AMD Llano undervolten – was ist möglich?
Autor: Jörg Sukale
Zum Start von AMDs Mainstream-Fusion-Prozessoren Llano gab es von der Presse vor Allem Kritik für die sehr hohe Leistungsaufnahme und die verglichen damit eher magere CPU-Leistung. Während die stromsparenderen 65W-Modelle noch auf sich warten lassen, haben interessierte Käufer aktuell nur die Wahl zwischen dem A6-3650 und dem A8-3850. Beide sind mit einer TDP von 100W spezifiziert, obwohl sich die integrierte Grafikeinheit als auch der Prozessortakt unterscheiden. Insbesondere die integrierte AMD Radeon HD6550D des Topmodells weiß durch eine exzellente Leistung zu überzeugen und macht das Gesamtpaket äußerst interessant, wenn nur die hohe Leistungsaufnahme nicht wäre. Aber dem wollen wir im folgenden kleinen Artikel ja auf den Grund gehen.
Details zum Testverfahren
Das Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:
- AMD A8-3850
- MSI A75MA-ED55
- 2x 2GB exceleram EP3001A DDR3-1333 CL9
- Crucial C300 64GB SSD
- Aopen BDR0412SA
- Cougar Power 400W
Aufgrund von fehlenden Undervolting-Möglichkeiten im BIOS des MSI-Mainboards wurde die APU mittels K10stat undervoltet. In der aktuellen Version ermöglicht das Tool jedoch lediglich das Verändern der Prozessorspannung der Llano APU. Die Leistungsaufnahme wurde mit dem NZR No-Energy 3680+ im Leerlauf und unter Vollast mit Prime95 gemessen.
Die Ergebnisse
AMD A8-3850: Idle |
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|---|---|
| 800MHz 0,464V (C6) |
24.4 W
|
| 800MHz 0,652V |
26.9 W
|
| 800MHz 0,800V |
27.6 W
|
| 800MHz 1,008V |
28.3 W
|
| (Leistungsaufnahme Gesamtsystem - weniger ist besser) | |
Im absoluten Leerlauf lässt sich durch Reduzieren der Prozessorspannung bei Llano nichts mehr einsparen. Wie schon beim E-350 kann die APU in den C6-Modus wechseln, bei dem die Prozessorspannung auf etwa 0,45 V gesenkt und einige Bereiche komplett abgeschaltet werden. Anders als bei der kleinen Zacate-APU spart die Llano-APU allerdings eine ganze Menge. Vier Watt Unterschied zwischen dem C6-Modus und der Standardeinstellung ohne C6 konnten festgestellt werden. Zusätzliches Undervolten der “kleinen” Px-States (P7 ist Idle-State, P0 ist Last-State) ist dennoch nicht umsonst, da so im Teillastbereich weiter gespart werden kann.
AMD A8-3850: CPU-Last |
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|---|---|
| 2100MHz 0,896V |
57.1 W
|
| 2400MHz 0,968V |
66.3 W
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| 2600MHz 1,016V |
74.5 W
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| 2900MHz 1,104V |
90.2 W
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| 2900MHz 1,328V |
138.4 W
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| (Leistungsaufnahme Prime95 largeFFT - weniger ist besser) | |
Unter Last zeigt sich nun auch welch großes Einsparpotential in unserem Testmuster steckt. Mit mehr als 110 W über dem Leerlauf-Wert erschreckt das aktuelle Topmodell der Llano-APUs mit einer enormen Leistungsaufnahme von fast 140 W. Durch Undervolten lassen sich aber fast 50 W einsparen, wodurch das System mit ordentlichen 90 W auskommt. Noch mehr sparen lässt sich mit gleichzeitigem Absenken des Prozessortaktes. Mit 74,5 W (Taktrate des A6-3650), 66,3 W (Taktrate des A8-3800) und 57,1 W (Taktrate des A6-3600) wird der Vierkerner immer interessanter und sollte somit auch die ideale Wahl für Multimedia-PCs darstellen – vorausgesetzt man dreht an der Spannungsschraube.
Fazit
Im Ausgangszustand ist der untersuchte AMD A8-3850 eine wahre Stromschleuder. Für die leise Kühlung wird ein sehr leistungsstarker Kühler benötigt und ist somit auf geräumige Gehäuse angewiesen. Den kleinen HTPC kann man daraus nicht formen. Die Ergebnisse des Undervolting zeigen jedoch, dass viel Potential in den 32nm-Kernen der Llano-APU steckt. Hoffentlich finden die bald erscheinenden 65W-Modelle trotz niedrigerem Takt eher ihren Weg in den HTPC oder Office-/Multimedia-PC und passen somit eher zur schnellen integrierten Grafikeinheit.
Info zum Beitrag
geschrieben am Dienstag, den 19. Juli 2011 um 20:58 Uhr
Kategorie(n): Artikel
Tags: A6-3650, A8-3850, AMD Llano, AMD Radeon, Fusion, Stromsparen, Undervolten, Undervolting




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