Silenthardware-Feed abbonieren

AMD Fusion – Brazos Plattform untersucht

Einleitung

amd_brazos_einleitung

Seit Februar ist AMDs erste Fusion-Plattform im Handel erhältlich und wird mittlerweile von vielen Herstellern als Desktop-Mainboard im Mini-ITX- oder micro-ATX-Format oder in Notebooks angeboten. AMD möchte die potentiellen Käufer dabei vor Allem durch die leistungsstarke integrierte Grafikeinheit überzeugen. Die Brazos-Plattform soll somit zur multimedialen Schaltzentrale werden und sämtliche HD-Inhalte in höchster Qualität und ohne Ruckeln abspielen können. Der integrierten Grafikeinheit namens Radeon HD 6310 steht auch ein Dual-Core-Prozessor zur Seite. Dieses Zusammenspiel soll Intels Atom-Reihe in die Schranken weisen und die Einführung weiterer Fusion-Produkte seitens AMD einleiten. Im folgenden Artikel wird dem AMD E-350 genau auf den Zahn gefühlt und mit einigen Konkurrenten aus dem Hause Intel verglichen. Ob Intel Atom, Celeron CULV oder Pentium auf Sandy Bridge-Basis – wir klären, was die erste Fusion-Plattform wirklich kann.

–~~~~~~~~~~~~–

Unter dem Namen “Brazos” präsentiert AMD die erste Fusion-Plattform. Zum ersten Mal kommt hier eine sogenannte Accelerated Processing Unit (APU) zum Einsatz, die CPU und GPU in einer Einheit vereint. Die neue “Brazos” Plattform kombiniert dabei eine Bobcat-CPU mit einer Radeon HD6310-GPU und wird im 40nm-Verfahren hergestellt. Im Gegensatz zu Intels aktueller “Sandy Bridge”-Plattform zielt AMDs erste APU allerdings nicht auf den gehobenen Mittelklasse- bis Highend-Markt ab. Die “Brazos”-Plattform soll als direkter Konkurrent zum Intel Atom Marktanteile im Netbook-/Nettop-/Notebookmarkt gewinnen. Dazu wurden auf der CES vier Modelle unter den Codenamen Zacate und Ontario vorgestellt. Die Zacate-Modelle bieten dabei mit einer TDP von 18 W eine höhere Leistung als die Ontario-Modelle mit einer TDP von lediglich 9 W. Die Architektur wurde jedoch nicht beschnitten. So besitzen Zacate und Ontario 512 KB-L2 Cache pro CPU-Kern und unterstützen zwei per Singlechannel angebundene DDR3 800/1066 Module und unterscheiden sich nur durch die unterschiedlichen Taktraten. Einzelne Mainboardhersteller ermöglichen allerdings auch den Einsatz von schnelleren DDR3 1333 Modulen. Die dadurch erhöhte Speicherbandbreite kommt dabei vor Allem der integrierten Grafikeinheit zu Gute.

asrock-e350m1_fusion-formel

Die Leistungsfähigkeit und die zugleich enorm gesteigerte Energieeffizienz bewirbt AMD in der vorangegangen Darstellung. Die “Brazos”-Plattform integriert die Northbridge, eine (DualCore)-CPU und eine separate DirectX11 GPU. Einzeln betrachtet, benötigen diese drei Komponenten 46 W, während es in der Kombination in einer AMD Fusion APU nur noch 18 W sind. Die Leistungsfähigkeit der integrierten CPU lässt auf einen AMD Athlon II X2 250u schließen, welcher eine TDP von 25 W und wie der AMD E-350 1 MB L2-Cache besitzt sowie mit 2x 1,6 GHz taktet. Die GPU ähnelt hingegen mit 80 Streamprozessoren einer Radeon HD5450, die sich lediglich durch ihren zusätzlichen Videospeicher unterscheidet. Man könnte daher die Leistung eines Systems aus Athlon II X2 250u und Radeon HD5450 vermuten.

APU
CPU-Kerne
CPU-Takt
GPU
GPU Kerne
GPU-Takt
TDP
AMD E-350
"Zacate"
2
1,6 GHz
Radeon
HD6310
80
500 MHz
18 W
AMD E-240
"Zacate"
1
1.5 GHz
Radeon
HD6310
80
500 MHz
18 W
AMD C-50
"Ontario"
2
1,0 GHz
Radeon
HD6250
80
280 MHz
9 W
AMD C-30
"Ontario"
1
1,2 GHz
Radeon
HD6250
80
280 MHz
9 W

Sowohl die Radeon HD6310 der Zacate- als auch die HD6250 der Ontario-Modelle unterstützen DirectX11, verfügen über 80 Streamprozessoren und können bis zu 512 MB Grafikspeicher verwalten. Ebenso kommt in beiden Modellen die neueste Version des Universal Video Decoder (UVD3) zum Einsatz. HD-Inhalte sollen damit in höchster Qualität und ohne Ruckeln dargestellt werden. Da lediglich HDMI 1.3a unterstützt wird, müssen Anwender leider auf die Ausgabe von 3D-Inhalten verzichten. Zu beachten ist weiterhin, dass eine separate Grafikkarte lediglich mit PCIe x4 angebunden werden kann und somit unter Umständen leichte Leistungseinbußen zu verzeichnen sind.

asrock-e350m1_ontario-zacate

Auch mit der Integration von CPU, GPU und Speichercontroller in der APU benötigt die “Brazos”-Plattform weiterhin noch einen Chipsatz, der über das Unified Media Interface (UMI) mit 2500 MT/s an die APU angeschlossen ist. Anders als die APU E-350 wird der Chipsatz nur im älteren 65nm-Verfahren hergestellt und besitzt eine TDP von 4,7 W. Der AMD A50M (Hudson-M1) stellt unter anderem bis zu sechs SATA 6GBit/s- und 14 USB2.0-Anschlüsse sowie vier PCIe x1 Lanes zur Verfügung. USB3.0 und ein Netzwerkcontroller müssen allerdings durch einen zusätzlichen Controller realisiert werden. Ebenfalls Verwendung findet der A45 (Hudson-D1), der zwar über eine zusätzliche PCI-Schnittstelle verfügt, dafür aber nur den älteren SATA 3GBit/s-Standard unterstützt.

