei welcher eher weniger Wert auf die Prävention vor Störgeräuschen gelegt wurde. Anscheinend hat Cougar mit solchen Problemen weniger zu kämpfen.
Der große Primärkondensator stammt vom japanischen Produzenten Nippon-Chemicon. Dieser ist bis 105°C spezifiziert und kommt aus der KMR Baureihe.
Im mittleren Teil des Netzteils wartet ein großer Transformator auf uns. Daneben sind übrigens zwei kleine Kondensatoren von Su’ccon zu erkennen. Gegenüberliegend schmiegen sich sechs Gleichrichterdioden (für +12V zuständig) an eine Aluminiumplatte, die per Wärmeleitpad mit dem Hauptkühlkörper verbunden ist. Die sehr große Anzahl an diesen Gleichrichterdioden ermöglicht ein hohes Leistungsspektrum und setzt die Vermutung fort, dass Cougar etwas großzügiger als Corsair mit den Bauteilen umgeht.
Der PWM/PFC Controller sitzt auf einer Zusatzplatine; genauer gesagt handelt es sich um einen FAN4800IN von Fairchild, der laut Datenblatt bereits einen Überspannungsschutz (somit primär) beinhaltet.
Der sekundäre Bereich beherbergt mehrere Kondensatoren von Teapo aus Taiwan. Warum man dort auf japanische Modelle verzichtet hat, ist uns (vor allem dank des Kaufpreises) schleierhaft. Dennoch sind recht viele Nippon-Chemicon Feststoffkondensatoren sichtbar. Der bereits erwähnte Kühlkörper bietet eine ausladende Fläche und ist somit eher weniger Airflow optimiert. Zwar wurden Lüftungslöcher in das Aluminium gebohrt, aber eine Lösung in geriffelter Finnenform (ähnlich zum mittleren Kühlkörper) wäre unserer Meinung nach vorteilhafter.
Am Rande der Hauptplatine befinden sich zwei mit Feststoffkondensatoren bestückte Zusatzplatinen, die jeweils für die 3,3V und 5V Spannung als Gleichstromwandler dienen. Zum Einsatz kommt hierbei ein APW7073 Controllchip von ANPEC, der interessanterweise sowohl im HX750W als auch im Enermax Revolution85+ seinen Platz findet.
Zur Erinnerung: Bei der DC-DC Technik wird die 230V-Wechselspannung lediglich in eine 12V-Gleichspannung transformiert. Somit muss er nur einmal von Wechelspannung zu Gleichspannung konvertieren (für die kleineren Spannungen sind am Ende die Gleichstromwandler zuständig). Das bringt zusammen mit der Tatsache, dass der Druck der nun starken 12V Spannung das Überwinden von Widerständen erleichtert, erhebliche Vorteile in der Effizienz und eine unabhängigere Stabilität der Spannungen.
Erneut sehr ähnlich zum Corsair ist der Monitoring Chip von Silicon Touch. Dieser trägt die bekannte Bezeichnung PS223 und weist auf eine nahe Verwandschaft zum PS229 hin. Die Eckdaten des Chips sind OVP, UVP, OCP und OTP Schutzschatungen; letztere wurde seltsamerweise auf der Verpackung nicht erwähnt.
An Schrumpfschläuche über den Kabelenden und an seitliche Plastikwände zum Schutz vor Kontaktkurzschlüssen wurde vorteilhafterweise gedacht.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Cougar technisch etwas höher als das Corsair anzusiedeln ist. Vor allem an der Anzahl der Filtereinheiten wird dies deutlich. Ebenso überzeugt das Cougar durch eine zusätzliche Gleichrichterdiode im Vergleich zu seinem Kontrahenten und dem reichlichen Einsatz von Feststoffkondensatoren im sekundären Bereich. Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt, da Cougar stellenweise “nur” auf Kondensatoren von Teapo gesetzt hat. Hier kann das Corsair an den ein oder anderen Stellen durch die durchgängie Wahl von Nippon-Chemicon Modellen glänzen. Zudem macht die Zusatzplatine im Eingangsbereich des Cougars nicht den akkuratesten Eindruck, was aber als eher weniger schwerer Kritikpunkt zu sehen ist.
In Sachen Chips lassen sich beide Geräte nicht lumpen und bieten eine durchgehend gängige und hochwertige Auswahl. Nicht zu vergessen sind die Kühlkörper, die im Corsair unserer Meinung nach zu simpel aufgebaut sind. Dagegen fällt die Kühltopologie im Cougar (vor allem im sekundären Bereich) deutlich umfangreicher aus.
Mit beiden Netzteilen bekommt der Käufer hochwertige Geräte, so viel lässt sich am Ende dieses ersten Teils schon sagen. Bis zu einer Kaufempfehlung haben beide Netzteile jedoch noch einen umfangreichen Testparcours vor sich, den sie erst noch mit Bravour bestehen müssen.
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Link zum Thema: „Duell der Giganten – Corsair HX750W vs. Cougar S700 – Teil I”
Info zum Beitrag
geschrieben am Dienstag, den 24. November 2009 um 20:01 Uhr
Kategorie(n): Netzteile, featured
Tags: Corsair, Corsair HX750W, Cougar, Cougar S700, DC-DC-Technik, Duell, leise, Netzteil über 500W, Round Up, Roundup, silent, Test, Testbericht, Testberichte, Vergleich




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