–~~~~~~~~~~~~–

MSI E350IA-E45

Stellvertretend für die AMD „Brazos“-Plattform begibt sich das MSI E350IA-E45 in unseren Testdurchlauf. Zusätzlich zu den Basis-Features der Plattform wie 4x SATA 6GBit/s oder dem PCIe x16 Steckplatz (nur mit x4 angebunden!) bietet die Platine auch zwei USB3.0 Anschlüsse und ist im Handel für unter 100 Euro erhältlich. Trotz sehr guter Ausstattung ist das neue Fusion-System damit das günstigste im gesamten Testfeld. Ohne USB3.0 sind sogar Platinen ab rund 80 Euro zu haben. Zur weiteren Ausstattung gehören zwei DDR3-Steckplätze, ein HDMI- und ein D-Sub-Ausgang sowie 7.1 Audio und einen GBit-LAN-Anschluss. Ein ausführliches Roundup verschiedener „Brazos“-Mainboards wird in den nächsten Tagen folgen. Alle weiteren Details können diesem Testbericht entnommen werden.

msi_e350ia-e45_gesamt

Um die Leistung der neuen AMD “Brazos”-Plattform bewerten zu können, haben wir außerdem noch drei weitere Systeme mit in unseren Benchmarkparcours aufgenommen, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Asus AT3IONT-I

Als Vertreter von Intels Atom haben wir das Asus AT3IONT-I ausgewählt. Mit einem aktuellen Straßenpreis von etwa 110 Euro konkurriert die Platine damit auch direkt mit den besser ausgestatteten Brazos-Mainboards. Auf USB3.0 oder SATA 6GBit/s muss der Käufer allerdings verzichten. Das AT3IONT-I bietet allerdings 4x SATA 3GBit/s-Anschlüsse, einen HDMI-, einen DVI- und einen D-Sub-Ausgang sowie einen PCIe x16- und zwei DDR3-Steckplätze. Es basiert auf dem Dualcore-Atom 330 und Nvidias ION Chipsatz und wird von einem kompakten Alu-KJühlkörper passiv gekühlt. Mit 2x 1,6 GHz und 2x 512KB L2 Cache ist das Modell zudem etwas langsamer als das aktuelle Atom-Topmodell D525, der mit 2x 1,8 GHz taktet. Im Gegensatz zu Intels hauseigenen Chipsätzen bietet der Nvidia ION Chipsatz jedoch volle HD-Beschleunigung und eine gegenüber den ebenfalls verkauften Intellösungen überlegene GPU-Leistung.

asus_at3iont-i_gesamt

Durch das enorme Taktpotenzial, welches im Intel Atom 330 steckt, haben wir für einige Benchmarks an der Taktschraube gedreht. Durch die Erhöhung der Kernspannung um 0,1V und aktiver Kühlung waren erstaunliche 2,4 GHz möglich. Das entspricht einer Taktsteigerung von unglaublichen 50%! Über DDR3 1066MHz Speichertakt gestaltete sich das Mainboard jedoch ziemlich zickig.

Intel Pentium G620T + Asus P8H61-I

Mit knapp über 120 Euro schlägt die Kombination aus dem brandneuen Intel Pentium G620T und dem MSI H61M-E33 zu Buche. In Kombination mit einem Micro-ATX Mainboard könnte der Preis jedoch noch um 20 Euro gedrückt werden. Der auf der Sandy Bridge-Architektur basierende Prozessor besitzt eine sehr niedrige TDP von lediglich 35W, 3 MB L3-Cache sowie eine abgespeckte Intel HD Grafikeinheit. Die Taktrate fällt mit 2x 2,2 GHz für einen herkömmlichen Desktop-Prozessor allerdings ziemlich gering aus und der Speichertakt ist bei den Pentium G6xx-Modellen auf 1066 MHz begrenzt. In Sachen Ausstattung bietet das preiswerte Asus P8H61-I neben zwei USB3.0-Anschlüssen nur Standardkost. In der Anschlussblende finden sich nur vier weitere USB2.0-Anschlüsse und ein GBit-LAN-Anschluss. Drei analoge Soundein- und ausgänge sowie der VGA, DVI und HDMI-Anschluss komplettieren diese. Auf dem Mainboard selbst befinden sich 2x DDR3 und 4x SATA 3GBit/s. Wer SATA 6GBit/s, Bluetooth oder WLAN wünscht, muss unter Umständen bis zu 50 Euro mehr einplanen. Ebenso müssen die Kosten für einen anderen CPU-Kühler als den sehr flachen boxed-Kühler berücksichtigt werden, wenn das Hauptaugenmerk auf einem nahezu lautlosem System liegt.

asus_p8h61-i_gesamt

Seit der Einführung der Sandy Bridge Prozessoren ist bei Intel Übertakten nur über einen freien Multiplikator möglich. Da den Pentium-Modellen außerdem der Turbo-Modus fehlt, ist ein Übertakten mit Ausnahme von wenigen MHz über den Basistakt nicht möglich.

Zotac IONITX-P-E

Der dritte Kandidat ist ein Exot unter der mittlerweile großen Auswahl an Mini-ITX Mainboards. Zotac kombiniert als einziger Hersteller den Nvidia ION Chipsatz mit Intels Celeron CULV SU2300 Prozessor. Der mit einer TDP von lediglich 10W versehene Prozessor taktet mit 2x 1,2 GHz, basiert dafür aber auf der Core 2-Architektur. Der L2-Cache ist mit 1MB allerdings deutlich kleiner als bei den vollwertigen Core 2 Prozessoren. Bis auf USB3.0 und SATA 6GBit/s bietet das Mainboard zudem nahezu alles, was man sich wünschen kann. Drei Grafikanschlüsse inklusive HDMI und DVI, sechsmal USB2.0 sowie einen eSATA-und einen GBit-LAN-Anschluss. Der Sound kann über drei analoge Ein- bzw. Ausgänge oder die ebenfalls vorhandenen optischen und koaxialen Digitalausgänge ausgegeben werden. WLAN 802.11b/g/n 300Mbps wird außerdem mittels einer miniPCIe-Karte realisiert.

zotac_ionitx-p-e_gesamt

Wie der Intel Atom 330 zeigte sich auch der Intel Celeron SU2300 erstaunlich taktfreudig. Ohne Spannungserhöhungen war auch hier eine Taktsteigerung von 50% möglich. Der SU2300 taktete dadurch mit 2x 1,8GHz bei einem FSB und Speichertakt von 1200 MHz.

–~~~~~~~~~~~~–


Prozessoren:

  • AMD E-350: 2x 1,6 GHz, 2x DDR3-1333 CL9 (4GB)
  • Intel Atom 330: 2x 1,6 GHz (HT aktiviert), 2x DDR3-1066 CL8 (4GB)
  • Intel Celeron SU2300: 2x 1,2GHz, 2x DDR3-1066 CL8 (4GB)
  • Intel Pentium G620T: 2x 2,2GHz, 2x DDR3-1066 CL8 (4GB)

Mainboards:

  • ASUS AT3ION-T (Intel Atom + ION)
  • MSI E350IA-E45 (AMD Brazos)
  • Asus P8H61-I (Sockel 1155)
  • Zotac IONITX-P-E (Intel CULV + ION)

sonstige Hardware:

  • Arbeitsspeicher:
    Exceleram EP3001A – 2x 2GB, DDR3-1333 CL9
    Kingston Value-RAM SO-DIMM – 2x 2GB, DDR3-1333 CL9
  • Massenspeicher:
    Crucial C300 64GB Solid-State-Drive
    Western Digital Elements portable 250GB – USB2.0
  • Optisches Laufwerk:
    Aopen BDR0412SA
  • Netzteil:
    picoPSU 120W + 84W HI-POWER AD 1280MB
    Cougar Power 400W
  • Gehäuse:
    Cooler Master Lab Test Bench
    SilverStone Petit PT-09 – für Temperaturtests

Messtechnik:

  • PCE-Group Schallpegelmessgerät PCE-318
  • NZR No-Energy 3680+

Betriebssystem und Treiber

  • Windows 7 Professional SP1 64bit, inkl. aller Updates (Stand: 14.04.2011)
  • AMD all in 1 driver – Version 8.792
  • AMD Catalyst 11.3
  • Nvidia Detonator
  • Intel 8.15.10.2266

Benchmarks

  • 3DMark 06 (Version 1.20)
  • 3DMark Vantage (Version 1.20)
  • 3DMark 11 (Version 1.00)
  • Adobe Photoshop CS4 (Hardware Heaven Photoshop Benchmark V3)
  • Cinebench R11.5
  • DIRT 2 Demo
  • Far Cry 2 Demo
  • HD HQV Benchmark v1
  • HDTune 2.55
  • Lost Planet 2 Demo
  • Microsoft Word 2007
  • Paint.NET 3.52 mit PDN Bench v.3.2
  • PCMark Vantage (Version 1.20)
  • Peacekeeper
  • SunSpider Javascript Benchmark (Version 0.9.1)
  • Truecrypt (Version 7.0a)
  • webvizbench
  • WinRAR (Version 4.0)

Die Ergebnisse aus den Benchmarks ergeben sich auf dem arithmetischen Mittelwert aus fünf Durchläufen.

Sonstige Software

  • CPU-Z 1,57
  • Firefox 4.0
  • FurMark 1.82
  • Google Chrome 9.0.597.98
  • HW-Monitor
  • Internet Explorer 9
  • Media Player Classic HC 1.50.2827
  • Opera 11.01
  • Prime95

Übertaktung

  • Intel Atom 330:
    CPU: 2400 MHz, +0,1V
    FSB: 800 MHz, +0,05V
    RAM: 1067 MHz, Std.Spannung
    GPU: 490 MHz/1350 MHz (Shader), +0,1V
  • Intel Celeron SU2300:
    CPU: 1800 MHz, Std.Spannung
    FSB: 1200 MHz
    RAM: 1200 MHz, Std.Spannung
    GPU: 490 MHz/1300 MHz (Shader), Std.Spannung
  • –~~~~~~~~~~~~–

    PCMarkVantage

    Intel Pentium G620T 7366 Punkte
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 5477 Punkte
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 4188 Punkte
    AMD E-350 3973 Punkte
    Intel Celeron SU2300 3941 Punkte
    Intel Atom 330 + ION 3085 Punkte
    (PCMV Standard Suite - mehr ist besser)

    Beim PCMark Vantage liegt das AMD E-350 System auf einer Höhe mit dem Intel Celeron SU2300. Gegenüber dem Intel Atom 330 kann sich der E-350 aber deutlich absetzen. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass der PCMark Vantage nicht unwesentlich von den höheren Transferraten der Crucial C300 SSD am SATA 6GBit/s-Anschluss des MSI E350IA-E45 profitiert. Alle anderen Testkandidaten verfügten nur über den älteren Standard SATA 3GBit/s.

    PCMarkVantage: Productivity Suite

    Intel Pentium G620T 11621 Punkte
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 7868 Punkte
    AMD E-350 5841 Punkte
    Intel Celeron SU2300 5593 Punkte
    (PCMV Productivity Suite - mehr ist besser)

    In der Productivity Suite des PCMark Vantage liegt die Brazos Plattform wieder knapp vor dem Intel Celeron SU2300. Der große Abstand zum Intel Pentium G620T unterstreicht aber auch die subjektiv gefühlte Geschwindigkeit des AMD E-350 beim Arbeiten mit Office-Programmen. Die kleinen Wartezeiten zwischen einigen Arbeitsschritten fallen ganz einfach immer etwas größer aus, als man es unter Umständen von den herkömmlichen Desktop-Prozessoren gewöhnt ist.

    –~~~~~~~~~~~~–

    Cinebench R11.5

    Intel Pentium G620T 1.72 Punkte
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 1.03 Punkte
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 0.79 Punkte
    Intel Celeron SU2300 0.69 Punkte
    AMD E-350 0.62 Punkte
    Intel Atom 330 + ION 0.53 Punkte
    (CPU-Score - mehr ist besser)

    Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Rendering definitiv nicht zum Einsatzgebiet sogenannter Low-Power-Plattformen wie die des AMD E-350 gehören. Allerdings positioniert sich der E-350 knapp vor dem Intel Atom 330, der durch Hyperthreading über zwei zusätzliche virtuelle Kerne verfügt und insbesondere in diesem Test besonders davon profitieren kann.

    Cinebench R11.5

    AMD E-350 8.13 fps
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 6.63 fps
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 6.21 fps
    Intel Pentium G620T 5.77 fps
    Intel Celeron SU2300 5.70 fps
    Intel Atom 330 + ION 4.97 fps
    (GFX-Score - mehr ist besser)

    Die OpenGL Leistung der integrierten Radeon HD6310 des AMD E-350 hievt das System vor die gesamte Konkurrenz und zeigt somit erstmals die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheit.

    Adobe Photoshop CS4

    Intel Pentium G620T 282.4 s
    Intel Celeron SU2300 621.7 s
    AMD E-350 682 s
    (Hardware Heaven Photoshop Benchmark V3 - weniger ist besser)

    Bei Photoshop zeigt sich allerdings wieder das gewohnte Bild. Der Intel Pentium G620T liegt weit vorn und der Intel Celeron SU2300 liegt hier gute 10% vor dem AMD E-350.

    Paint.NET 3.52

    Intel Pentium G620T 45068 ms
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 65598 ms
    Intel Celeron SU2300 98354 ms
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 104576 ms
    AMD E-350 116822 ms
    Intel Atom 330 + ION 155462 ms
    (PDN Bench 3.20 - weniger ist besser)

    In Paint.NET vergrößern sich die Abstände zwischen den Kandidaten noch weiter. Der Intel Celeron SU2300 liegt nun fast 20% vor und der Intel Atom 330 33% hinter dem AMD E-350.

    –~~~~~~~~~~~~–

    Peacekeeper

    Intel Pentium G620T 9027 Punkte
    Intel Celeron SU2300 3988 Punkte
    AMD E-350 3429 Punkte
    Intel Atom 330 + ION 1768 Punkte
    (Google Chrome 9.0 - mehr ist besser)

    Im Peacekeeper Browser Benchmark rechnet der AMD E-350 fast doppelt so schnell wie Intels Atom 330. Celeron SU2300 und Pentium G620T liegen jedoch um 16% bzw. 163% vorn.

    SunSpider Javascript Benchmark 0.91

    Intel Pentium G620T 278.9 ms
    Intel Celeron SU2300 603.3 ms
    AMD E-350 723.6 ms
    Intel Atom 330 + ION 1281 ms
    (Google Chrome 9.0 - weniger ist besser)

    Beim Sunspider Javascript Benchmark ändert sich das Bild nicht bedeutend. Lediglich der Intel Atom 330 rückt etwas näher an den AMD E-350 heran – liegt allerdings immer noch um Welten zurück.

    Webvizbench

    Intel Pentium G620T 15.24 fps
    Intel Celeron SU2300 8.68 fps
    AMD E-350 7.90 fps
    (Internet Explorer 9 - mehr ist besser)

    Wieder liegt der AMD E-350 um 10% hinter dem Intel Celeron SU2300. Der Abstand zum Intel Pentium G620T ist verglichen zu den anderen Browser-Benchmarks allerdings deutlich geringer geworden.

    –~~~~~~~~~~~~–

    Truecrypt 7.0a (AES)

    Intel Pentium G620T 172 MB/s
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 131 MB/s
    AMD E-350 92.1 MB/s
    Intel Celeron SU2300 87.2 MB/s
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 84 MB/s
    Intel Atom 330 + ION 52.1 MB/s
    (integrierter Benchmark - mehr ist besser)

    Gute Leistungen erzielt der AMD E-350 beim Verschlüsseln. Im integrierten Benchmark von Truecrypt 7.0a liegt die APU sogar vor dem Intel Celeron SU2300 und dem auf 2,4 GHz übertaktete Intel Atom 330. Für eine AES-Verschlüsselung der Festplatte wäre der AMD E-350 somit durchaus zu gebrauchen, auch wenn einige moderne Festplatten bereits höhere maximale Transferraten erreichen und somit eingebremst werden.

    Truecrypt 7.0a (AES-Twofish-Serpant)

    Intel Pentium G620T 38.0 MB/s
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 30.3 MB/s
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 27.4 MB/s
    AMD E-350 22.6 MB/s
    Intel Celeron SU2300 20.2 MB/s
    Intel Atom 330 + ION 18.0 MB/s
    (integrierter Benchmark - mehr ist besser)

    Auch im zweiten Truecrypt-Benchmark sieht das Ergebnis ähnlich aus. Mit leicht vergrößertem Abstand liegt der AMD E-350 nun vor dem Intel Celeron SU2300. Der übertaktete Atom ist allerdings gut 20% schneller.

    WinRAR 4.0 (int. Benchmark)

    Intel Pentium G620T 1352 KB/s
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 833 KB/s
    Intel Celeron SU2300 738 KB/s
    Intel Atom 330 + ION 592 KB/s
    AMD E-350 491 KB/s
    (integrierter Benchmark - mehr ist besser)

    Im integrierten Benchmark von WinRAR profitiert der Intel Atom 330 deutlich von Hyperthreading und kann sich daher um 20% vom AMD E-350 absetzen. Der Celeron SU2300 liegt mit 50% sogar noch deutlicher vorn. Generell scheint dieser Benchmark den Intel-Prozessoren eher zu liegen.

    WinRAR 4.0 (reales Packen)

    Intel Pentium G620T 118 s
    Intel Celeron SU2300 259 s
    AMD E-350 362 s
    Intel Atom 330 + ION 398 s
    (Packen 515MB, 557 Dateien, höchste Kompressionsstufe - weniger ist besser)

    Beim realen Packen zieht der AMD E-350 wieder am Intel Atom 330 vorbei. Der Abstand zum Intel Celeron SU2300 bleibt aber weiterhin sehr groß.

    –~~~~~~~~~~~~–

    3DMark 06

    Intel Pentium G620T 2887 Punkte
    AMD E-350 2253 Punkte
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 2145 Punkte
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 1912 Punkte
    Intel Celeron SU2300 1770 Punkte
    Intel Atom 330 + ION 1460 Punkte
    (3DMark 06 Standard Suite - mehr ist besser)

    Im 3DMark 06 kann die Radeon HD6310 des AMD E-350 wieder ihre Leistungsfähigkeit zeigen. Selbst das übertaktete Gespann aus Intel Celeron SU2300 und Nvidia ION kann das Brazos-System um 5% hinter sich lassen.

    3DMark Vantage

    Intel Pentium G620T 966 Punkte
    AMD E-350 837 Punkte
    Intel Celeron SU2300 539 Punkte
    Intel Atom 330 + ION 463 Punkte
    (3DMark Vantage Performance Suite - mehr ist besser)

    Im DX10 lastigen 3DMark Vantage vergrößert sich der Abstand zu den ION-Plattformen und der Vorsprung des Intel Pentium G620T wurde nahezu halbiert.

    3DMark 11

    AMD E-350 298 Punkte
    (3DMark 11 Performance Suite - mehr ist besser)

    Da weder Nvidias ION noch Intels HD Graphics DX11 unterstützen, liegen für den brandneuen 3DMark 11 keine Vergleichswerte für die 298 Punkte des AMD E-350 vor.

    DIRT2

    Intel Pentium G620T 24.6 fps
    Intel Celeron SU2300 24.5 fps
    Intel Atom 330 + ION 21.2 fps
    AMD E-350 16.3 fps
    (int. Benchmark, 1280x720 sehr niedrige Details - mehr ist besser)

    Im ersten realen Spiele-Benchmark muss der AMD E-350 deutlich federn lassen. Sowohl Nvidia ION als auch Intel HD Graphics rechnen in DIRT2 schneller als die Radeon HD6310.

    Far Cry 2 (DX9)

    Intel Pentium G620T 31.87 fps
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 31.61 fps
    Intel Celeron SU2300 25.6 fps
    AMD E-350 25.41 fps
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 23.24 fps
    Intel Atom 330 + ION 15.10 fps
    (1024x768 niedrige Details, DX9 - mehr ist besser)

    Im DX9-Modus von Far Cry 2 liegt der AMD E-350 auf einem Niveau mit dem Intel Celeron SU2300 + ION und deutlich vor dem Intel Atom 330 + ION. Offensichtlich limitiert die schwache CPU-Leistung des Intel Atom hier sehr stark.

    Far Cry 2 (DX10)

    AMD E-350 14.01 fps
    Intel Pentium G620T 12.44 fps
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 12.25 fps
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 11.33 fps
    Intel Celeron SU2300 10.49 fps
    Intel Atom 330 + ION 8.66 fps
    (1024x768 hohe Details, DX10 - mehr ist besser)

    Auch wenn Far Cry 2 im DX10 mit keiner der Plattformen auch nur annähernd spielbar ist, zeigt die Radeon HD6310 des AMD E-350 wieder die im Vergleich zur Konkurrenz bessere DX10-Leistung. Auch der Intel Pentium G620T muss sich hier hinter dem AMD E-350 einordnen.

    Lost Planet 2

    Intel Pentium G620T 32.98 fps
    AMD E-350 26.93 fps
    Intel Celeron SU2300 24.9 fps
    (1024x768 niedrige Details, DX9 - mehr ist besser)

    In Lost Planet 2 liegt der AMD E-350 knapp vor dem Celeron SU2300 und nagt an der Grenze zur Spielbarkeit.

    –~~~~~~~~~~~~–

    HD-Wiedergabe

    Blu ray (Hancock)

    Intel Pentium G620T 10.7 %
    Intel Celeron SU2300 18.5 %
    Intel Atom 330 + ION 24.8 %
    AMD E-350 32.5 %
    (mittlere CPU-Auslasstung - weniger ist besser)

    MKV (G.I. Joe Trailer)

    Intel Pentium G620T 7.1 %
    Intel Celeron SU2300 15.7 %
    Intel Atom 330 + ION 22.3 %
    AMD E-350 28.4 %
    (DivX H.264 720p, mittlere CPU-Auslastung, - weniger ist besser)

    MKV (Big Buck Bunny)

    Intel Pentium G620T 11.6 %
    Intel Celeron SU2300 17.7 %
    Intel Atom 330 + ION 25.2 %
    AMD E-350 35.4 %
    (DivX H.264 1080p, mittlere CPU-Auslastung, - weniger ist besser)

    Zunächst einmal sei gesagt, dass der AMD E-350 keinerlei Probleme mit dem Abspielen von HD-Videos oder Blu rays hat. Die Messungen der mittleren CPU-Auslastung lassen jedoch vermuten, dass der Universal Video Decoder 3 (UVD3) der Radeon HD6310 den Prozessor verglichen mit Nvidias ION oder Intel HD Graphics deutlich weniger entlastet. Dem ist jedoch nicht so, weshalb ein paar Erläuterungen zu den Ergebnissen wichtig sind. Zum einen verfügt der AMD E-350 über Cool&Quiet und weitere Stromsparmechanismen, wodurch der Prozessor auf bis zu 800 MHz heruntertaktet – sowohl der Intel Atom 330 als auch der Celeron SU2300 taktet immer mit der Maximaltaktrate. Auch bei der Wiedergabe von HD-Inhalten bleibt die Taktrate des AMD E-350 in den meisten Fällen auf niedrigen 800MHz, weshalb dort die vermeintlich hohe Prozessorauslastung gemessen wird. Zum anderen hinkt der Vergleich mit Intels Atom durch Hyperthreading. Die beiden zusätzlichen virtuellen Kerne des Intel Atom 330 werden von diverser Software wie PowerDVD nicht genutzt und somit auch nicht ausgelastet. Mittelt man nun die Auslastung der zwei logischen und zwei virtuellen Kerne des Atom 330 erhält man eine sehr geringe Auslastung. Schaut man sich nur die beiden logischen Kerne an, so liegt die durchschnittliche Prozessorauslastung bei 41,5% während der Blu ray-Wiedergabe.

    Deinterlacing

    Deinterlacing
    AMD Radeon HD6310
    (AMD E-350)
    Nvidia GeForce 9400
    ION Chipsatz
    Intel HD Graphics
    (Pentium G620T)
    Weave
    +
    +
    +
    Bob
    +
    +
    +
    Adaptive
    +
    Motion adaptive
    +
    Vector adaptive
    +*

    In Puncto Deinterlacing ist die Radeon HD6310 der Konkurrenz deutlich überlegen. Standardmäßig kann Motion Adaptive-Deinterlacing im Treiber eingestellt werden, während Intel HD Graphics und Nvidia ION nur Bob-Interlacing ermöglichen. Mit dem DXVA-Checker* lässt sich beim AMD E-350 allerdings sogar Vector Adaptive(VA)-Deinterlacing freischalten, wodurch beste Bildqualität bei 1080i garantiert wird. In der Vergangenheit scheiterten integrierte Grafikeinheiten jedoch oftmals als der Leistungsfähigkeit, um ruckelfreies VA-Deinterlacing durchzuführen. Ohne zusätzliche Belastungen der Grafikeinheit funktionierte VA-Deinterlacing in unserem Test allerdings absolut problemlos.
    Anleitung zum Freischalten von VA-Deinterlacing beim AMD E-350.

    Bildqualität HD

    TestAMD Radeon HD6310
    (AMD E-350)
    Nvidia GeForce 9400 (ION)
    (Atom & Celeron)
    Intel HD Graphics
    (Pentium G620T)
    AMD Radeon HD4550
    (Referenz)
    HD Noise Reduction
    15
    15
    15
    25
    Video Resolution Loss Test
    0
    20
    20
    20
    Jaggies
    5
    20
    20
    20
    Film Resolution Loss Test
    0
    25
    25
    25
    Film Resolution Loss Test - Stadium
    10
    10
    10
    10
    Gesamtpunktzahl
    30
    90
    90
    100

    Zur Bewertung der Bildqualität bei der Wiedergabe von HD-Videos kam der HD HQV Benchmark (Blu ray, Version 1) zum Einsatz. Das Ergebnis der Brazos Plattform scheint zunächst zu erschrecken, allerdings war das Ergebnis auf diversen Treibern immer gleich und auch der direkte Vergleich zwischen der Radeon HD6310 und einer HD4550 zeigte deutliche Unterschiede. Bei der Wiedergabe einer normalen Blu ray konnten hingegen keinerlei Qualitätsunterschiede festgestellt werden. Eine mögliche Inkompatibilität zwischen Power DVD bzw. dem HD HQV Benchmark und der neuen Radeon HD6310 kann daher nicht ausgeschlossen werden.

    Youtube HD

    Zu Beginn des Tests haben wir auch die CPU-Auslastung bei der Wiedergabe von HD-Videos auf Youtube gemessen. Zu dieser Zeit funktionierte die GPU-Beschleunigung von Flash einwandfrei und die Brazos-Plattform konnte sowohl 720p als auch 1080p HD-Videos ruckelfrei abspielen. Durch ein Update seitens Youtube funktioniert die GPU-Beschleunigung allerdings nicht mehr von Hause aus, wodurch insbesondere bei 1080p die CPU-Auslastung auf über 90% ansteigt und Videos nicht mehr flüssig abgespielt werden. Es gibt jedoch die Möglichkeit die GPU-Beschleunigung wieder manuell zu aktivieren und somit die CPU-Auslastung deutlich zu reduzieren. Die Arbeitsschritte, die zum Aktivieren notwendig sind, werden in diesem Forenbeitrag erläutert. Aufgrund der Tatsache, dass die GPU-Beschleunigung auch in Zukunft nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren kann, verzichten wir auf die Angabe von expliziten Messwerten.

    –~~~~~~~~~~~~–

    Im folgenden Kapitel wurde die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems ohne Monitor gemessen. Alle weiteren Details zum Testsystem finden sich im Kapitel ‘Testbedingungen’. Als Netzteil wurde in allen Fällen das picoPSU 120W + 84W HI-POWER AD 1280MB verwendet.

    Leistungsaufnahme: Idle

    AMD E-350 14.0 W
    Intel Celeron SU2300 20.3 W
    Intel Pentium G620T 20.8 W
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 21.3 W
    Intel Atom 330 + ION 21.8 W
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 23.7 W
    (Windows Desktop - weniger ist besser)

    Im Leerlauf überzeugt das Brazos-System auf ganzer Linie. Mit 14W liegt es deutlich vor allen anderen getesteten Plattformen. Es ist allerdings dabei zu beachten, dass das getestete MSI E350IA-E45 zu den sparsamsten Mainboards mit AMD E-350 gehört und das Mainboard selbst einen sehr großen Einfluss auf die Energieeffizienz eines gesamten Systems besitzt.

    Leistungsaufnahme: Web Applications

    AMD E-350 24.3 W
    Intel Atom 330 + ION 25.6 W
    Intel Celeron SU2300 27.4 W
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 30.9 W
    Intel Pentium G620T 37.0 W
    (Webvizbench - weniger ist besser)

    Bei der durch den Webvizbench simulierten Teillast liegt die Brazos-Plattform ebenfalls in Front. Der Abstand zur Atom-Plattform ist jedoch nahezu komplett aufgebraucht, da nun die enorme Sparsamkeit des Intel Atom 330 (8W TDP) zum Tragen kommt. In akzeptablem Abstand folgt der Celeron SU2300, während das System mit dem Intel Pentium G620T bereits deutlich mehr verbraucht.

    Leistungsaufnahme: Bluray Wiedergabe

    Intel Celeron SU2300 31.2 W
    AMD E-350 32.7 W
    Intel Atom 330 + ION 33.5 W
    Intel Pentium G620T 34.5 W
    (Hancock BD 3:00-3:30 - weniger ist besser)

    Bei der Blu ray-Wiedergabe liegt das gesamte Testfeld sehr eng beieinander und den Ersten trennen gerade einmal 3W vom Letzten.

    Leistungsaufnahme: CPU-Last

    AMD E-350 24.9 W
    Intel Atom 330 + ION 25.8 W
    Intel Celeron SU2300 30.9 W
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 31.1 W
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 39.0 W
    Intel Pentium G620T 43.1 W
    (Prime95 largeFFT - weniger ist besser)

    Unter CPU-Vollast liegt das Brazos-System wieder ganz knapp vor der Atom+ION-Plattform. Vergleicht man diese Werte mit der Leistungsaufnahme im Leerlauf zeigt sich, dass der Prozessorteil des AMD E-350 unter Last eine höhere Leistungsaufnahme besitzt als der Intel Atom 330, dessen restliche Infrastruktur allerdings für eine hohe Grundlast sorgt.

    Leistungsaufnahme: CPU und GPU-Last

    AMD E-350 33.8 W
    Intel Atom 330 + ION 35.1 W
    Intel Celeron SU2300 38.6 W
    Intel Atom 330 @ 2,4GHz 44.0 W
    Intel Celeron SU2300 @ 1,8GHz 46.5 W
    Intel Pentium G620T 54.9 W
    (Prime95 largeFFT + FurMark - weniger ist besser)

    Bei maximaler Auslastung von Prozessor und Grafikeinheit ändert sich an der Reihenfolge nichts mehr. Die Grafikeinheiten des E-350 (Radeon HD6310) und des Atom 330 bzw. Celeron SU2300 (GeForce 9400) scheinen dabei mit etwas weniger als 10W auszukommen, während die Intel HD Graphics des Pentium G620T gut 12W zulegt.

    Minimalbetrieb

    Nicht immer kommt ein Blu ray-/DVD-Laufwerk oder zwei RAM-Module zum Einsatz, weshalb wir diese Komponenten in einer weiteren Messung aus dem System entfernt haben und das System maximal undervoltet haben. Für den Einsatz als (Home-)Server oder Streaming-Plattform dürfte dies als praxisnahe Leerlaufmessung gelten.

    Leistungsaufnahme: Idle (min)

    AMD E-350 12.3 W
    Intel Pentium G620T 17.4 W
    Intel Celeron SU2300 17.8 W
    Intel Atom 330 + ION 18.0 W
    (ohne DVD-LW, 1xRAM, max.Undervolting - weniger ist besser)

    Zwischen zwei und drei Watt lassen sich durch die genannten Maßnahmen bei jeder getesteten Plattform einsparen. Während beim getesteten MSI E350IA-E45 lediglich die RAM-Spannung gesenkt werden konnte, konnten beim Zotac IONITX-P-E sowie beim Asus P8H61-I auch die Prozessor- und Chipsatz-Spannung gesenkt werden. Dadurch fällt die Einsparung bei diesen beiden Systemen etwas größer aus. Durch Abschalten von Onboard-Komponenten sowie dem Einsatz eines minimal effizienterem Tischnetzteils oder einer sparsameren SSD kann die 10W-Grenze mit einem Brazos-System somit durchbrochen werden.

    –~~~~~~~~~~~~–

    Wofür eignet sich AMDs erste Fusion-Plattform eigentlich? Anhand der subjektiven Arbeitseindrücke und die reichlichen Benchmark-Ergebnisse lässt sich rein von der Leistung eine Empfehlung für einen HTPC sowie einen herkömmlichen Office- und Internet-PC bedenkenlos aussprechen. Den Einsatz in einem kleinen (Home-)Server sollte in vielen Fällen auch realistisch sein, wobei die fehlende RAID-Unterstützung für den ein oder anderen Anwender ein Dorn im Auge sein könnte. Für weiterführende Aufgaben fehlt einem Brazos-System aber einfach die Leistung. Insbesondere die Prozessorleistung ist sehr schwach. Dennoch kann der Intel Atom 330 in vielen Benchmarks recht deutlich in Schach gehalten werden – verglichen mit dem neuen Atom D525 dürfte der Vorsprung allerdings um einiges schrumpfen. Auch der Vergleich zu Intels neuem Pentium G620T fällt oftmals zu deutlich aus – allerdings im negativen Sinne.

    amd_brazos_fazit

    Die Grafikleistung erfüllt hingegen alle Erwartungen und bietet mit dem UVD3 sowie der Möglichkeit VA-Deinterlacing zu aktivieren die perfekte Grundlage für einen HTPC. Egal ob Blu ray oder HD-Videos in verschiedenen Codecs, die Leistung reicht in allen Fällen für ruckelfreies Filmvergnügen. Das ein oder andere ältere Spiel lässt sich auch mit der Radeon HD 6310 spielen – leider bremst der Prozessorteil die integrierte Grafikeinheit etwas ein, weshalb die Leistung hier etwas gedrückt wird.

    Ein weiterer ganz großer Pluspunkt ist die geringe Leistungsaufnahme. Insbesondere die hohe Energieeffizienz im Leerlauf und sehr geringen Lasten sprechen für die Brazos-Plattform, die sich hier sehr stark von der Konkurrenz absetzen kann. Durch die Sparsamkeit gibt es auch einige passiv gekühlte Mainboards auf dem Markt, die ohne störende Lüftergeräusche daherkommen. Ebenso kann die bereits sehr große Vielfalt von unterschiedlich ausgestatteten Mainboards überzeugen. Je nach Modell finden sich SATA 6GBit/S, USB3.0, Firewire, Bluetooth, HDMI, Displayport, WLAN oder optische/digitale Soundausgänge auf den Mainboards und halten den Platz des oftmals einzigen Slot für eine PCI(e)-Karte frei.

    Bleibt am Ende noch die Frage nach dem Preis. Die günstigsten Modelle beginnen bereits bei etwa 80 Euro, besitzen allerdings kein USB3.0. SATA 6GBit/s ist dank Chipsatzunterstützung jedoch bereits hier enthalten. Noch unter 100 Euro starten nun die Platinen mit USB3.0 sowie die ersten mit Passivkühlung. Das volle Ausstattungspaket ist abschließend für etwa 125 Euro zu haben. Damit liegen die Preise für ein Brazos-System mitunter sehr deutlich unterhalb eines vergleichbar ausgestattetem System mit Intel Atom und ION(2)-Chipsatz. Mainboards ohne ION-Chipsatz sind zwar günstiger, sind durch die sehr schwache integrierte Intel-Grafikeinheit in ihrem Einsatzgebiet noch stärker eingeschränkt und bieten oftmals nicht einmal einen digitalen Bildausgang.

    Wer den Aufbau eines HTPCs oder eines einfachen Office- oder Internet-PCs plant, sollte also ein Auge auf AMDs Brazos-Plattform werfen. Hohen (Leistungs-)Ansprüchen wird der AMD E-350 allerdings nur selten gerecht. Wenn es aber um den Bau eines HTPCs oder eines sehr sparsamen Systems geht, weiß die Plattform zu glänzen. Sparsamer, kleiner und günstiger zugleich bekommt man nämlich kein vergleichbares System mit derart guten Qualitäten im Multimediabereich. Durch die guten Leistungen und vor Allem der geringen Leistungsaufnahme vergeben wir unseren Silenthardware.de ECO-Award.

    Social Bookmarking:
    • Print this article!
    • Digg
    • Sphinn
    • del.icio.us
    • Facebook
    • Mixx
    • Google Bookmarks
    • Diigo
    • Identi.ca
    • MySpace
    • Twitter
    • Webnews.de
    Vorherige Seite Nächste Seite